| Ausbildung und Beruf in der Ergotherapie: | ||
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| Tipps zur Bewerbung | ||
Berufsbild Ergotherapeut/Ergotherapeutin
Die Ergotherapie basiert auf der Annahme, dass sich in der ganzheitlichen
Betrachtung von Patienten durch Aktivität ein Zustand einstellt, der
sich positiv auf die physische und psychische Gesundheit des Patienten
auswirkt.
Die medizinischen Anwendungsgebiete reichen von der Neurologie über
die Psychatrie bis zur Rheumatologie. Physiotherapeuten sind daher in Krankenhäusern,
Pflegeheimen, Reha-Kliniken oder ergotherapeutischen Praxen im Einsatz.
Die fachliche Abstimmung mit den behandelnden Ärzten gehört daher
zum beruflichen Alltag als Ergotherapeut/in.
Die Unterstützung der Patienten bei den täglichen Aufgaben, die
feinmotorische Fähigkeiten erfordern, wie zum Beispiel die Körperpflege
oder die Nahrungsaufnahme, steht in der Ergotherapie im Vordergrund.
Der Beruf Ergotherapeut/Ergotherapeutin ist in Deutschland relativ jung angesiedelt.
Erst seit den 50er Jahren wird die Ergotherapie hierzulande eingesetzt. Vorreiter
in diesem Beruf waren die USA, die bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts die ersten
Ansätze in dieser Therapieform angewandt haben.
Gehalt/Verdienst als Ergotherapeut/Ergotherapeutin
Der Verdienst innerhalb der Ergotherapie ist wie bei anderen Berufen auch
von Faktoren, wie Berufserfahrung, Qualifikation oder Verantwortungsbereich
abhängig.
Zudem ist entscheidend, ob der Arbeitsvertrag und das Gehalt an tarifvertragliche
Vereinbarungen angelehnt ist, was bei Beschäftigten in öffentlichen
Einrichtungen der Fall ist. Der mögliche tarifliche Lohn kann zum Beispiel
in der Gehaltspanne von 2100 bis 2500 Euro brutto im Monat liegen.
In der Regel leigt das Gehalt in ergotherapeutischen Praxen aber unterhalb der
tariflichen Vorgaben.
Ausbildung als Ergotherapeut/Ergotherapeutin
Die Ausbildung innerhalb der Ergotherapie ist ausschließlich auf dem
schulischen Weg an einer Berufsfachschule möglich. Die duale betriebliche
Ausbildung mit Berufsschule gibt es bei den Ergotherapeuten nicht.
In den Berufsfachschulen für Ergotherapie findet sowohl der theoretische
als auch der praktische Unterricht statt. Daneben werden aber auch noch verschiedene Praktika
innerhalb der dreijährigen Ausbildung absolviert. Die Praktika sind teilweise
vergütet, für die gesamte schulische Ausbildung als Ergotherapeut/in erfolgt
jedoch keine Ausbildungsvergütung.
Wer in diesen Job einsteigen möchte, der muss mindestens die mittlere Reife
nachweisen können oder einen Hauptschulabschluss inklusive zweijähriger
Berufsausbildung. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass an der
Schule für Ergotherapie zusätzliche eigene Zulassungsbeschränkungen
vorliegen.
Die Abschlussprüfung am Ende der Lehre zum Ergotherapeuten erfolgt durch den
schuleigenen Prüfungsausschuß mittels einer schriftlichen und mündlichen
Prüfung, zudem gibt es die praktische Prüfung in angewandter Ergotherapie.
Eigenschaften und Voraussetzungen für Ergotherapeuten
In den Jobs als Ergotherapeut/Ergotherapeutin muss sehr oft richtig zugepackt werden
können, weshalb je nach Fachbereich eine gewisse körperliche Konstitution
notwendig ist.
In erster Linie steht aber der kompetente Umgang mit Menschen unter sozialen, psychologischen
und pädagogischen Gesichtspunkten. Das wohl der Patienten muss immer im
Vordergrund stehen, wobei teilweise auch langwierige Behandlungen notwendig sind.
Natürlich obliegt diesem Berufsbild auch ein Verständnis für medizinische
Fragestellungen und sachverhalte, weshalb in diesem Job die Bereitschaft zur
Aneignung des notwendigen Wissens vorausgesetzt wird.
Bewerbung auf Stellenangebote als Ergotherapeut/Ergotherapeutin
Wer sich auf Stellenangebote in der Ergotherapie bewirbt, der kann dies mit einer
schriftlichen Bewerbung oder einer Online-Bewerbung machen. Bei Wahlfreiheit empfiehlt
sich aber die schriftliche Bewerbung mit Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Zeugniskopien,
weil in diesem Beruf die soziale Komponente besser vermittelt werden kann, wenn man
zum Beispiel die Bewerbungsmappe persönlich abgibt und somit die Chance hat
einen positiven Eindruck zu hinterlassen.
Das Anschreiben der Bewerbung als Ergotherapeut/in sollte dem Leser sehr gut vermitteln
können, welche Qualifikation und Motivation der Bewerber für das Jobangebot
aufweist.
Der Lebenslauf sollte tabellarisch angelegt sein und einen genauen Überblick
zur Qualifikation, Berufserfahrung und Ausbildung innerhalb der Ergotherapie
vermitteln.
Immer häufiger wird bei der Qualifikation und den Zeugnissen gemogelt, um sich
eine vermeintlich bessere Ausgangsposition zu sichern. Lassen Sie daher die
Zeugniskopien beglaubigen, um dies deutlich auszuschließen.
Trends und zukünftige Entwicklungen in der Ergotherapie
Der Arbeitsmarkt für Ergotherapeuten ist gut. In den letzten Jahren hat es eine
deutliche Entwicklung nach oben gegeben, immer mehr Therapeutenstellen werden
geschaffen. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig angestellten Ergotherapeuten
ist in 8 Jahren um 35.000 auf 145.000 angestiegen.
Vor allem der demografische Wandel und eine Sensibilisierung für das Thema und dessen Notwendigkeit,
ermöglichen ganzheitliche Therapieansätze. Die Einführung und
Ausweitung des Fall-Managements, die den einzelnen Patienten in den Vordergrund
stellt und durch eine stärkere Vernetzung mit Ärzten ein neues Tätigkeitsfeld eröffnet,
weist einen neuen Weg in die Zukunft der Ergotherapie.

Quelle: Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik der BA.
Für das Jahr 2007 liegen bei den Arbeitslosen nur unvollständige Daten vor.