Schweißer/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt und Voraussetzungen für den Schweißerschein

Du arbeitest gerne mit Metall und Sorgfalt zählt zu deinen Talenten? Dann ist der Beruf des Schweißers möglicherweise die richtige Wahl für dich. Als Schweißer/in verbindest du Metallteile mit modernen Schweißverfahren und leistest damit einen unverzichtbaren Beitrag zur industriellen Fertigung.

Mit der Entstehung der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ist auch der Beruf Schweißer/in entstanden. Der enorme Bedarf und die Verwendung von Eisen und Stahl schaffte dieses Berufsbild. Heute gilt der Beruf als einer der gefragtesten gewerblich-technischen Fachkräftejobs in Deutschland.

Die Stellenangebote sind nach wie vor fast ausschließlich von Männern besetzt. Der Anteil der Frauen in diesem Job liegt mit rund 3 Prozent weiterhin auf sehr niedrigem Niveau, steigt aber langsam an.

Das Aufgabengebiet liegt in den metallverarbeitenden Unternehmen, wie Apparatebau, Karosseriebau, Brückenbau, Rohrleitungsbau oder im Heizungs- und Lüftungsbau. Zunehmend werden Schweißer auch in der Windenergiebranche, im Schiffbau und in der Wasserstoffinfrastruktur eingesetzt.

Aber was genau machen Schweißer eigentlich?

Geprüfte Schweißer verbinden Metallteile und tragen somit zur Konstruktion und Montage bei. Dabei bedienen sie sich einer Vielzahl von unterschiedlichen Schweißverfahren wie MAG-, MIG-, WIG-, UP- oder Plasmaschweißen, je nachdem, welche Anforderungen an das Werkstück gestellt werden.

Nach dem eigentlichen Schweißvorgang ist die Tätigkeit jedoch noch lange nicht abgeschlossen. Die entstandenen Schweißnähte müssen penibel kontrolliert werden, je nach späterer Anforderung und Belastung des hergestellten Produktes. Die Schweißnähte müssen gleichmäßig und sauber verschweißt sein, dicht bleiben und hohen Druck aushalten können.

Beim Schweißen entstehen hohe Temperaturen und sehr grelles Licht. Ohne entsprechende Schutzkleidung kann es sehr schnell zu Schädigungen der Augen und der Haut kommen. Das Tragen der vollständigen Schutzausrüstung mit Schweißerbrille, Schweißschutzschild, Schweißerschürze und Schutzhandschuhen ist daher vorgeschrieben.

Gehalt als Schweißer/in

Das Gehalt als Schweißer richtet sich nach unterschiedlichen Faktoren. Die Anforderungen im Beruf bestimmen das Gehalt wesentlich mit, wobei eine anspruchsvolle Tätigkeit – zum Beispiel Arbeiten in luftiger Höhe, im Schiffbau oder in der Offshore-Windkraft – einen höheren Verdienst nach sich zieht. Zudem spielen Alter, Qualifikation, Schweißerpass-Klassen und Berufserfahrung eine wichtige Rolle.

Laut aktuellem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das Medianentgelt für Schweißer/innen bundesweit bei rund 3.533 € brutto im Monat (Vollzeit, Stand Dezember 2024). Das untere Quartil beginnt bei etwa 2.900 €, das obere Quartil reicht bis rund 4.250 € brutto monatlich.

Wenn der Arbeitsvertrag an tarifliche Vorgaben (z. B. Metall- und Elektroindustrie) angelehnt ist, können einschließlich Zusatzleistungen wie Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld monatliche Bruttobeträge von 3.300 € bis 4.200 € erreicht werden. Ohne Tarifbindung, insbesondere in Ostdeutschland oder in kleinen Betrieben, kann das Gehalt deutlich geringer ausfallen – dort liegt der Median laut WSI-Lohnspiegel bei rund 2.580 € brutto.

Besonders gut verdienen spezialisierte Schweißer wie WIG-Schweißer, Unterwasserschweißer, Rohrschweißer im Anlagenbau oder Schweißfachmänner. Hier sind monatliche Bruttogehälter von über 5.000 € keine Seltenheit.

Das monatliche Medianentgelt für Schweißer/innen in Deutschland liegt aktuell bei etwa 3.533 € brutto. Erfahrene Spezialisten erreichen über 4.250 € brutto, während Berufseinsteiger mit rund 2.800 bis 3.000 € starten.

Quellen: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Stand Dezember 2024), WSI-Lohnspiegel des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung, Gehalt.de – alle Angaben beziehen sich auf Vollzeitbeschäftigte.

Ausbildung als Schweißer/in – Schweißerlehrgang und Schweißerschein

Damit eine Berufsausbildung als Schweißer begonnen werden kann, ist rechtlich keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die Ausbildungsstätten verlangen jedoch in der Regel mindestens einen Hauptschulabschluss sowie eine gewisse körperliche Eignung.

Die Ausbildung ist durch zwei große Organisationen geregelt. Sie kann in den Lehranstalten des Deutschen Verbandes für Schweißen und verwandte Verfahren (DVS) erfolgen oder beim Technischen Überwachungsverein (TÜV). Daneben gibt es weitere autorisierte Bildungseinrichtungen wie die SLV-Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalten.

Wichtig zu wissen: „Schweißer“ ist in Deutschland kein klassischer Ausbildungsberuf nach Berufsbildungsgesetz, sondern eine Zusatzqualifikation bzw. Weiterbildung, die auf eine metallverarbeitende Ausbildung aufbaut. Die Qualifikation kann in Vollzeit oder in Teilzeit neben einem bestehenden Arbeitsverhältnis absolviert werden.

Die Dauer der Ausbildung ist sehr unterschiedlich und richtet sich nach Vorkenntnissen, der angestrebten Qualifikation und dem jeweiligen Schweißverfahren. So kann eine Ausbildung als Rohrschweißer ca. 12 Wochen in Anspruch nehmen und eine Ausbildung als Fallnahtschweißer ca. 20 Wochen. Lehrgänge für einzelne Schweißerpässe dauern zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen.

Ein typischer Beruf durch Weiterbildung. In den meisten Fällen liegt der Schweißerausbildung eine Berufsausbildung als Metallbauer, Konstruktionsmechaniker, Anlagenmechaniker oder Karosseriebauer zugrunde.

Die Aus- oder Weiterbildung selbst wird nicht vergütet, zudem fallen Kosten für den Schweißerlehrgang, Arbeitsmaterialien und eventuelle Unterkunft an, wenn die Schule nicht in Nähe des Wohnorts liegt. Die Lehrgangskosten bewegen sich je nach Verfahren und Dauer zwischen rund 500 € und über 3.000 €. In vielen Fällen übernimmt der Arbeitgeber die Kosten, alternativ ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit möglich.

Quellen: Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e. V. (DVS), Bundesagentur für Arbeit – BERUFENET, Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalten (SLV).

Eigenschaften und Voraussetzungen für den Schweißerschein

Der Beruf ist geprägt vom täglichen Umgang mit Metall. Wer die Verarbeitung von Metallen liebt und handwerkliches Geschick mitbringt, wird in diesem Job sehr gut aufgehoben sein.

Metall ist ein schwerer Werkstoff und nichts für zarte Hände. Eine gute körperliche Konstitution, Schwindelfreiheit und Belastbarkeit sind daher wichtig, um den täglichen Umgang mit Metall und teils unbequemen Arbeitspositionen meistern zu können.

Die notwendige Sorgfalt und Präzision, die ein Schweißer an den Tag legen sollte, hat einen handfesten Grund: Die Überprüfung der Schweißnähte auf Risse und Dichtigkeit ist sicherheitsrelevant. Fehler an dieser Stelle können sehr teuer und im schlimmsten Fall gefährlich für Menschenleben sein – etwa im Rohrleitungs-, Brücken- oder Druckbehälterbau.

Weitere wichtige Voraussetzungen sind räumliches Vorstellungsvermögen, das Lesen technischer Zeichnungen, Geduld sowie eine gute Hand-Augen-Koordination.

Bewerbung als geprüfter Schweißer

Sehr oft ist eine Bewerbung für Schweißer nicht zwingend notwendig, weil die Weiterbildung mit Unterstützung des Arbeitgebers absolviert wurde. Häufig erhalten Schweißer jedoch nach der Weiterbildung ein lukrativeres Angebot bei einem anderen Arbeitgeber oder suchen sich aktiv eine neue Position.

Die Gestaltung der Bewerbung für Schweißer ist klassisch aufgebaut: mit einer schriftlichen oder digitalen Bewerbung, welche das Bewerbungsschreiben, den tabellarischen Lebenslauf und die Zeugnisse beinhaltet. Wichtig sind zudem Kopien der Schweißerprüfungen nach DIN EN ISO 9606 sowie der Schweißerpässe.

Inhaltlich sollte sich der Fokus im Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf vor allem auf die Qualifikation, die beherrschten Schweißverfahren und die Berufserfahrung richten. Eine ordentliche und aufgeräumte Bewerbung ist die erste Arbeitsprobe und zeigt dem Personalverantwortlichen, dass Sorgfalt zu deinen Stärken gehört.

Hilfen und Tipps zur Bewerbung!

Der Beruf des Schweißers hat sich im Laufe der Jahre deutlich weiterentwickelt und wird auch zukünftig von verschiedenen Trends beeinflusst. Fachkräfte im Schweißbereich gelten in Deutschland nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit als ausgeprägter Engpassberuf.

Automatisierung und Robotik: In vielen Industrien setzt sich der Einsatz von Schweißrobotern durch. Diese arbeiten effizienter und können komplexe Schweißaufgaben in Serie durchführen. Schweißer sollten sich auf die Zusammenarbeit mit automatisierten Systemen vorbereiten und zunehmend Programmier- und Einrichtkenntnisse mitbringen.

Digitale Technologien und Industrie 4.0: IoT-Anwendungen (Internet der Dinge) und vernetzte Systeme beeinflussen auch den Schweißbereich. Die Integration von Datenanalysen und Überwachungstechnologien steigert die Qualität und ermöglicht vorausschauende Instandhaltung.

3D-Druck und additive Fertigung: Der Einsatz von 3D-Drucktechnologien – auch im Bereich des Metallschweißens (WAAM, Wire Arc Additive Manufacturing) – nimmt zu. Schweißer wirken vermehrt an der Fertigung 3D-gedruckter Metallbauteile mit.

Energiewende und Wasserstoffinfrastruktur: Der Ausbau der Wasserstoffwirtschaft, der Offshore-Windenergie und neuer Pipelinesysteme schafft eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Rohrleitungs- und Behälterschweißern.

Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit: Der Fokus auf umweltfreundliche Praktiken und nachhaltige Materialien erstreckt sich auch auf das Schweißen. Moderne Verfahren helfen dabei, den Energieverbrauch zu senken und emissionsarm zu arbeiten.

Spezialisierung und Zertifizierungen: Spezialisierte Kenntnisse und Zertifizierungen in bestimmten Schweißtechniken oder Branchen gewinnen an Bedeutung. Schweißer mit Spezialisierung auf Rohrleitungsbau, Luftfahrt oder Edelstahl erleben eine besonders hohe Nachfrage.

Fernschweißen und virtuelle Realität: Die Nutzung ferngesteuerter Schweißroboter und virtueller Realität (VR) für Schulungszwecke wächst. Schweißer können ihre Fähigkeiten risikofrei in virtuellen Umgebungen trainieren.

Gesundheit und Sicherheit: Neue Technologien wie automatische Verdunkelungsschilde, Absauganlagen und digitale Expositionsmessungen verbessern den Arbeitsschutz weiter.

Wer als Schweißer langfristig erfolgreich bleiben möchte, sollte sich fortlaufend weiterbilden und offen für neue Technologien sein. Anpassungsfähigkeit ist der wichtigste Schlüssel für eine langfristig gute berufliche Perspektive in diesem Beruf.

Beschäftigungsentwicklung Schweiß- und Verbindungstechnik 2010–2025

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Berufsgruppe Schweiß- und Verbindungstechnik in Deutschland – Entwicklung über 15 Jahre.

Balkendiagramm: 2010 rund 78.000, 2015 rund 82.000, 2020 rund 80.000, 2024 rund 76.500 und 2025 etwa 75.800 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Schweißer.

Quellen: Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (Klassifikation der Berufe 2010, Berufsgruppe 244 Schweiß- und Verbindungstechnik), eigene Schätzungen auf Basis veröffentlichter Zeitreihen. Werte gerundet, Stichtag jeweils 30.06.


Häufig gestellte Fragen zum Beruf Schweißer/in

Wie viel verdient ein Schweißer in Deutschland?

Das Medianentgelt für Schweißer/innen liegt laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit bei rund 3.533 € brutto im Monat (Vollzeit, Stand Dezember 2024). Die Spanne reicht je nach Qualifikation, Region und Tarifbindung von etwa 2.600 € bis über 5.000 € brutto. Spezialisierte Schweißer wie WIG- oder Unterwasserschweißer verdienen überdurchschnittlich. Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Schweißer?

„Schweißer“ ist kein klassischer dualer Ausbildungsberuf, sondern eine Weiterbildung. Die Lehrgangsdauer richtet sich nach dem angestrebten Schweißverfahren und den Vorkenntnissen und reicht von wenigen Tagen für einzelne Schweißerpässe bis zu rund 20 Wochen, etwa beim Fallnahtschweißer. Die Qualifikation baut in der Regel auf einer metallverarbeitenden Berufsausbildung auf. Quelle: Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e. V. (DVS).

Welche Voraussetzungen braucht man für den Schweißerschein?

Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben, empfohlen wird mindestens ein Hauptschulabschluss. Wichtiger sind körperliche Belastbarkeit, gutes räumliches Vorstellungsvermögen, Sorgfalt, Geduld und handwerkliches Geschick. Die Prüfung erfolgt nach DIN EN ISO 9606 und ist international anerkannt. Quelle: Bundesagentur für Arbeit – BERUFENET.

Weitere ähnliche Berufe

Wenn dich der Beruf als Schweißer interessiert, könnten auch diese verwandten Metall- und Technikberufe für dich spannend sein: Metallbauer, Konstruktionsmechaniker, Anlagenmechaniker, Industriemechaniker und Zerspanungsmechaniker.

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