| Ausbildung und Beruf als Gärtner/in: | ||
|---|---|---|
| Alle Berufe anzeigen | ||
| Tipps zur Bewerbung | ||
Berufsbild Gärtner/in
Dieser Beruf kann in sieben verschiedenen Fachrichtungen ausgeübt werden,
Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau, Gemüsebau, Obstbau,
Staudengärtnerei und Zierpflanzenbau. Die Spezialisierung in einen der
Fachbereiche vollzieht sich während der Berufsausbildung im dritten
Ausbildungsjahr. Inhaltlich werden die Bereiche hier nicht behandelt, sondern
als gesamtes Berufsbild dargestellt.
Gärtner/Gärtnerin ist ein Beruf mit sehr langer Geschichte. Nicht erst im
Mittelalter an adeligen Höfen, sondern schon weit davor gab es prachtvolle
Gärten, die allerdings auch mit einem enormen finanziellen Aufwand verbunden
waren, was sich somit nur wohlhabende Menschen leisten konnten. Die Ausbildung
als Gärtner/Gärtnerin ist seit 1960 gesetzlich geregelt und wurde 1996 im
Berufsbildungsgesetz letztmalig angepasst und definiert.
Die Grenze zwischen Landwirtschaft und Gärtnerei ist oft fließend. Viele der
Tätigkeiten in den 7 Fachbereichen sind spezifisch, viele sind aber auch
übergreifend notwendig. Die Feststellung von Schädlingen und entsprechende
Gegenmaßnahmen oder zum Beispiel die Bestimmung von Pflanzen oder den
Eigenschaften spezifischer Erdböden, sind für alle Gärtnereien notwendig.
Gehalt/Verdienst als Gärtner/Gärtnerin
Das Gehalt der Gärtner kann sehr unterschiedlich sein und richtet sich nach
verschiedenen Faktoren. Nicht nur der jeweilige Fachbereich und die Branche sind
entscheident, sondern auch die regionalen Bedingungen. Individuell spielen bei
der Verdienst-Höhe aber auch die persönlichen Bedingungen wie Berufserfahrung,
Qualifikation oder Verantwortungsbereich eine wesentliche Rolle.
Für diesen Beruf kann ein Stundenlohn zwischen 10-12 Euro brutto liegen, wenn
eine tarifliche Anbindung vorliegt. Es kann aber auch zu erheblichen
Einkommensunterschieden kommen, wenn zum Beispiel keine tarifliche Regelung
vorliegt. Ebenso kann mit Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld
auch ein höherer Stundenlohn vorliegen. Für selbstständige Gärtner kann hier
keine Aussage getroffen werden.
Ausbildung als Gärtner/Gärtnerin
Für den anerkannten Ausbildungsberuf ist eine Ausbildungsdauer von drei Jahren
festgeschrieben. Wie bereits erwähnt die Ausbildung zum Gärtner für alle
Fachbereiche bis zum zweiten Ausbildungsjahr gleich, im dritten Ausbildungsjahr
erfolgt dann die Spezialisierung auf die Fachbereiche Baumschule,
Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau, Gemüsebau, Obstbau,
Staudengärtnerei und Zierpflanzenbau.
Die Ausbildung zum Gärtner/zur Gärtnerin ist eine duale Berufsausbildung und
findet sowohl in der Berufsschule statt, als auch im Ausbildungsbetrieb. In der
praktischen Berufsausbildung ist dem Azubi ein erfahrener Geselle zur Seite
gestellt, der eine umfangreiche Einweisung und Einarbeitung im
Ausbildungszeitraum gewährleistet.
Für den Ausbildungszeitraum kann die Vergütung folgende Struktur haben:
1. Ausbildungsjahr 467 EUR (neue Bundesländer: 352 Euro)
2. Ausbildungsjahr 544 EUR (neue Bundesländer: 430 Euro)
3. Ausbildungsjahr 614 EUR (neue Bundesländer: 489 Euro)
Um eine Ausbildung als Gärtner zu absolvieren ist keine bestimmte Schulbildung
gesetzlich vorgeschrieben, den Unternehmen ist die Auswahl der Bewerber selbst
überlassen. Die Mehrheit der angehenden Azubis hat einen Hauptschulabschluss,
was übergreifend für alle Fachbereiche gilt.
Nach der erfolgreichen Absolvierung der schriftlichen und der praktischen
Abschlussprüfung darf die Berufsbezeichnung Gärtner getragen werden. Nicht
bestandene Prüfungen können maximal zweimal wiederholt werden, ansonsten gilt
die Ausbildung als nicht vollendet und darf auch in Deutschland nicht erneut
erlernt werden.
Eigenschaften und Voraussetzungen für Gärtner/innen
Wem die Arbeit im Freien und in der Natur nicht gefällt, der sollte diesen Job
nicht ergreifen. Wer aber Spaß an einer körperlicher Tätigkeit und dem Umgang
mit Pflanzen hat, ist in dieser Ausbildung richtig. Gärtner müssen des öfteren
schwere Sachen transportieren oder Bäume vorsichtig ausgraben oder fällen.
Für einen Gärtner ist der Umgang mit dem Kunden aber genauso wichtig,
schließlich muss er diesen gut beraten und Verkaufsgespräche führen. Das sind
Fähigkeiten, die eine gute Kommunikationsfähigkeit und soziale Kompetenz
voraussetzen.
In diesem Beruf
müssen ebenso viele unterschiedliche Maschinen bedient werden, das kann von der
Motorsäge bis zum Bagger reichen und erfordert ein technisches Verständnis und
die Fähigkeit zur Bedienung von technischem Gerät.
Bewerbung auf Stellenangebote als Gärtner/Gärtnerin
Das Internet spielt in diesem Beruf keine gewichtige Rolle, weshalb die
Bewerbung über das Internet für Gärtner eher nicht in Frage kommt. Die Bewerbung
als Gärtner/in erfolgt gewöhnlich auf dem postalischen Weg unter Verwendung
einer Bewerbungsmappe der ein Bewerbungsschreiben beiliegt und die einen
Lebenslauf sowie Zeugniskopien enthält.
Das Bewerbungsanschreiben ist inhaltlich
der wichtigste Punkt der Bewerbung. Beim Studium des Anschreibens entscheidet
der Leser, ob diese Bewerbung auf den Stapel der Absagen kommt oder Interesse
geweckt hat. Das Anschreiben sollte gut formuliert und fehlerfrei die Motivation
und Qualifikation des Bewerbers vermitteln.
Der Lebenslauf entscheidet dann auf den zweiten Blick und bietet dem Leser das lückenlose
Profil des Bewerbers. Der Lebenslauf wird tabellarisch erstellt und enthält
persönliche Daten wie Name, Anschrift, Familienstand sowie Geburtsdatum und
-ort, aber auch den bisherigen schulischen und beruflichen Werdegang, eventuell
in chronologischer Form.
Trends und Entwicklungen für Gärtner/innen
EEs gibt Berufe, die sind relativ unabhängig von Konjunkturzyklen, zu diesen
zählt auch der Gärtnerjob. Trotzdem hat es in diesem Beruf in den acht Jahren
von 1999 bis 2007 einen Stellenabbau von bundesweit 25 % gegeben, im Jahre 2005
lag die Arbeitslosenquote unter allen Gärtnern bei unglaublichen 34,1 %. Dieser
massive Abbau von Jobs als Gärtner hängt mit Entwicklungen im Einzelhandel
zusammen, die bestimmt ist durch das Discountgeschäft. Immer mehr kleine
Gärtnereien können können sich gegen die Übermacht der Großhändler nicht mehr
wehren.
Zudem erfolgt der Anbau von exotischen Pflanzen nicht in Deutschland. Im
Zuge der Globalisierung ist der Import von Pflanzen, Blumen, Bäumen und
Sträuchern deutlich gestiegen. Hierdurch werden neue Arbeitsplätze für Gärtner
im Ausland geschaffen, jedoch nicht hierzulande.br>

Quelle: Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik der BA.senstatistik der BA..senstatistik der BA.
Für das Jahr 2007 liegen bei den Arbeitslosen nur unvollständige Daten vor.