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Bewerbungsformular - Standardisierung für Bewerber:
Im Zeitalter der Digitalisierung spielt das Bewerbungsformular im Bereich der
Personalgewinnung eine immer größere Rolle. Viele Unternehmen verzichten sogar
weitgehend oder ganz auf die Annahme von schriftlichen Bewerbungen per Post oder
E-Mail-Bewerbungen mit Dateianhang.
Die meisten Unternehmen vollziehen diesen Wandel aus Kostengründen, um der Flut
an Bewerbungen auf eine ausgeschriebene Position entgegen zu treten.
In der Regel ist diese Flut allerdings begrenzt, auf Stellenangebote aus dem
Bereich der niedrig qualifizierten Jobs und der Praktikanten.
Vorteile und Nachteile beim Bewerbungsformular
Um es gleich vorweg zunehmen, für die Bewerber bietet das Bewerbungsformular nur
einen einzigen Vorteil - und dieser ist sehr fragwürdig. Die Bewerber müssen sich
über die Struktur und den Umfang ihrer Bewerbung keine Gedanken machen!
Für die Bewerber ergeben sich aber überwiegend folgende Nachteile: Sie sind mit ihrer
Bewerbung abgelegt in einer Datenbank und werden unter bestimmten Suchkriterien direkt
aussortiert, wenn zum Beispiel die angegebene Note in einem bestimmten Bereich nicht
die Richtige ist.
Das Bewerbungsformular bietet keinen Spielraum für Individualität. Die Bewerber werden
in ein enges Korsett gequetscht, welches den wenigsten Lebensläufen angepasst ist.
Viele Faktoren werden hierdurch nicht berücksichtigt.
Das Bewerbungsformular nützt daher in erster Linie den Unternehmen. Diese sparen
durch die Vorselektion von Bewerbungsunterlagen mit dem vorgegebenen Muster im Bereich
der Personalabteilung enorm viel Arbeitszeit und somit auch Kosten. Das Formular ist
somit Kanalisierungsinstrument für ein enormes Anfragevolumen von potenziellen Bewerbern.
Bei hoch qualifizierten Bewerbern, die in der Regel nicht in großen Mengen vorhanden
sind ist ein Bewerbungsformular somit auch überflüssig. Es ist sogar kontraproduktiv,
weil es Bewerber eher abschreckt, da diese sich den Erfordernissen des Formulars
anpassen müssen, nicht umgekehrt.
In Ländern in denen Vollbeschäftigung herrscht sind daher Bewerbungsformulare eher
selten zu finden. Hier ist ein Arbeitskräftemangel zu verzeichnen, der sogar im
Niedriglohn-Sektor die Erfordernis beansprucht auf die Bewerber zu zugehen.
Beispiel für den Aufbau beim Bewerbungsformular
Das Bewerbungsformular kann sehr unterschiedlich ausgelegt sein, je nach den
Erfordernissen des Unternehmens oder der zu besetzenden Positionen.
In der Regel beginnt es mit der Abfrage der persönlichen Daten, wie Name, Adresse, Alter usw.,
was auch schon die ersten Ausschlusskriterien darstellt. Wer zu alt ist, oder in der
falschen Region wohnt kann hier gleich nach Speicherung in der Datenbank aussortiert werden.
Im Anschluss erfolgt für gewöhnlich die Abfrage der Daten zum Lebenslauf, Motivation und
Qualifikation.
Standardmäßig bietet das Bewerbungsformular, durch die Funktion des "Uploads", eine
Übermittlung von Lichtbild und Zeugnissen. Im Einzelfall auch für ein Anschreiben
oder einen Lebenslauf, welcher mit einer gängigen Textverarbeitungssoftware erstellt wurde.
Für die Erstellung einer kompletten Bewerbung in einem Formular sollen Sie sich viel
Zeit nehmen, die Bearbeitungszeit kann von 1 Stunde bis zu einem ganzen Tag dauern.
Je nachdem, wie Sie auf die Fragestellungen und Anforderungen vorbereitet sind.
Ein zwangloser anonymer Testlauf empfiehlt sich, um die Tücken beim Bewerbungsformular
im Vorfeld zu erkennen. Der Teufel steckt auch sprichwörtlich im Detail.
Sei es bei der Uploadfunktion für bestimmte Datei- oder Bildformate,
oder ganz einfach bei der Eingabe der richtigen Daten an der falschen Stelle.