Informationselektroniker/in – Berufsbild mit Infos zu Ausbildung, Gehalt, Bewerbung und Zukunft

Du liebst es, an elektronischen Geräten herumzuschrauben? Wenn zu Hause oder im Freundeskreis die Technik versagt, wirst du immer als Erstes angerufen? Dann ist dieses Berufsbild möglicherweise ideal für dich.

Informationselektroniker sind Fachleute für eine Vielzahl von elektronischen Geräten. Dazu gehören Unterhaltungselektronik (z. B. TV-Geräte und Satellitenanlagen), Telefon- und andere Kommunikationsanlagen sowie Bürotechnik vom PC über den Drucker bis zur Telefonanlage mit allen Nebenstellen.

All diese Geräte werden von dir überprüft, repariert und gewartet, wenn du dich für die Ausbildung zum Informationselektroniker entscheidest. Das Fachwissen ist sowohl für Privatpersonen als auch für Gewerbe und öffentliche Einrichtungen wichtig, da die Geräte heute so komplex aufgebaut sind, dass Laien sie kaum eigenständig reparieren oder Störungen selbst beheben können.

Oft sind Geräte zu komplexen Systemen verbunden, die erweiterte Funktionalitäten ermöglichen – etwa das Rechnernetz eines Betriebs oder eine hochwertige Konferenztechnik. Aufgabe des Informationselektronikers ist es, die einzelnen Geräte so zu konfigurieren, dass der gewünschte Ablauf reibungslos für den Benutzer funktioniert.

Neben Hardware bist du auch für die passende Software zuständig, die für die Funktionalität der Geräte installiert werden muss. Auch Smart-Home- und Smart-Car-Lösungen gehören heute fest zum Leistungsspektrum des Berufsbildes.

Gehalt als Informationselektroniker/in

Das Gehalt als Informationselektroniker hängt von mehreren Faktoren ab: Bundesland, Betriebsgröße, Berufserfahrung und Spezialisierung spielen eine wichtige Rolle.

Ausbildungsvergütung: Seit der Einführung des Mindestausbildungsentgelts nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) gelten gestaffelte Mindestvergütungen. Im Jahr 2025 liegt das gesetzliche Mindestausbildungsentgelt im 1. Ausbildungsjahr bei 682 Euro brutto monatlich (Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung, BIBB 2024). Viele Betriebe und Tarifverträge zahlen deutlich mehr – in tarifgebundenen Handwerksbetrieben sind 700 bis über 900 Euro pro Monat im ersten Lehrjahr üblich, steigend mit jedem Ausbildungsjahr.

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung: Als ausgelernte Fachkraft kannst du je nach Region mit einem Bruttogehalt zwischen 1.800 und 2.400 Euro monatlich rechnen. In den ostdeutschen Bundesländern (z. B. Sachsen, Sachsen-Anhalt) liegen die Einstiegsgehälter tendenziell im unteren Bereich dieses Spektrums, während in Hessen, Baden-Württemberg oder Bayern deutlich höhere Einstiegsgehälter möglich sind (Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, 2024).

Erfahrene Fachkräfte können mit zunehmender Berufspraxis und Weiterqualifizierung Gehälter von 3.000 bis über 4.500 Euro brutto pro Monat erreichen – abhängig von Arbeitgeber, Region und Verantwortungsbereich. Führungspositionen oder spezialisierte Tätigkeiten, etwa im Bereich Netzwerktechnik oder Gebäudeautomation, liegen am oberen Ende der Skala (Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, 2024; BIBB Datenreport 2023).

Ausbildung als Informationselektroniker/in

Die Ausbildung zum Informationselektroniker ist ein staatlich anerkannter Handwerksberuf und dauert regulär 3,5 Jahre. Sie wird im dualen System absolviert – das heißt, du lernst sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule. Bei besonders guten Leistungen ist eine Verkürzung der Ausbildungszeit möglich.

Du kannst dich zwischen zwei Fachrichtungen entscheiden:

  • Bürosystemtechnik: Schwerpunkt auf Bürokommunikation, Netzwerke, Drucker- und Kopiersysteme sowie IT-Infrastruktur in Unternehmen.
  • Geräte- und Systemtechnik: Schwerpunkt auf Unterhaltungselektronik, Satellitenanlagen, Smart-Home-Systeme und Multimedia.

In der Berufsschule lernst du die theoretischen Grundlagen zu Aufbau und Funktionsweise elektronischer Geräte kennen. Daneben kommt auch der Praxisanteil nicht zu kurz – zum Beispiel das Löten von Platinen oder das Konfigurieren von Netzwerken unter Anleitung.

Im Betrieb vertiefst du die Praxis Schritt für Schritt in den einzelnen Einsatzbereichen. Die Ausbildung schließt mit der Gesellenprüfung vor der zuständigen Handwerkskammer ab. Wer nach der Ausbildung weiter aufsteigen möchte, kann sich zum Meister im Informationstechniker-Handwerk oder zum staatlich geprüften Techniker weiterqualifizieren.

Wenn die Technik mal wieder versagt, sei es bei Software, Fernseher, Stereoanlagen oder anderen elektronischen Produkten, dann kommt der Fachmann für Informationselektronik ins Spiel.

Voraussetzungen und Eigenschaften für den Beruf

Für die Ausbildung zum Informationselektroniker gibt es keine gesetzlich vorgeschriebenen Schulabschlüsse. In der Praxis bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe jedoch Bewerber mit Mittlerem Schulabschluss (Realschulabschluss) oder einem gleichwertigen Abschluss. Gute Noten in Mathematik und Physik sind dabei von Vorteil.

Folgende Fähigkeiten und Eigenschaften sind besonders wichtig:

  • Technisches Verständnis und Interesse an Elektronik und IT
  • Handwerkliches und feinmotorisches Geschick für Reparatur- und Montagearbeiten
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und gutes Farbsehvermögen
  • Kommunikationsfähigkeit im Kundenkontakt – technische Sachverhalte verständlich erklären können
  • Lernbereitschaft und Offenheit gegenüber technischen Neuerungen

Da du als Informationselektroniker regelmäßig mit Kunden zu tun hast, sind Freundlichkeit und ein professionelles Auftreten unverzichtbar – auch wenn Kunden einmal ungeduldig oder unzufrieden reagieren.

Bewerbung als Informationselektroniker/in

Für eine erfolgreiche Bewerbung benötigst du deine aktuellen Schulzeugnisse, einen Lebenslauf mit Lichtbild sowie ein überzeugendes Motivationsschreiben. Im Anschreiben erklärst du, warum du den Beruf erlernen möchtest und weshalb du dich gerade bei diesem Betrieb bewirbst.

Eine gute Vorbereitung auf das Unternehmen ist essenziell – spätestens im Vorstellungsgespräch wird das Wissen über den Betrieb erwartet. Zeige außerdem deine technischen Interessen und praktischen Erfahrungen: Reparierst du zu Hause elektronische Geräte? Hast du ein technisches Wahlfach oder eine AG in der Schule besucht? Solche Informationen überzeugen Ausbildungsbetriebe von deiner Eignung.

Wichtig: Prüfe die Stellenausschreibung sorgfältig, welche Unterlagen gewünscht werden und ob die Bewerbung per Post oder online einzureichen ist.

Zukunft in der Informationselektronik

Der technische Sektor ist kontinuierlich von Neuerungen geprägt. Als Informationselektroniker musst du dich regelmäßig in neue Technologien einarbeiten – lebenslanges Lernen ist in diesem Beruf keine Kür, sondern Pflicht.

Aktuelle Wachstumsbereiche sind insbesondere:

  • Smart Home und Gebäudeautomation: Intelligente Steuerung von Heizung, Beleuchtung, Sicherheitssystemen und Haushaltsgeräten.
  • Elektromobilität und Connected Car: Diagnosesysteme, Ladeinfrastruktur und digitale Fahrzeugvernetzung.
  • 5G und Breitbandausbau: Aufbau und Wartung moderner Kommunikationsnetze.
  • Multimedia und Streaming-Technologien: Vernetzung von Heimkino, Audio und mobilen Endgeräten.

Die Berufsaussichten sind grundsätzlich stabil, allerdings zeigt die Zahl der Ausbildungsverträge seit Jahren einen Rückgang – was auch auf den allgemeinen Fachkräftemangel im Handwerk hinweist und gut ausgebildete Fachkräfte zunehmend nachgefragter macht.

Beschäftigungsentwicklung: Informationselektroniker in Deutschland (2010–2025)

Jahr Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (ca.) Neue Ausbildungsverträge (ca.) Tendenz
2010 72.000 5.200 ▲ stabil
2012 74.000 5.000 ▲ leicht steigend
2014 75.500 4.800 ▼ Ausbildung rückläufig
2016 76.000 4.500 ▼ Ausbildung rückläufig
2018 77.000 4.200 ▼ Fachkräftemangel
2020 74.000 3.800 ▼ COVID-Effekt
2022 75.000 3.600 ► Erholung
2024 76.500 3.500 ► Smart-Home-Nachfrage
2025* ~77.000 ~3.400 ► Prognose stabil

* Schätzwert / Prognose. Quellen: Bundesagentur für Arbeit – Statistik (2024); BIBB Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2023/2024; Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Abweichungen durch Berufsgruppen-Abgrenzungen möglich.

FAQ: Häufige Fragen zur Ausbildung als Informationselektroniker

Welchen Schulabschluss brauche ich für die Ausbildung zum Informationselektroniker?

Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Ausbildungsbetriebe bevorzugen jedoch Bewerber mit Mittlerem Schulabschluss (Realschulabschluss) und guten Noten in Mathematik und Physik. In Einzelfällen ist auch ein Hauptschulabschluss mit entsprechenden Leistungen möglich.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Informationselektroniker und was verdiene ich dabei?

Die Ausbildung dauert regulär 3,5 Jahre im dualen System (Betrieb und Berufsschule). Die Ausbildungsvergütung beträgt mindestens 682 Euro brutto im ersten Lehrjahr (gesetzliches Mindestausbildungsentgelt 2025 gemäß BBiG). In tarifgebundenen Betrieben sind häufig 750 bis über 900 Euro monatlich üblich, steigend mit jedem Ausbildungsjahr. Bei guten Leistungen kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?

Nach der Ausbildung stehen verschiedene Wege offen: Die Weiterbildung zum Meister im Informationstechniker-Handwerk ermöglicht die Selbstständigkeit und die Ausbildung eigener Lehrlinge. Alternativ bietet sich die Fortbildung zum staatlich geprüften Techniker an. Mit Hochschulzugangsberechtigung ist auch ein Studium der Elektrotechnik, Informationstechnik oder eines verwandten Fachs möglich.

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