Wohlfühlen im Job

Wer hat im Job nicht schon ein Motivationstief erlebt? Das Aufstehen fällt schwer, wichtige Arbeit stapelt sich auf dem Schreibtisch, weil man/frau sie vor sich herträgt, und der Tag will einfach nicht enden. Dazu noch die Fragen, die immer öfter in Schleifen durch den Kopf gehen: warum mache ich das hier eigentlich noch, ist es das, was ich wollte, und wo bliebe ich bei dem Ganzen?

Um seine Zufriedenheit am Arbeitsplatz (wieder)- zu finden, sollte man/frau zuerst die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und befriedigen.

1. Arbeit braucht neben der Anerkennung durch Lohn auch eine persönliche Komponente. Oft beschwingt ein Lob für eine erledigte Aufgabe schon unsere Bereitschaft, weiterzumachen. (siehe auch Artikel „Von großen und kleinen Affen). Das Belohnungszentrum im Gehirn (Nucleus Accumbens, medialer präfrontaler Cortex, medialer orbitofrontaler Cortex und ventrales Tegmentum) reagiert vor allem auf Emotionen, die eher durch ein persönliches Wort als der Vorstellung, sich vom Gehalt, als Belohnung, etwas zu gönnen, genährt wird.

Fehlende Wertschätzung im Beruf kann zu emotionaler Erschöpfung führen, bei der langfristig auch keine Auszeit in Form von Urlaub hilft. Dabei können Sie selbst den ersten Schritt tun: würdigen Sie sich! Schauen Sie sich ihre Arbeit in den letzten Wochen, Monaten oder gar Jahren wohlwollend an, ohne die „das war doch nichts“ oder „das haben andere auch gemacht“ Abwertung. Sehen Sie sich wie einen guten Freund. Reflektieren Sie den Tag und machen Sie sich klar, welche Prozesse Sie heute gesehen, gesteuert und gelöst haben. Was waren neue Aufgaben, die Sie bewältigt haben, und was haben Sie gelernt. In welches „Fettnäpfchen“ sind Sie nicht mehr getreten? Wenn Sie selbst stolz auf Ihre Leistung sind, öffenen Sie auch den Weg, damit wahrgenommen zu werden und sich zu loben ohne das für aufgesetzt zu halten. Geben Sie den Menschen Ihrer Umgebung auch eine Möglichkeit zu loben.
Ein Satz von der Theaterbühne: If you don`t shows it, nobody knows it.“

2. Akzeptieren Sie Ihre Schwäche. Niemand kann jeden Tag 100% Leistung bringen. Dazu ist die Maschine Mensch allein schon zu komplex. Unsere Motivationskurve sieht so aus:
Steiler Anstieg mit der neuen Aufgabe, ein Punkt der Sättigung, wir scheinen nicht weiter zu kommen, die Arbeit wird zäh, geht nicht mehr so leicht von der Hand, schlimmer noch: wir werden langsamer, brauchen mehr Zeit, verzetteln uns in zu vielen Informationen, die wir gesammelt haben, um weiterzugehen. Die Kurve fällt, in das „Tal der Tränen“, wie es Psychologen nennen. Das ergeht jedem so, ohne Ausnahme. Wenn Sie Biographien von erfolgreichen Menschen aufmerksam lesen, werden Sie auf dieselbe Kurve und auch eine Er-Lösung treffen: Dranbleiben! Weitermachen- auch wenn`s schwer fällt und eine Weile die Leistung nicht zu erhöhen ist. Wie leicht war das noch, wieder mit dem Sport zu beginnen, die ersten 5 Kilometer nach einem Monat durchzulaufen, und wie schwer waren die letzten Laufeinheiten bis zum Marathon. Genau so ist der Weg. Das Gute: nach dem Tal kommt ein neuer Berg, die Kraft bündelt sich und sie überholen sogar noch das Topniveau, das sie vor der ersten Krise erreicht hatten. .. Bis zum nächsten Tal, aber das Prozedere kennen Sie ja schon und lassen sich nicht weiter verunsichern.

3. Suchen Sie sich Rückenstärkung. Der Partner erfüllt eine wichtige Position: er ist Vertrauensperson. Er liebt, uneingeschränkt, und er kennt uns. Darf hinsehen- in Stärke und in Schwäche. Anteilnehmen und kritisieren, wenn wir uns verrannt und den Überblick verloren haben. Freunde können ähnliche Ressourcen bereithalten. Eventuell Kollegen. Aber Vorsicht: wählen Sie die Personen sorgfältig aus. Nicht jeder geht mit Ihrer Situation verantwortungsvoll um und kann Informationen in Konkurrenzkämpfen missbrauchen.

4. Bilden Sie Netzwerke und gute soziale Bindungen. Je mehr Verantwortung wir im Beruf tragen, desto mehr laufen wir Gefahr, uns zu isolieren und im Elfenbeinturm einzuschließen. Wir analysieren, entscheiden und setzen selbst durch, bekommen keinen Anregungen von außen mehr und schränken damit unsere Weiterentwicklung ein. Was bliebt sind energiefressende Alleingänge und die Kraft dafür kommt hauptsächlich aus uns selbst.

Zu Guter Letzt: Haben sie Geduld und ein „liebendes Auge“ auf sich. Wir sind zu oft unseren Ansprüchen ausgeliefert und kompromisslos Verurteilter, Richter und Henker in einer Person. Da gibt es kaum eine Rettung. Was an emotionaler Leere über einen langen Zeitraum angewachsen ist, braucht auch Zeit sich zu verändern und zu verschwinden. Was wartet ist ein neues Wohlbefinden, dass Arbeit erleichtert und nicht mehr eigene Ressourcen verbraucht. Eine andere Form des „Homo Oeconomicus“.

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