Digitale Revolution am Arbeitsmarkt

Die Bundesregierung hat eine Studie* über die Automatisierungswahrscheinlichkeit am deutschen Arbeitsmarkt veröffentlicht und geht von einem Wegfall von ca. 12% der gesamten deutschen Arbeitsplätze in den nächsten 10-20 Jahren aus.

Es wird nicht oft thematisiert, aber seit einigen Jahrzehnten befinden sich Arbeitnehmer im direkten Konkurrenzkampf mit Maschinen. Ein Konkurrenzkampf der natürlich immer nur einen Gewinner kennt. Dieser schleichende Prozess kann für die Gesellschaft von Vorteil sein, oder aber ihr größter Alptraum.

Die Schätzung von einem Arbeitsplatz von ca. 12% ist vermutlich sogar noch sehr untertrieben, schließlich gibt es kaum einen Arbeitsplatz, den ein Roboter nicht übernehmen könnte, vom Altenpfleger über den Arzt bis zum Ingenieur ist alles möglich.

Die Herausforderung für unsere Gesellschaft wird sein, wie wir diesen zunehmenden Übergang zukünftig gestalten werden. Entweder es läuft wie bisher und wir erleben eine massive Arbeitslosigkeit und Verarmung mit Revolutionspotenzial oder die Gesellschaft entscheidet sich für einen beleiteten Übergang und führt bedingungslose Grundeinkommen ein und lässt somit auch die Menschen an der Wertschöpfung teilhaben, deren Arbeitsplätze automatisiert wurden.

Für welchen Weg sich die Gesellschaft entscheidet, hätte noch vor 25 Jahren von ihr selbst und den politischen Entscheidungsträgern abgehangen. Heute liegt die Entscheidung bei internationalen Konzernen, welche laut Prof. Dr. Max Otte bereits zu gut 90%** die demokratischen Organe indirekt steuern.

Den Automatisierungsprozess aufzuhalten ist nicht möglich. Genau wie einen heranrasenden Zug kann er quasi nur in eine Richtung gelenkt werden und gestoppt. Es sei denn, das System fällt aus.

* Artikel auf spiegel.de vom 02.06.2015

**Aussage im Rahmen der ZDF-Sendung „Pelzig hält sich“ vom 14.05.2015

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