Angst vor Veränderung verbaut Hamburg die Zukunft

Mit einer Angstkampagne a la Georg W. Bush haben die extrem konservativen Bürger der Stadt Hamburg ihre Vororte mobilisiert und die Schulreform gekippt, zumindest teilweise. Sie wollten unbedingt die veralteten elitären Gymnasien erhalten und sich nach wie vor über Schichten definieren.

Doch flächendeckende Gesamtschulen, die sogenannten Stadtteilschulen, geben in Hamburg allen Grund zur Hoffnung. Auch der Rest der Schulreform ist von diesem Volksentscheid nicht betroffen, es wird mehr Geld und bessere Pädagogen geben.

Die Wahl wurde vor allem von den gutbetuchten Stadtteilen wie Blankenese entschieden, wo fast jeder zweite wählen gegangen ist. In den sozial schwächeren Gebieten war es nur jeder Fünfte, der seine Stimme abgegeben hat.

Das mag aber vermutlich auch an der Tatsache liegen, dass in den letzten Jahren vor allem viele junge Menschen nach Hamburg gezogen sind, die sich hauptsächlich selber feiern. Gerade diese Individualisten, die nicht unbedingt als Studenten kommen, interessiert die Schulfrage fast gar nicht. Sie sind lieber zuhause geblieben, während in Blankenese fast jedes Haus mit Eltern besetzt ist.

Die Hamburger Gymnasien bleiben also so schlecht wie bisher und ich vermute, in Blankenese hat man sich selbst die Zukunft verbaut.

Quelle: spiegel.de

Wie hat dir der Beitrag gefallen?

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Sei der Erste)