| Ausbildung und Beruf als Florist/Floristin: | ||
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Berufsbild Florist/Floristin
Das Berufsbild der Floristen ist im Handel angesiedelt, das der Gärtner in der
Landwirtschaft. Die Entwicklung des Jobprofils Florist/in ist aber auf den
Gärtnerberuf zurückzuführen. Die Kunst des Blumenbindens wurde von Gärtnern
bereits im Altertum ausgeführt. Mit Beginn des 20 Jhd. entstanden jedoch die
ersten Schulen nur für Blumenbindekunst aus denen der Beruf Blumenbinder/in
hervortrat. Die jetzige Berufsbezeichnung Florist bezieht auch die
Händlertätigkeit mit ein, ist aber erst 1997 im Berufsbildungsgesetz
festgeschrieben worden. Der Beruf ist mit 94 % der sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten fest in Frauenhand.
Der typische Arbeitsplatz als Florist/in ist in einem kleinen Blumenladen oder
einem großen Gartencenter. Auch der Großhandel mit Blumen bietet hier ein
entsprechendes Arbeitsfeld. Nach wie vor hat dieser Job seinen künstlerischen
Anspruch. Floristen binden Blumensträuße, Gestecke oder Kränze nach den Vorgaben
oder Vorstellungen der Kunden bzw. nach bestimmten Anlässen. Die deutsche
Blumenindustrie hat 2007 einen Umsatz von 3 Milliarden Euro, wobei der Muttertag
und der Valentinstag natürlich klassische Hochphasen darstellen.
Gehalt/Verdienst als Florist/Floristin
Um reich zu werden ist dieser Beruf wahrscheinlich nicht geeignet, zumindest in
einem Angestelltenverhältnis, über die Bezüge von Selbstständigen kann hier
keine Aussage getroffen werden. Es gibt für Floristen einen Tarifvertrag, daher
kann das monatliche Bruttogehalt in diesem Job bei 1200 bis 1600 Euro liegen. In
vielen Unternehmen liegt jedoch keine tarifliche Bindung vor, weshalb hier
deutlich geringere Gehälter ausbezahlt werden.
Der Verdienst schwankt natürlich auch mit den unterschiedlichen Faktoren. So ist
die Höhe bei mgehalt abhängig von der Region, der Berufserfahrung, der
Qualifikation oder dem Verantwortungsbereich.
Ausbildung als Florist/Floristin
Bei der Ausbildung zum Floristen handelt es sich um eine duale Berufsausbildung,
aber auch eine rein schulische Ausbildung ist möglich wenn kein betrieblicher
Ausbildungsplatz zur Verfügung steht. Die Ausbildungsdauer ist wie bei den
meisten Berufen auch mit drei Jahren definiert, wobei unter gewissen Umständen
natürlich Verkürzungen, aber auch Verlängerungen im Rahmen des Möglichen liegen.
Die duale Ausbildung zum Florist/zur Floristin findet in der Praxis im
Ausbildungsbetrieb, durch die fachmännische Anleitung erfahrener Floristen statt
und in der Theorie, innerhalb der Berufsschule in Form von Blockunterricht oder
wöchentlichen Unterrichtsstunden.
Die Ausbildung in einem Betrieb folgt einer Vergütungsstruktur, während für eine
rein schulische keine Entlohnung stattfindet:
1. Ausbildungsjahr: 331 EUR (neue Bundesländer: 237 EUR)
2. Ausbildungsjahr: 443 EUR (neue Bundesländer: 332 EUR)
3. Ausbildungsjahr: 499 EUR (neue Bundesländer: 368 EUR)
Eine gesetzliche Zulassungsbeschränkung zur Berufsausbildung besteht nicht. Die
Berufsfachschulen und die Ausbildungsbetriebe wählen die Azubis selbst aus. Der
Anteil der Schüler mit Hauptschulabschluss und mittlerer Reife ist etwa gleich
groß.
Abgeschlossen wird die Lehre mit einer Abschlussprüfung, wobei hier der
praktische Teil das größte Gewicht aufweist, aber ebenso ist das Bestehen der
theoretischen schriftlichen Abschlussprüfung notwendig, um die Berufsbezeichnung
tragen zu dürfen.
Eigenschaften und Voraussetzungen für Blumenbinder/Floristen
Im Blumenhandel ist der direkte Kontakt zu den Kunden an der Tagesordnung,
weshalb in den Jobs eine gute Kommunikationsfähigkeit und soziale Kompetenz
vorhanden sein sollte. Die Wünsche des Kunden müssen erfragt und verstanden
werden. Auch die Beratung und Darstellung der vorhandenen Möglichkeiten in der
Umsetzung sollte vermittelt werden können.
Die Liebe und Leidenschaft zur täglichen Arbeit mit Pflanzen und Blumen ist für
diesen Beruf unerlässlich. Allergien gegen bestimmte Blumenpollen sollten vor
Ausbildungsbeginn abgeklärt werden, um keine böse Überraschung zu erleben.
Als Florist muss ein gewisser künstlerischer Anspruch bestehen, der sich in der
Gestaltung mit Formen und Farben von Blumengebinden ausdrückt. Genetische
Farbblindheit ist kein Hinderungsgrund für diesen Job, kann aber in der
farblichen Abstimmung der Blumensträuße zu Problemen führen.
Bewerbung auf Stellenangebote als Florist/Floristin
Ein Florist benötigt im Beruf nicht unbedingt eine umfangreiche
Internetkompetenz, ebenso findet die Bewerbung relativ selten über das Internet
statt. Gewöhnlich wird eine schriftliche Bewerbungsmappe mit
Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und den Zeugniskopien an die angegebene Adresse
des Unternehmens geschickt. Handelt es sich bei dem Unternehmen um ein relativ
kleines Blumengeschäft, so kann die Bewerbung auch persönlich abgegeben werden,
wenn die Anfahrtstrecke kein Problem darstellt. Eine persönliche Überreichung
der Bewerbungsmappe bietet die Möglichkeit zum ersten direkten Kontakt, was in
der Regel auch einen positiven Einfluss auf den weiteren Bewerbungsverlauf hat.
Die Gestaltung von Anschreiben und Lebenslauf ist identisch mit anderen Berufen.
Das Bewerbungsanschreiben stellt die Motivation und die Qualifikation des
Floristen für das Stellenangebot in den Vordergrund und sollte gut formuliert
sein. Der Lebenslauf ist in Tabellenform gegliedert, was die Übersichtlichkeit
erhöht. Inhaltlich werden hier die persönlichen Daten und der bisherige
Werdegang in Schule und Job dargestellt.
Trends und Entwicklungen im Blumenhandel
Immer umfangreicher wird der Markt für Blumen von den großen Blumenhändlern,
Gartencentern und Discountern bestimmt. Der kleine Blumenladen kann hier
preislich nicht mithalten und muss sich auf das individuelle Geschäft mit den
speziellen Kundenwünschen einstellen. Auch der Handel und die Bestellung über
das Internet wächst kontinuierlich, was vielen kleinen Händlern sehr zu schaffen
macht.
In den letzten Jahren hat zudem die Massenproduktion von Blumen
deutlich zugenommen. Teilweise sind die Blumen so sehr mit Pestiziden und
Herbiziden belastet, dass die Blumen schon danach "durften". Auch die unsoziale
Bezahlung innerhalb der Blumenproduktion in Entwicklungsländern sorgt
hierzulande für Entsetzen. Gütesiegel setzen sich verstärkt durch, an denen der
Verbraucher erkennen kann, ob ökologische und soziale Standards beim Anbau
eingehalten wurden.

Quelle: Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik der BA.
Für das Jahr 2007 liegen bei den Arbeitslosen nur unvollständige Daten vor.