Buchhändlerinnen und Buchhändler arbeiten in der Regel in einer Buchhandlung, wo sie Bücher und weitere Medien präsentieren und verkaufen. Die Beratung der Kundschaft steht dabei im Vordergrund. Darüber hinaus sind Buchhändler auch in öffentlichen Büchereien beschäftigt und organisieren dort den Verleih, die Verwaltung sowie die Anschaffung von Medien.
Bücher werden bereits seit der Erfindung des Buchdrucks gehandelt, doch entstand der Beruf als eigenständiges Berufsbild erst mit der Entstehung des Bildungsbürgertums. Die Nachfrage war zuvor relativ begrenzt. Seit 1954 ist das Berufsbild staatlich anerkannt. Die Tätigkeit wird entweder im Verkaufsraum beim Kunden oder an einem Bildschirmarbeitsplatz ausgeübt, an dem die Vielzahl organisatorischer Aufgaben erledigt wird. Online-Buchhändlerinnen und -Buchhändler arbeiten fast ausschließlich am PC – ihre Anzahl wächst kontinuierlich.
Gehalt als Buchhändler/in
Je nachdem, ob der Beruf in Selbstständigkeit oder im Angestelltenverhältnis ausgeübt wird, gibt es unterschiedliche Verdienststrukturen. Da über das Einkommen selbstständiger Buchhändlerinnen und Online-Buchhändler keine belastbaren Daten vorliegen, dient hier der Tarifvertrag des Buchhandels als Orientierung.
Das Gehalt als Buchhändler/in liegt bei tariflicher Bezahlung in der Regel zwischen ca. 2.100 und 2.600 EUR brutto monatlich. Die genaue Vergütung hängt von der Region, möglichen Zulagen oder Sonderzahlungen, der beruflichen Qualifikation sowie dem jeweiligen Verantwortungsbereich ab. Buchhändlerinnen und Buchhändler mit Führungsaufgaben oder in spezialisierten Bereichen können entsprechend mehr verdienen.
Ausbildung als Buchhändler/Buchhändlerin
Die duale Ausbildung als Buchhändler/in dauert drei Jahre und findet im Wechsel in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb statt. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr wählen Auszubildende einen von drei Schwerpunkten: Sortiment, Verlag oder Antiquariat.
Eine gesetzliche Zugangsbeschränkung durch einen bestimmten Schulabschluss besteht nicht – die Ausbildungsbetriebe legen ihre Auswahlkriterien selbst fest. In der Praxis verfügen jedoch rund 75 % der Ausbildungsanfänger über eine Hochschulreife.
Die Ausbildungsvergütung richtet sich häufig nach tariflichen Vorgaben, kann aber abweichen. Folgende Richtwerte gelten beispielhaft:
Eine praktische Abschlussprüfung ist nicht vorgesehen. Die Berufsausbildung endet mit dem erfolgreichen Ablegen der schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK).
Eigenschaften und Voraussetzungen
In allen Fachbereichen dieses Berufsbilds – ob Buchhandlung oder öffentliche Bücherei – stehen Kundenwünsche und Kundenkontakt im Mittelpunkt. Ein gutes Kommunikationsvermögen und echte Freude an der Beratung sind daher unverzichtbar.
Darüber hinaus ist Sorgfalt bei der Pflege von Ordnungssystemen und der Bestellung neuer Medien essenziell. Um Kundinnen und Kunden gezielt beraten zu können, ist es in vielen Fällen notwendig, die empfohlenen Medien selbst zu kennen. Angesichts der Vielfalt der Fachgebiete ist eine thematische Spezialisierung häufig sinnvoll und von Vorteil.
Bewerbung als Buchhändler/in
Eine Bewerbung für den Beruf als Buchhändler/in folgt den üblichen Standards. Die Bewerbung kann online oder per Post eingereicht werden – Arbeitgeber geben im Stellenangebot häufig ihren bevorzugten Weg an.
Bei der Gestaltung von Anschreiben und Lebenslauf gelten die allgemeinen Maßstäbe, jedoch wird von Bewerberinnen und Bewerbern im Buchhandel besondere Genauigkeit und Sorgfalt erwartet – schließlich ist die Bewerbungsmappe zugleich die erste Arbeitsprobe. Bei kleinen Buchhandlungen kann eine persönliche Übergabe der Bewerbungsmappe sinnvoll sein, um direkt einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen.
Während das Anschreiben Motivation und Qualifikation in den Vordergrund stellt, wird der Lebenslauf tabellarisch gestaltet und enthält persönliche Daten, schulischen und beruflichen Werdegang sowie Zusatzqualifikationen.
Trends und Zukunft im Beruf
Das Internet hat sich zum zentralen Absatzkanal für Bücher und Medien entwickelt. Ohne ein Online-Angebot kommt heute kaum noch ein Unternehmen der Branche aus – egal ob im B2B- oder B2C-Bereich.
Die Anzahl der Stellen für Buchhändlerinnen und Buchhändler ist trotz des tiefgreifenden Wandels im Medienvertrieb weitgehend stabil geblieben. Die Digitalisierung hat den Markt für Bücher und Medien insgesamt vergrößert – die Zahl der jährlichen Neuerscheinungen ist kaum noch zu überblicken. Buchhändlerinnen und Buchhändler fungieren dabei als unverzichtbare Lotsen im Publikationsdschungel und bieten Orientierung – und das weitgehend konjunkturunabhängig.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was verdient man als Buchhändler/in in der Ausbildung?
Die Ausbildungsvergütung als Buchhändler/in richtet sich häufig nach dem Tarifvertrag des Buchhandels. Im ersten Ausbildungsjahr sind es in der Regel zwischen 620 und 800 EUR brutto monatlich, im zweiten Jahr zwischen 670 und 870 EUR und im dritten Jahr zwischen 720 und 950 EUR. Die genaue Höhe hängt vom Ausbildungsbetrieb und der Region ab.
Welchen Schulabschluss brauche ich für eine Ausbildung als Buchhändler/in?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss für die Ausbildung als Buchhändler/in vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Ausbildungsbetriebe jedoch bevorzugt Bewerberinnen und Bewerber mit Hochschulreife ein – der Anteil liegt bei rund 75 % eines Ausbildungsjahrgangs. Auch mit einem guten Mittleren Schulabschluss sind Bewerbungen grundsätzlich möglich.
Wie sehen die Zukunftsaussichten für Buchhändler/innen aus?
Die Beschäftigungszahlen im Buchhandel sind trotz Digitalisierung und wachsendem Online-Handel stabil geblieben. Der Beruf wandelt sich: Kenntnisse im E-Commerce und digitalen Medien werden zunehmend wichtiger. Gleichzeitig bleibt die persönliche Beratungskompetenz ein entscheidender Vorteil gegenüber rein digitalen Angeboten. Buchhändlerinnen und Buchhändler sind als Orientierungshilfe im wachsenden Medienangebot weiterhin gefragt.
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