Tendenzen im Jobmarkt - Was gibt der deutsche Stellenmarkt her?

"Die fetten Jahre sind vorbei!" - Diesen Satz hört man immer wieder. Dieser Satz spiegelt die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland seit der Wiederveinigung. Stellenverlagerung ins Ausland; Abstellgleis für ältere Arbeitnehmer; Abbau der Arbeitnehmerrechte und eine Generation Praktikum, die fast kostenlos arbeiten muss. Diese Sachverhalte und einige mehr erleben wir auf dem deutschen Stellenmarkt schon seit Jahren. Aktuell scheint sich aber einiges auf dem Arbeitsmarkt zu bewegen, glaubt man den Statistiken des Bundesamtes für den Jobsmarkt. "Trau keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast", ist ein vielzitierter Satz, indem auch viel Wahrheit steckt.

Die Fakten zum Arbeitsmarkt
Fakt ist laut Statistik, dass die Arbeitslosigkeit im Frühjahr 2005 in Deutschland ihren Höhepunkt erreicht hat und seitdem kontinuierlich sinkt. Fakt ist aber auch, dass die Statistiken permanent geändert werden. So ist das Ergebnis der Statistik vom Winter 2004/2005, wo innerhalb von nur 4 Monaten 500.000 Arbeitslose am Jobmarkt mehr gezählt wurden, nicht das Ergebnis von Massenentlassungen, sondern von der Einführung von Hartz 4.

Eigentlich ein Grund zum Freuen, wenn wir steigende Zahlen offener Stellenangebote haben und fallende Arbeitslosenquoten. Nur, was wirklich auf dem Jobmarkt passiert, scheint kaum jemand zu thematisieren.

Offene Stellen
Quelle: Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik der BA

Die steigende Zahl an Arbeitnehmern ist zu einem großen Teil der guten Arbeit der örtlichen SGB II-Behörden zu verdanken, aber hier sollte man auch nicht vergessen, dass es sich auch um geförderte Stellen handelt. Diese werden auf dem Jobmarkt subventioniert und können auch schnell wieder wegfallen.

Der deutsche Arbeitsmarkt hat 2 Probleme
Das Hauptproblem im deutschen Stellenmarkt ist der wachsende Anteil des zweiten und dritten Arbeitsmarktes und der sinkende Anteil im ersten Arbeitsmarkt. Denn nur der Erste hat überhaupt einen langfristigen Nutzen und positive volkswirtschaftliche Auswirkungen.

Das zweite riesige Problem ist die hohe Jugendarbeitslosigkeit und fehlende Ausbildungsplätze. Wenn heute keine Facharbeiter ausgebildet werden, sind morgen auch keine da. Dieses Problem erleben wir bereits aktuell. Die deutsche Wirtschaft klagt aktuell über fehlende Fachkräfte, übersieht dabei aber, dass dies bereits die erste Auswirkung ihrer Ausbildungsverweigerung ist.

Eine Trendwende am Stellenmarkt kann es nur geben, wenn auch wieder deutsche Unternehmen bereit sind hier zu investieren. Die Prognosen für das Jahr 2007 sind zwar gut, aber es sind auch nur Prognosen, ob sie auch eintreten kann nicht gesagt werden. Der Aufschwung in 2006 ging jedenfalls an den Arbeitnehmern vorbei, obwohl die Arbeitslosenquote scheinbar Hoffnung macht.

Arbeitslosenquote 2006-2007
Quelle: Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik der BA

Von diesen Zahlen darf man sich aber nicht täuschen lassen. Mittlerweile haben sich neben dem zweiten (Praktikanten) und dritten (behinderte Menschen) Arbeitsmarkt, noch weitere Arbeitsmärkte gebildet. Die örtlichen SGB II/III-Institutionen versuchen mit allen Mitteln (Maßnahmen, Kombiprogrammen, Praktika, etc.) die Statistiken zu drücken. Diese Personen fallen anschließend aus der Quote raus. Der einzige Sektor der wirklich boomt ist die Zeitarbeit, eine mehr als fragwürdige Entwicklung.

Erwerbstätige in Deutschland
Quelle: Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik der BA

Weiterführende Informationen:

Was macht eine Personalberatung und was sind Headhunter?

Zeitarbeit in Deutschland - Das Jobwunder?

Informationen zum Teilzeitmodell "Job-Sharing" - ein Zukunftsmodell?

Ein Stellengesuch aufgeben - Was ist zu beachten?

Aus 1 mach 2 - Arbeitsagentur und ARGE

Stellenanzeigen richtig lesen - Der Teufel steckt im Detail


offene Stellen auf dem Stellenmarkt

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