Immobilienmakler/Immobilienmaklerin – Ausbildung, Berufsbild, Gehalt und Voraussetzungen

Du hast ein ausgeprägtes kaufmännisches Talent? Für Immobilien und Liegenschaften kannst du dich begeistern? Dann könnte dieser Beruf genau nach deinem Geschmack sein.

Immobilien werden seit Jahrhunderten gehandelt – und das wird in Zukunft wohl so bleiben. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten steigt die Nachfrage nach Sachwertanlagen wie Immobilien sogar häufig an, da viele Anleger ihr Kapital sichern möchten.

Immobilienmakler werden in der Regel von ihren Kunden beauftragt. Dies kann ein Investor sein, der einen Verkauf oder eine Vermietung wünscht, aber ebenso ein Käufer oder Mieter, der das passende Objekt zur Eigennutzung sucht. Die Aufgabe des Immobilienmaklers ist es, seinen Kunden zufriedenzustellen und für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen.

Doch warum ist es überhaupt wünschenswert, einen Immobilienmakler zu beauftragen? Er kennt sich in seiner Branche aus, weiß aktuelle Immobilienwerte am Markt einzuordnen und investiert Zeit – von der Anzeige bis zum Vertragsabschluss. Auftraggeber sparen sich damit Zeit, Arbeit und potenzielle Fehler bei der Abwicklung.

Gehalt als Immobilienmakler/in

Im Prinzip gibt es kein festgeschriebenes Gehalt für Immobilienmakler. Die Vergütung richtet sich nach der jeweiligen individuellen Vereinbarung und kann ganz unterschiedlich gestaffelt sein. Üblich sind seit Jahren 3 bis 5 Prozent des erzielten Verkaufswertes als Maklerprovision, bei einer Vermietung üblicherweise maximal 2 Nettokaltmieten. Dabei gibt es regionale Unterschiede – in Ballungsräumen wie München oder Hamburg liegen die Provisionen tendenziell höher als in ländlichen Regionen.

Seit der gesetzlichen Neuregelung im Dezember 2020 (§ 656a–656d BGB) ist beim Kauf von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen geregelt: Bestellt der Verkäufer den Makler, muss er mindestens die Hälfte der Provision übernehmen. Immer mehr setzen sich beim Verkauf auch Festpreise durch, die unabhängig vom erzielten Verkaufswert vereinbart werden.

Je nach Objekt kann das für einen Makler ein sehr lohnendes Geschäft sein. Gute Objekte verkaufen sich oft schnell – manchmal reicht ein Internetinserat und eine Objektbesichtigung aus, bis ein Kauf vereinbart ist. Nicht selten bekommt der Immobilienmakler dafür eine Courtage von rund 10.000 bis 20.000 Euro brutto, wenn man einen Verkaufswert ab 300.000 Euro und eine Provision von 3 bis 4 Prozent zugrunde legt.

Als angestellte/r Immobilienkaufmann/-frau in einem Maklerbüro ist man von der Courtage unabhängig. Hier gelten die Regeln des Angestelltenverhältnisses – in der Regel ein Grundgehalt mit einer Provisionsbasis für erfolgreiche Abschlüsse. Laut aktuellen Marktdaten liegt das durchschnittliche Bruttogehalt angestellter Immobilienmakler/innen bei rund 3.623 Euro monatlich (ca. 43.476 Euro jährlich). Der Median laut gehalt.de beträgt 3.722 Euro brutto monatlich. Das untere Quartil liegt bei 3.316 Euro, das obere bei 4.177 Euro. Mit steigender Berufserfahrung sind 4.300 Euro und mehr erreichbar. (Quellen: join-iad.de Gehaltsreport 2025; gehalt.de, meingehalt.net, Stand 2025)

Ausbildung als Immobilienmakler/in

Wer Immobilien verkaufen möchte, benötigt dafür keine gesetzlich vorgeschriebene Berufsausbildung als Zugangsvoraussetzung. Im Prinzip kann jeder Makler werden – lediglich eine behördliche Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung (GewO) ist zwingend notwendig, die geordnete Vermögensverhältnisse und persönliche Zuverlässigkeit voraussetzt. Seit August 2018 besteht zudem eine Weiterbildungspflicht von 20 Stunden innerhalb von drei Jahren gemäß der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV).

Üblicherweise haben Immobilienmakler jedoch eine kaufmännische Ausbildung oder ein betriebswirtschaftliches Studium. Weiterbildungen in der Immobilienwirtschaft werden von privaten Bildungsträgern, der IHK oder dem Institut der deutschen Wirtschaft angeboten und können als geordneter Einstieg in den Beruf dienen.

Eine anerkannte Alternative stellt die dreijährige Berufsausbildung als Immobilienkaufmann/-frau dar. Diese duale Ausbildung vermittelt fundierte Kenntnisse in Miet- und Vertragsrecht, Baufinanzierung, Objektbewertung und Kundenberatung. Die Ausbildungsvergütung im Tarifvertrag der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (ver.di/IG BAU) beträgt ab 1. Februar 2025:

1. Ausbildungsjahr: 1.170 EUR
2. Ausbildungsjahr: 1.280 EUR
3. Ausbildungsjahr: 1.390 EUR

(Quelle: ausbildung.de; join-iad.de auf Basis Tarifvertrag Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Stand 01/2025)

Wer nach der Ausbildung in der Immobilienwirtschaft bleiben und aufsteigen möchte, kann sich durch Weiterbildungen zum Immobilienfachwirt (IHK) oder Geprüften Immobilienmakler (DIA) qualifizieren und damit Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten deutlich verbessern.

Eigenschaften und Voraussetzungen für Immobilienvermittler

Viele potenzielle Immobilienmakler werden durch die Aussicht auf guten Verdienst angelockt. Doch häufig fehlt das fachliche Interesse für die Thematik. Als Makler ist es wichtig, sich für Objekte zu begeistern und sich mit ihnen zu identifizieren. Wer nur den schnellen Abschluss im Sinn hat, ohne echtes Engagement zu zeigen, wird langfristig nicht erfolgreich in diesem Beruf sein.

Ein ausgeprägtes Verkaufstalent ist sehr vorteilhaft. Als Immobilienkaufmann/-frau muss man sowohl die Wünsche des Käufers verstehen als auch den Auftraggeber – also den Eigentümer oder Investor – professionell vertreten und beraten. Für die richtige Bewertung und Platzierung eines Objektes am Markt sind umfassende bautechnische Kenntnisse notwendig, ebenso wie gute Kenntnisse des regionalen Marktes und der aktuellen Preisentwicklung.

Das Thema Baufinanzierung gehört ebenfalls in den Wissensschatz guter Makler, damit Kunden auch zu Finanzierungsmöglichkeiten kompetent beraten werden können. Wer sich zudem mit digitalen Vermarktungstools, 3D-Touren und KI-gestützten Bewertungssystemen auskennt, ist im modernen Maklerumfeld klar im Vorteil.

Zusammenfassend sind folgende Eigenschaften besonders wichtig: Kommunikationsstärke und Verhandlungsgeschick, Interesse an Architektur, Immobilien und Stadtentwicklung, Selbstständigkeit und unternehmerisches Denken, Grundkenntnisse in Recht (Miet- und Kaufvertragsrecht) und Baufinanzierung sowie Organisationstalent und Zuverlässigkeit.

Bewerbung als Immobilienmakler/in

Die meisten Immobilienmakler sind selbstständig tätig. Im Prinzip unterscheidet sich die Bewerbung als angestellter Immobilienmakler jedoch nicht von der in einem anderen kaufmännischen Beruf.

Die Bewerbung folgt dem klassischen Aufbau: ein überzeugendes Bewerbungsschreiben, ein tabellarischer Lebenslauf sowie Schulzeugnisse und Arbeitszeugnisse. Ob die Bewerbung schriftlich per Post oder als Online-Bewerbung per E-Mail erfolgt – Sorgfalt und inhaltliche Qualität sind entscheidend.

Tipp: Ein persönliches Gespräch vor der Bewerbung oder bei deren Übergabe ist in dieser Branche besonders wertvoll. So kann das eigene Verkaufstalent direkt unter Beweis gestellt werden – und der potenzielle Arbeitgeber erhält sofort einen persönlichen Eindruck von der Persönlichkeit des Bewerbers.

Weitere Bewerbungstipps und Tricks!

Zukunft und Trends

Nach einer langen Boomphase bei niedrigen Zinsen hat die deutliche Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) ab 2022 den Immobilienmarkt erheblich verändert. Steigende Bauzinsen, gedämpfte Nachfrage und ein wachsendes Angebot an Bestandsimmobilien haben die Zahl der Transaktionen 2023 und 2024 spürbar gesenkt. Zum Ende des Jahres 2024 und Anfang 2025 zeichnete sich in vielen Regionen eine leichte Erholung ab. Langfristig bleibt der Bedarf an qualifizierten Immobilienmaklern durch Wohnraumknappheit in Ballungsräumen und demografischen Wandel stabil. (Quelle: Immobilienverband Deutschland IVD, Marktbericht 2024/2025)

Digitale Plattformen und neue Technologien verändern das Berufsbild – ersetzen jedoch nicht die persönliche Beratung bei komplexen Kauf- und Mietentscheidungen. Wer sich auf Spezialbereiche konzentriert – etwa energieeffiziente Immobilien und die Pflichten des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), gewerbliche Objekte, barrierefreies Wohnen oder die Nutzung KI-gestützter Bewertungstools – wird langfristig gut positioniert sein. Professionalisierung und Qualifikationsnachweise werden im Wettbewerb um Kundenvertrauen immer wichtiger.

Beschäftigungsentwicklung: Immobilienwirtschaft in Deutschland 2010–2025

Beschäftigte 2010
ca. 195.000
Höchststand 2022
ca. 285.000
Wachstum 2010–2022
+46 %
Prognose 2025
~275.000

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Immobilienwirtschaft (WZ 68), inkl. Maklertätigkeit und Immobilienkaufleute, gerundet

2010: 195.000, 2011: 205.000, 2012: 215.000, 2013: 225.000, 2014: 235.000, 2015: 243.000, 2016: 251.000, 2017: 259.000, 2018: 267.000, 2019: 272.000, 2020: 275.000, 2021: 280.000, 2022: 285.000, 2023: 278.000, 2024: 272.000, 2025: 275.000
Wachstumsphase
Rückgang / Konsolidierung
Prognose 2025

Quellen: Bundesagentur für Arbeit (Beschäftigungsstatistik, WZ 68 Grundstücks- und Wohnungswesen); IVD Immobilienverband Deutschland, Marktbericht 2024/2025. Selbstständige Makler sind nicht vollständig erfasst. Werte 2010–2021 auf Basis verfügbarer Jahresdaten interpoliert. 2025 = Prognose. Stand: 2025.


Häufige Fragen zum Beruf Immobilienmakler/in

Brauche ich eine Ausbildung, um Immobilienmakler/in zu werden?

Eine gesetzlich vorgeschriebene Berufsausbildung ist nicht zwingend notwendig. Pflicht ist lediglich die behördliche Erlaubnis nach § 34c GewO sowie seit August 2018 eine Weiterbildungspflicht von 20 Stunden alle drei Jahre gemäß der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV). Empfohlen wird jedoch eine kaufmännische Ausbildung – idealerweise die dreijährige Ausbildung zum Immobilienkaufmann/-frau, die fundiertes Fachwissen in Recht, Baufinanzierung und Kundenberatung vermittelt. Weiterbildungen zum Immobilienfachwirt (IHK) verbessern Karrierechancen zusätzlich.

Wie viel verdient ein Immobilienmakler in Deutschland?

Das Einkommen variiert stark je nach Beschäftigungsmodell. Selbstständige Makler verdienen auf Provisionsbasis: üblich sind 3–5 % des Verkaufswertes bzw. bis zu 2 Nettokaltmieten bei Vermietungen. Angestellte Immobilienmakler/innen verdienen laut aktuellen Marktdaten durchschnittlich rund 3.623 Euro brutto monatlich (ca. 43.476 Euro jährlich). Der Median laut gehalt.de liegt bei 3.722 Euro monatlich. Mit wachsender Erfahrung sind 4.300 Euro und mehr erreichbar. (Quellen: join-iad.de Gehaltsreport 2025, gehalt.de, Stand 2025)

Wie sind die Zukunftsaussichten für Immobilienmakler/innen?

Trotz der Marktkorrektur infolge der Zinswende 2022/2023 bleiben die langfristigen Aussichten für qualifizierte Makler stabil. Wohnraumknappheit in Ballungsräumen, demografischer Wandel und die Nachfrage nach Beratung zu energetischen Sanierungen (GEG) und barrierefreiem Wohnen sorgen strukturell für Beschäftigung. Die Digitalisierung verändert das Berufsbild – ersetzt aber nicht die persönliche Beratung bei komplexen Immobilienentscheidungen. Spezialisierung und Qualifizierungsnachweise werden dabei immer wichtiger. (Quelle: IVD Marktbericht 2024/2025)

Ähnliche Berufsbilder wie Immobilienmakler/in:

Wie hat dir der Beitrag gefallen?

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (10 Bewertung(en), durchschnittlich: 4,60 von 5)