Konsequenzen aus Mord im Jobcenter Neuss ziehen

Die Angestellten der Jobcenter (ehemals ARGE) sind der direkte Draht zu den Arbeitssuchenden im ALG 2. Sprich, wenn die Bundesagentur für Arbeit nicht mehr weiter weiß, nimmt sie nicht die Füße vom Tisch, sondern vermittelt die Problemfälle einfach an die Jobcenter weiter, welche sich dann um die ehemaligen Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfeempfänger kümmern müssen.

Was viele allerdings nicht wissen, die Angestellten in den Jobcentern sind größtenteils keine Beamten, wie ihre Kollegen in der Bundesagentur, sondern einfache Angestellte, die meistens nur befristete Arbeitsverträge haben. Sprich, hier wird die Drecksarbeit der Bundesagentur erledigt, wofür sich die Beamten zu fein sind. (Ausnahmen bestätigen die Regel)

Der Mord in Neuss an einer Angestellten innerhalb des Jobcenters durch einen Klienten ist nicht der erste Fall dieser Art, es gab schon zig solcher Fälle und es passieren täglich hunderte solcher Angriffe, jedoch ohne tödlichen Ausgang. Die Angestellten der Jobcenter fühlen sich allein gelassen, wie ich im persönlichen Gespräch erfahren habe. Es gibt kaum Sicherheitsvorkehrungen, weder Sicherheitspersonal, noch andere Schutzmaßnahmen. Die Angestellten in den Jobcentern fühlen sich als Arbeitnehmer zweiter Klasse und werden von ihrem Arbeitgeber, der Bundesagentur für Arbeit auch oftmals so behandelt. Teilweise sind sie sogar Arbeitnehmer dritter Klasse, denn oben stehen die Beamten, dann kommen die Angestellten mit den alten BAT-Verträgen und schließlich die TVöD-Verträge. Ganz unten stehen dann die Angestellten mit TVöD-Verträgen und befristeten Arbeitsverhältnissen.

Alle sollen allerdings die gleiche Arbeit leisten, auch wenn zwischen ihren Arbeitsvertägen oft mehrere tausend Euro an Gehaltsunterschied liegen. Wie ich finde ein Skandal, der verdeutlicht, dass sich in Deutschland ein Arbeitsmarkt etabliert hat in welchem Arbeitnehmer gegeneinander ausgespielt werden. Alles unter der Rückendeckung des deutschen Arbeitsrechts, welches deutlich zum Wohle der Arbeitgeber ausgelegt wird.

Der Mord in Neuss an der Jobcenter-Mitarbeiterin spiegelt die Tragädie dieses perfide gewordenen Systems wieder. Und das schreckliche daran ist, dass es bestimmt nicht der letzte Mord dieser Art gewesen sein wird. Und es wird nicht besser, wenn die Jobcenter nun ca. an die 10.000 Mitarbeiter abbauen sollen.

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