Mafia-Verhaftungen in New York und warum es dies bei uns nicht geben kann

Die Verhaftungen von anscheinend führenden Mafia-Familien in New York sorgt weltweit für Aufsehen. Warum eigentlich? Weil es bis jetzt niemand wirklich gewagt hat die Mafia zu attackieren. Barack Obama scheint der erste Präsident zu sein, der seinem FBI hier freie Hand lässt. In Deutschland wird es solche Verhaftungen leider nicht geben.

Im Prinzip ist die New Yorker-Mafia nun kopflos und weiß gar nicht wie ihr geschieht, offensichtlich haben sie den neuen Präsidenten unterschätzt. Dieser hat ihr ja auch nie öffentlich den Krieg erklärt – es ist ein Blitzkrieg a la Obama.

Wer allerdings Hoffnungen hat, dass auch in Deutschland aufgeräumt wird, der wird enttäuscht sein. In Deutschland hat der Staat seit Helmut Kohl einen Status Quo mit der Mafia. Leider ist die blauäugige Politik auf diesen Mafia-Deal eingegangen und sieht nicht, wie ihr schon seit Jahren in Wildwest-Manier die Zügel aus der Hand genommen wurden.

Noch immer herrscht in der Politik die Auffassung, dass es besser ist eine kontrollierte Mafia zu haben, als angeblich immer wieder neue Mafia-Clans. Die Mafia schafft Jobs, so die Philosophie, denn wenn in Deutschland etwas übergeordnet steht, dann ist es Jobs zu schaffen – eine extrem blauäugige Philosophie. Diese Milchmädchen-Rechnung ist auch bis heute noch nicht aufgegangen, trotzdem hält die Regierung daran fest. Jeder Politiker weiß es, jeder toleriert es.

Wenn es in Deutschland zu verschiedenen größeren Verhaftungen kommt, dann sind dies meist kleinere relativ neue Clans, die nicht selten sogar im Auftrag der großen Mafia-Organisationen aus dem Weg geräumt werden sollen. Denn schließlich muss ja irgendwann mal ein polizeilicher Erfolg in diesem Bereich erfolgen, ansonsten wird die allgemeine Öffentlichkeit misstrauisch. Vor allem die Mafia-Organisationen aus den Balkanländern wie Kroatien, Serbien, aber auch Russland, der Türkei (inkl. Kurden), sind hier neben den Italienern aktiv.

Seit einiger Zeit fährt die Bundesregierung hier jedoch eine neue Politik, die nicht zum Ziel hat, die Mafia- Strukturen zu bekämpfen, sondern allein dazu dient, wieder die Kontrolle zu gewinnen. Aus diesem Grund werden Motorrad-Clubs wie die Hells Angels oder Bandidos nicht verboten. Sie können unter der Kontrolle des Staates die Milieus zurückerobern, natürlich nur, wenn sie nicht zu sehr in die Öffentlichkeit gelangen, was allerdings in den letzten Jahren nicht sehr gut gelungen ist. Verbote der Hells Angels, wie in einigen Bundesländern waren Warnschüsse des Staates.

Die italienische Mafia in Deutschland geht längst neue Wege, sie sieht Deutschland nicht als Raum für ihren Drogenhandel, sondern für die Geldwäsche. Deutschland ist Geldwäsche-Paradies und zählt zu den Bananenrepubliken. Ganze Konzerne gehören anteilig bereits der Mafia, besonders in der Müllentsorgung haben sie ein Standbein. Jeder weiß es, die Politik toleriert es.

Hierzulande möchten Politiker nicht auf das schmutzige Geld verzichten, es gilt die Maxime: Wenn ich das Geld nicht nehme, gehen sie einfach woanders hin. Eine Führungsphilosophie, die unter anderem auch zu Bestechungsskandalen wie bei Siemens, MAN und Anderen führte.

Solange in Deutschland der Status Quo zwischen Staat und Mafia existiert, wird dieses land nicht mehr auf die Beine kommen.

Quelle: spiegel.de

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