Mit Absagen richtig umgehen

Wer sie noch nicht bekommen hat kann sich glücklich schätzen, wer 40 von ihnen im Postkasten findet, gehört etwa zum Durchschnitt der Berufsanfänger. Die Rede ist von der Absage nach einem Bewerbungsschreiben oder Vorstellungsgespräch, in Folge der Bewerbung auf ein Stellenangebot für den Job oder Ausbildungsplatz durch den Arbeitgeber.

Richtig mit Absagen umgehen!

Absagen gehören von der Kindheit an zum täglichen Leben, der eine nimmt sie gelassen hin, der andere vergisst sie sein Leben lang nicht. Der Umgang mit einer negativen Antwort ist sehr unterschiedlich und hier geht es immerhin um die berufliche Zukunft.

So schwer es Ihnen auch fällt, lassen Sie sich nicht entmutigen! Die Absageschreiben sind meistens von Personen verfasst, die Sie als qualifizierte Person nicht kennen. Es ist heute normal eine Absage zu bekommen. Wenn sich aktuell im Schnitt 100 Menschen auf eine Position bewerben, werden von diesen 100 Menschen vermutlich 99 eine Absage bekommen. Die Chance 1:99 offenbart, dass Sie nicht der einzige sind.
Im Prinzip kann man es als Lottospiel sehen 1 aus 4.824.762 Arbeitsuchenden. Der Fehler liegt also nicht bei Ihnen, sondern am System. Bei der Bewerberauswahl entscheidet oft nur reine Willkür in den Personalabteilungen, zum Beispiel kann das Bewerbungsfoto nicht gefallen oder jemand findet Anglizismen im Bewerbungsschreiben doof.

Schuld der Personalabteilungen

Der Personalentscheider der Ihr Absageschreiben verfasst ist vielleicht Schuld daran, dass er Sie nicht den 99 anderen Bewerbern vorgezogen hat, aber schließlich hat er auch nur seinen Job zu machen. Wie gesagt, der Fehler steckt im wirtschaftlichen System und der Investitionsverweigerung der Unternehmen in Deutschland. Wenn Sie jemanden verantwortlich machen können, dann jene Unternehmen, die kaum oder gar keine Arbeitsplätze schaffen, sondern sogar abbauen.

Die „Kunst“ eine Absage zu formulieren

Die Formulierung im Absageschreiben sollte auf den jeweiligen Bewerber abgestimmt sein, ist sie aber faktisch nicht. Viele Personaler nehmen Standardformulierungen, die fast nie der Wahrheit entsprechen. Aber wie sollte auch ein Angestellter 99 individuelle Absagen schreiben?

In der Regel wird nur eine Formulierung für alle Absagen eines Bewerbungsverfahrens verwendet, nur die Daten werden ausgetauscht. Das heißt zum Beispiel, das Absageschreiben nach dem Vorstellungsgespräch ist nicht anders, als beim Aussortieren der schriftlichen Bewerbungen.

Der Trend zur Vielfalt im Absageschreiben

Viele Unternehmen haben aber auch erkannt, dass ungefähr 200.000 Absageschreiben im Jahr aus der Sicht des Marketings ein enormes Potenzial an Kundenkontakten sind. Als erstes sind die Autokonzerne mit gutem Beispiel voran gegangen und bemühen sich nun, die Antworten möglichst so zu formulieren, dass der Bewerber trotzdem in Zukunft das Auto dieser Marke kauft, obwohl seine schriftliche Bewerbung abgelehnt wurde.

Beispiel zur Formulierung

Eine gute Vorlage für das Schreiben nach dem Vorstellungsgespräch, die immer gerne genommen wird:
„Trotz Ihrer guten Qualifikation haben wir uns leider für einen anderen Bewerber entschieden, der aufgrund seiner Berufserfahrung in diesem Bereich besser geeignet ist.“

Als Muster für die Standardfloskel beim ersten Durchsieben der schriftlichen Bewerbungen findet diese Formulierung sehr oft Anwendung:
„Wir bedanken uns für Ihr Interesse an unserem Unternehmen. Leider können wir Ihre Bewerbung im weiteren Verlauf des Bewerbungsverfahrens nicht berücksichtigen.“

Weiterführende Informationen zur Bewerbung:

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