| Ausbildung und Arbeit als Reiseleiter/Reiseleiterin: | ||
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| Tipps zur Bewerbung | ||
Berufsbild Reiseleiter/Reiseleiterin
Seitdem Menschen in den Urlaub fahren und besonders seit es Pauschalreisen gibt,
existiert auch das Berufsbild Reiseleiter/Reiseleiterin. Der Job ist allerdings
nicht zu verwechseln mit dem eines Animateurs, auch wenn die Grenzen hier bei
einigen Reiseveranstaltern fließend sind. In der Regel ist eine Reiseleitung auf
ein bestimmtes touristisches Zielgebiet spezialisiert und betreut eine
Reisegruppe über die gesamte Urlaubszeit. Die Berufsbezeichnung Fremdenführer/
Fremdenführerin oder Touristenführer/Touristenführerin ist weniger gebräuchlich
und wird speziell für Führungen in Städten und bei Sehenswürdigkeiten benutzt.
Der Reiseleiter/die Reiseleiterin ist für die gesamte Urlaubsgruppe
verantwortlich und sorgt für einen unbeschwerten Urlaub. Bei Problemen und der
organisatorischen Abwicklung ist die Reiseleitung der erste Ansprechpartner. Das
Aufgabengebiet umfasst sämtliche Bereiche der Reise, vom Transport über die
Unterkunft bis hin zu Essen, Ausflug oder persönlichen Problemen der Reisenden.
Die Informationsvermittlung bei Städtereisen, Ausflügen oder touristischen
Sehenswürdigkeiten gehört natürlich auch zum Job. Die Kenntnis von den örtlichen
Gegebenheiten, der Kultur und oft auch der Sprache, ist daher notwendig.
Arbeitgeber der Reiseleiter sind in erster Linie die Reiseveranstalter, aber
auch Hotels, Fremdenverkehrsämter oder Tourismusverbände.
Gehalt/Verdienst als Reiseleiter/Reiseleiterin
Ein Gehalt als Reiseleiter hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab,
die sich nach der Qualifikation, Berufserfahrung oder dem Verantwortungsbereich
ergeben. Die wenigsten Reiseleiter arbeiten in einem Angestelltenverhältnis für einen
Reiseveranstalter, sondern auf Honorarbasis. Das Honorar ist versteuert die
Reiseleitung selbst.
Das Honorar berechnet sich in der Regel nach pauschalen Tagessätzen, die zum Beispiel
zwischen 85 und 250 Euro liegen können. Es sind aber auch deutlich niedrigere Tagesätze
möglich, vor allem im Jugendreisebereich. Zusätzlich können natürlich bestimmte
Sonderzahlungen durch Spesen, Prämien oder Gewinnbeteiligungen erfolgen.
Sollte ein Beschäftigungsverhältnis im Angestelltenbereich vorliegen, welches im
Tarifvertrag-Geltungsbereich des Deutschen Reisebüro-Verbandes liegt, dann ist ein
tariflicher Verdienst von 1700,- bis 2400,- EUR brutto im Monat möglich. Außertarifliche
Bezahlung liegt deutlich unter diesem Bereich.
Viele Reiseleiter bessern ihr Gehalt mit Zahlungen von Leistungsträgern in
den Urlaubsorten auf. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn eine Absprache mit dem
Arbeitgeber ist unbedingt notwendig.
Ausbildung als Reiseleiter/Reiseleiterin
Gesetzlich vorgeschrieben ist für diese Jobs keine bestimmte Ausbildung. Die
Reiseveranstalter bilden selbst aus oder beschäftigen Reiseleiter mit einer
Berufsausbildung im touristischen Bereich oder einem Studium in Kulturwissenschaften.
Bei Jugendreisen sind Reiseleiter oftmals auch angehende Pädagogen.
Reiseleiter/in ist zudem kein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem
Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksverordnung. Die Spielräume der
Ausbildung legt jedes Unternehmen selbst fest. In der Regel ist es dann
möglich sich die Ausbildung beispielsweise von der IHK verifizieren zu lassen.
Eine Ausbildungsvergütung wird gewöhnlich nicht bezahlt.
Eigenschaften und Voraussetzungen für Reiseleiter
Der direkte und permanente Umgang mit den Kunden von früh morgens bis spät abends,
erfordert ein gutes Verständnis für den Dienstleistungsgedanken und ein
kommunikatives Wesen. Den ganzen Tag in den Jobs offen für Fragen und Probleme zu sein
und dabei dem Kunden höfflich und zuvorkommend zu begegnen ist sehr anstrengend.
Für Stellenangebote als Reiseleiter/Reiseleiterin muss ein gutes Organisationstalent
vorhanden sein, denn viele Abläufe, vom Ausflug bis zur Stadtführung müssen geplant,
organisiert und mit örtlichen Dienstleistern koordiniert werden.
Für Reiseleiter gibt es Stoßzeiten, in denen die Beanspruchung besonders groß ist. Das
sind die sogenannten Wechseltage, an denen die eine Urlaubergruppe abreist, während kurze
Zeit später schon die nächste Urlaubergruppe anreist. Der Stressfaktor an diesen Tagen
ist sehr hoch.
Bewerbung auf Stellenangebote als Reiseleiter/Reiseleiterin
Reiseleiter und Fremdenführer arbeiten oftmals auf Honorarbasis und
nicht im Angestelltenverhältnis. Wer eine Bewerbung auf ein Stellenangebot
als Reiseleitung anfertigt, erstellt eine Bewerbungsmappe mit Anschreiben,
Lebenslauf und Zeugniskopien.
Das Bewerbungsanschreiben stellt die Motivation und die Qualifikation
der Reiseleitung in den Vordergrund. Dieses Anschreiben entscheidet in der
Mehrheit der Fälle über eine Absage oder ein Weiterkommen in die nächste Runde.
Der Lebenslauf zur Bewerbung als Reiseleiter wird in einer tabellarischen Form
erstellt und enthält neben den wichtigen persönlichen Daten wie Name, Adresse,
Familienstand, etc., auch den schulischen und beruflichen Werdegang mit den für
die Jobs wichtigen Stationen.
Trends und Entwicklungen in der Touristik
"Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?" Dieses literarische Zitat
nehmen sich immer mehr deutsche Urlauber zu Herzen und verbringen ihren Urlaub in Deutschland.
Der Tourismus im eigenen Land boomt und wird durch die Wirtschaftskrise seit 2008 noch
gefördert. Urlaub in Deutschland ist zwar nicht unmittelbar billiger als im Ausland, aber
die Deutschen wollen anscheinend auch ihr eigenes Land kennenlernen und das Fernweh hat
ein wenig nachgelassen.
Besonders die Städtereisen und Tagesreisen profitieren von dieser Entwicklung, hier steht
das Shopping-Erlebnis und die Freizeitaktivität im Vordergrund.
Die Reisebranche ist aber auch sehr konjunkturabhängig und in einer Rezession hat die
Tourismusbranche gewöhnlich mit massiven Umsatzeinbrüchen zu rechnen. Was im Umkehrschluss
die Chancen auf Jobs und die Anzahl der Stellenagebote für Reiseleiter/innen schmälert.

Quelle: Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik der BA. Für das Jahr 2007
liegen bei den Arbeitslosen nur unvollständige Daten vor.