Schweißer/in – Alle Details zu Ausbildung, Beruf, Gehalt und Bewerbung

Du arbeitest gerne mit Metall? Sorgfalt zählt zu deinen Talenten? Dann ist dieser Beruf vielleicht passend für dich.

Mit der Entstehung der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ist auch der Beruf Schweißer/in entstanden. Der enorme Bedarf und die Verwendung von Eisen und Stahl schaffte dieses Berufsbild.

Die Stellenangebote sind fast ausschließlich von Männern besetzt. Der Anteil der Frauen in diesem Job liegt mit ca. 1,5 Prozent extrem niedrig.

Das Aufgabengebiet liegt in den metallverarbeitenden Unternehmen, wie Apparatebau, Karosseriebau, Brückenbau, Rohrleitungsbau oder im Heizungsbau und Lüftungsbau.
Aber was genau machen Schweißer eigentlich?

Geprüfte Schweißer verbinden Metallteile und tragen somit zur Konstruktion und Montage bei. Dabei bedienen sie sich einer Vielzahl von unterschiedlichen Schweißverfahren, je nachdem, welche Anforderungen gestellt werden.

Nach dem Schweißvorgang selbst, ist die Tätigkeit jedoch noch lange nicht abgeschlossen. Die bei der Montage entstandenen Schweißnähte müssen penibel kontrolliert werden, je nach späterer Anforderung und Belastung des hergestellten Produktes. Die Schweißnähte müssen gleichmäßig und sauber verschweißt sein, zudem sollen sie dicht sein und hohen Druck aushalten können.

Beim Schweißen entstehen hohe Temperaturen und sehr grelles Licht. Ohne entsprechende Schutzkleidung kann es hier sehr schnell zu einer Schädigung der Augen und der Haut kommen. Das Tragen der Schutzkleidung mit Schweißerbrille, Schweißschutzschild, Schweißerschürze und den Handschuhen ist daher vorgeschrieben.

Gehalt als Schweißer/in

Das Gehalt als Schweißer richtet sich nach unterschiedlichen Faktoren. Die Anforderungen im Beruf bestimmten das Gehalt wesentlich mit, wobei eine anspruchsvolle Tätigkeit als Schweißer, zum Beispiel bei Arbeiten in luftiger Höhe, einen höheren Verdienst nach sich zieht. Zudem spielen Sachverhalte wie Alter, Qualifikation oder Berufserfahrung beim Lohn eine wichtige Rolle.

Wenn der Arbeitsvertrag an die tariflichen Vorgaben angelehnt ist, so kann als grobe Richtlinie ein monatliches Gehalt von ca. 2.900 € bis 3.300 € brutto angenommen werden, inklusive der Zusatzleistungen, wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, usw.

Das Gehalt kann jedoch auch deutlich geringer ausfallen, wenn kein Tarifvertrag zugrunde liegt.

Ausbildung als Schweißer/in – Schweißerlehrgang – Schweißerschein

Damit eine Berufsausbildung als Schweißer begonnen werden kann, ist rechtlich keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die Ausbildungsschulen verlangen jedoch in der Regel mindestens einen Hauptschulabschluss.

Die Ausbildung ist durch 2 Verbände geregelt und organisiert. Die Schweißerausbildung kann in den Lehranstalten des Deutschen Verbandes für Schweißen und verwandte Verfahren (DVS) erfolgen, oder aber beim Technischen Überwachungsverein (TÜV). Daneben gibt es noch ein paar autorisierte Einrichtungen, die ebenfalls eine Schweißerausbildung durchführen können.

Die Ausbildung als Schweißer kann in Vollzeit absolviert werden, aber auch eine Berufsausbildung in Teilzeit neben einem bereits bestehenden Arbeitsverhältnis ist möglich.

Die Dauer der gesamten Ausbildung ist sehr unterschiedlich und richtet sich nach Vorkenntnissen im Schweißen, der angestrebten Qualifikation oder dem jeweiligen Lehrgang. So kann eine Ausbildung als Rohrschweißer ca. 12 Wochen in Anspruch nehmen und eine Ausbildung als Fallnahtschweißer ca. 20 Wochen.

Ein typischer Beruf durch Weiterbildung. In den meisten Fällen liegt der Schweißerausbildung eine Berufsausbildung als Metallbauer, Karosseriebauer, etc. zugrunde.

Die Aus- oder Weiterbildung selbst wird nicht vergütet, zudem fallen Kosten für den Schweißerlehrgang, Arbeitsmaterialien oder eine eventuelle Unterkunft an, wenn die Schule nicht in Nähe des Wohnorts liegt.

Eigenschaften und Voraussetzungen für den Schweißerschein

Der Beruf ist bestimmt vom Umgang mit Metall. Wer die Verarbeitung von Metallen liebt, wird in diesem Job sehr gut aufgehoben sein.

Metall ist ein schwerer Werkstoff und nichts für zarte Hände. Eine gewisse körperliche Konstitution muss daher vorhanden sein, um den täglichen Umgang mit Metall meistern zu können.

Die notwendige Sorgfalt, die ein Schweisser an den Tag legen sollte, ist begründet. Die Überprüfung der Schweißnähte auf Risse und auf Dichtigkeit ist extrem entscheidend. Fehler an dieser Stelle können sehr teuer für den Arbeitgeber werden.

Video zum Berufsbild Schweißer/Metallbauer/Konstruktionstechnik

Bewerbung als geprüfter Schweisser

Sehr oft ist eine Bewerbung für Schweißer nicht notwendig, weil sie eine Weiterbildung mit Unterstützung des Arbeitgebers absolviert haben. Oft bekommen sie jedoch nach der Weiterbildung ein lukrativeres Angebot bei einem anderen Arbeitgeber oder suchen sich dieses selbst.

Die Gestaltung der Bewerbung für Schweißer ist ganz klassisch. Mit einer schriftlichen oder digitalen Bewerbung, welche das Bewerbungsschreiben, den Lebenslauf und die Zeugnisse beinhaltet.

Inhaltlich sollte sich der Fokus im Bewerbungsanschreiben und im tabellarischen Lebenslauf vor allen Dingen auf die Qualifikation und die Berufserfahrung richten. Eine ordentliche und aufgeräumte Bewerbung ist die erste Arbeitsprobe.

Hilfen und Tipps zur Bewerbung!

Die Entwicklung dieses Berufes ist geprägt von wirtschaftlichen Entwicklungen in der metallverarbeitenden Industrie. Im Jahre 1909 wurden in Deutschland die ersten Kurse im Schweißen durchgeführt. Heute absolvieren jährlich ca. 200.000 Teilnehmer die Kurse zur Aus- und Weiterbildung als Schweißer.

Fachlich sind die Anforderungen an diesen Job sehr gestiegen. Waren zu Beginn der Ausbildung nur 5 Schweißverfahren bekannt, so sind es heute über 100 Schweißverfahren. Durch den konjunkturellen Aufschwung sind die Beschäftigungen in diesem Job gestiegen und die Talfahrt bei den Beschäftigungszahlen wurde gestoppt, wie die Statistiktabelle belegt.

Doch der Beruf ist stark an die wirtschaftliche Entwicklung geknüpft. In einer Rezession ist immer mit einem Stellenabbau zu rechnen.

Quelle: Beschäftigten- und Arbeitslosen-Statistik der Bundesagentur für Arbeit (IAB Forschungsgruppe Berufliche Arbeitsmärkte).

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