| Ausbildung und Beruf als Verwaltungsfachangestellte/r: | ||
|---|---|---|
| Berufe von A - M | Berufe von N - Z | |
| Tipps zur Bewerbung | ||
Berufsbild Verwaltungsfachangestellte/Verwaltungsfachangestellter:
Verwaltungsfachangestellte/r als Beruf wurde erstmal im Jahr 1979 durch
eine Verordnung anerkannt. Vorher war die Ausbildung in den Verwaltungen
von Bund, Land, Kommunen, Gemeinden, Kirchen, Handwerksorganisationen und
Industrie- und Handelskammern sehr spezifisch auf den Einsatzbereich
ausgerichtet.
Heute erfolgt zwar noch immer eine unterschiedliche Ausbildung im jeweiligen
Bereich, aber mit einer Neuordnung in die Bereiche Bundesverwaltung,
Landesverwaltung, Kommunalverwaltung, Handwerksorganisationen und IHKs ist
auch eine gemeinsame Grundausbildung möglich, weshalb die fachbereichsspezifische
Ausbildung erst im dritten Ausbildungsjahr beginnt.
Verwaltungsfachangestellte sind im Büro tätig und erledigen Verwaltungsaufgaben.
In der Fachrichtung Kommunalverwaltung arbeiten sie bei Gemeinde- und Kreisverwaltungen,
Bauamt, Ordnungsamt, Kulturamt, Gesundheitsamt oder Stadtverwaltung. Im Bereich der
Bundesverwaltung sind Verwaltungsfachangestellte bei Finanzämtern oder der
Bundesagentur für Arbeit beschäftigt. Für die Landesverwaltung
arbeiten sie in der Oberfinanzdirektion, dem Landwirtschaftsamt, der Ausländerbehörde
oder in Beschaffungsstellen.
Die deutschen Kirchen, egal ob katholisch oder evangelisch haben
einen großen Verwaltungsaufwand, weshalb die Kirchenverwaltung den vierten Bereich
für Verwaltungsfachangestellte bildet. Schließlich noch die Handwerksorganisationen
und die örtliche IHK als letzte Fachrichtung mit ähnlichem Aufgabenfeld.
Verwaltungsfachangestellte sind aber nicht nur für die Verwaltung bzw.
die Organisation in den Einrichtungen zuständig, sie sind Fachkräfte
für Fragen zu geltendem Recht, sind mit Personalfragen beauftragt, erledigen
alles rund um Haushalt- und Rechnungswesen und stehen im Publikumsverkehr auch dem
Bürger direkt als Dienstleister zur Verfügung.
Gehalt/Verdienst als Verwaltungsfachangestellte/r
Das Gehalt für Verwaltungsfachangestellte ist bei den Bediensteten
im öffentlichen Dienst in die Tarifverträge von Bund, Land und Kommune
gegliedert. Einkommen in der privaten Wirtschaft richten sich in der Regel
an bestehenden Tarifverträgen aus, können aber auch sehr variieren.
Der Verdienst für Verwaltungsfachangestellte richtet sich zudem
nach der Qualifikation, dem Lebensalter oder dem Verantwortungsbereich der
Angestellten.
Der monatliche Lohn für die Verwaltungsfachkraft kann zum Beispiel
in einem Bereich von 2000 bis 2400 Euro brutto liegen.
Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte/r
Die Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte/Verwaltungsfachangestellter ist
anerkannt nach dem Berufsbildungsgesetz und hat eine Dauer von 3 Jahren. Die
Berufsausbildung in den ersten 2 Ausbildungsjahren ist für alle Lehrlinge
gleich, die fachspezifische Ausbildung innerhalb der 5 Fachrichtungen erfolgt
erst im dritten Ausbildungsjahr.
Rechtlich ist für die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten keine
Schulbildung vorgeschrieben, aber in der überwiegenden Mehrheit werden
Bewerber mit einem mittleren Bildungsabschluss eingestellt.
Bei der Ausbildung handelt es sich um eine duale Berufsausbildung im Ausbildungsbetrieb
und in der Berufsschule. In der Regel findet der Berufsschulunterricht für
Verwaltungsfachangestellte im Blockunterricht von einigen Wochen statt. Die
erfahrenen Mitarbeiter im Ausbildungsbetrieb sorgen für eine effektive
Ausbildung in der Praxis, wobei ein Ausbilder zur Seite steht.
Die Ausbildungsvergütung ist in den Fachbereichen Bundes-, Landes-, Gemeinde-, Kirchenverwaltung
und Handwerksorganisationen gleich:
1. Ausbildungsjahr: 617 Euro (Neue Bundesländer: 592 Euro)
2. Ausbildungsjahr: 666 Euro (Neue Bundesländer: 638 Euro)
3. Ausbildungsjahr: 711 Euro (Neue Bundesländer: 682 Euro)
Der Abschluss der Ausbildung erfolgt nach erfolgreicher Zwischenprüfung im
zweiten Ausbildungsjahr und der erfolgreichen schriftlichen und praktischen
Abschlussprüfung zum Ende der Berufsausbildung.
Eigenschaften und Voraussetzungen für Verwaltungsfachkräfte
Wer sich für die Ausbildung in der Verwaltung entscheidet, der sollte einen
guten Sinn für ordentliche und sorgfältige Arbeit haben. Penibel
müssen Vorschriften beachtet und Entscheidungen getroffen werden.
Die Tätigkeit wird in einem Büro ausgeübt und in der Regel handelt es sich
um einen Bildschirmarbeitsplatz. Digital und schriftlich werden Daten und Dokumente
gesammelt und verwaltet.
Verwaltungsfachangestellter ist nicht gerade ein spannender Beruf, aber wer Interesse
an Büroarbeiten oder Verwaltungsfragen hat, der ist hier genau richtig.
Bewerbung auf Stellenangebote als Verwaltungsfachangestellte/r
Die Bewerbung wird zumeist in schriftlicher Form mit Bewerbungsschreiben, Lebenslauf
und Zeugniskopien an die zuständige Behörde oder Organisation geschickt.
Mittlerweile bieten viele Arbeitgeber zusätzlich oder ausschließlich eine
Online-Bewerbung über das Internet an.
Inhaltlich sollten die Beweggründe für die Bewerbung klar und schlüssig
für den Arbeitgeber nachvollziehbar sein. Im Anschreiben wird Bezug zu Motivation und
Qualifikation genommen und der lebenslauf in tabellarischer Form dargelegt.
Sich selbst die Frage zu stellen, "Warum sollte der Arbeitgeber gerade mich einstellen?",
kann bei der richtigen Argumentation helfen.
Trends und zukünftige Entwicklungen in der Verwaltung
Dir Digitalisierung hat auch in der Verwaltung ihren Einzug gehalten.
Vernetzte Systeme, wie zum Beispiel die Datenbank der Bundesagentur für
Arbeit, stellen hohe Anforderungen an Benutzer und Software.
Vieles ist in den letzten Jahren einfacher geworden, aber die Digitalisierung
sorgt auch für den Wegfall von Arbeitsplätzen im Bereich der
Verwaltung. Der Arbeitsplatz für Verwaltungsfachangestellte ist trotzdem
relativ gut gesichert, Stellenangebote für Verwaltungsfachkräfte
sind nicht selten. Dies ist aber für die einzelnen Fachbereiche unterschiedlich,
durch sinkende Zahlen an Kirchenmitgliedern, sinkt natürlich auch der
Verwaltungsaufwand.

Quelle: Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik der BA.
Für das Jahr 2007 liegen bei den Arbeitslosen nur unvollständige Daten vor.