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Aufschieberitis- und was dagegen hilft

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen. Das gewohnheitsmäßige Vertagen von Aufgaben, die erledigt werden müssen, ist eine Krankheit und nennt sich: Prokrastination (pro – für, cras – morgen). Schon seit Mitte der Achtziger Jahre wird sie von Psychologen aus Deutschland und den USA erforscht. Beeindruckend: die Untersuchungen ergaben, dass weltweit fast jeder Fünfte von diesem Phänomen betroffen ist, Männer mehr als Frauen. Die Wissenschaftler unterscheiden zwischen zwei Typen: 1. Der Erregungsaufschieber. Er reagiert erst auf den letzten Drücker. Dabei braucht er den Kick, den das Arbeiten unter extremen Druck am Ende erzeugt. Meist behauptet er, nur
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Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen. Das gewohnheitsmäßige Vertagen von Aufgaben, die erledigt werden müssen, ist eine Krankheit und nennt sich: Prokrastination (pro – für, cras – morgen). Schon seit Mitte der Achtziger Jahre wird sie von Psychologen aus Deutschland und den USA erforscht. Beeindruckend: die Untersuchungen ergaben, dass weltweit fast jeder Fünfte von diesem Phänomen betroffen ist, Männer mehr als Frauen. Die Wissenschaftler unterscheiden zwischen zwei Typen:
1. Der Erregungsaufschieber. Er reagiert erst auf den letzten Drücker. Dabei braucht er den Kick, den das Arbeiten unter extremen Druck am Ende erzeugt. Meist behauptet er, nur so kreativ sein zu können.
2. Der Vermeidungsaufschieber. Er hat Angst zu Versagen. Deshalb meidet er den Leistungsdruck, den die Aufgabe mit sich bringt. Und das wiederum macht ihn zum Meister der Ausreden.

Das Kernproblem von Aufschiebern : sie haben Schwierigkeiten, Prioritäten zu setzen. Hinzu kommt, dass sie meist unter latenten Minderwertigkeitsgefühlen leiden. Um dieses Bedürfnis nach Wert zu befriedigen, setzen sie fälschlicherweise Erfolg mit Selbstwert gleich. Eine tödliche Mischung für jedes Vorhaben. Denn sie brauchen, um das Gefühl zu erlangen, häufige und kurzfristige Erfolgserlebnisse und ziehen deshalb kleinere Aufgaben größeren vor (Aufräumen, Abwaschen, …), weil die eine schnelle Belohnung versprechen. Einen Bonus fürs Ego kommt dann noch aus dem Umfeld dazu: Wer über zu viel Arbeit klagt, erntet meistens Mitgefühl.

Bestärkt wird das Aufschieben aber auch durch Vorteile: Manche Aufgaben erledigen sich tatsächlich von selbst. Andere erledigen sich nach einiger Zeit leichter, weil man bis dahin bessere Informationen gesammelt hat. Und wieder andere Beinahe-Entscheidungen stellen sich im Lauf der Zeit als gefährliche Irrtümer heraus. Gut also, dass man nichts unternommen hat! Kurzfristige Erfolge rächen sich jedoch langfristig: Aufschieben sorgt für Frust, weil man die (selbst-)gestellten Aufgaben nicht geschafft hat und bald an Leistungsfähigkeit und Selbstwert zweifelt. Dann beginnt die Abwärtsspirale aus weiterem Aufschieben, gespickt mit Überforderungs- und Minderwertigkeitsgefühlen.

Wie kann man gegen Prokrastination angehen? Laut Inga Opitz und Julia Patzelt von der WWU-Münster, die in eigener Forschungsstudie das Thema wissenschaftlich untersucht haben, sei das Aufschiebeverhalten zwar persönlichkeitsbedingt, dennoch könne es durch gezieltes Training und systematische Verhaltensmodifikation positiv beeinflusst werden. „Die Intervention muss bei jedem ganz individuell ansetzen“, erklärt Patzelt. „Es gibt so viele verschiedene Ursachen, dass man keine allgemeinen Handlungsanweisungen geben kann.“ Die Planung realistischer Arbeitseinheiten könnte eine Hilfe sein, die Definition eines klaren Beginnpunktes eine Andere. Weitere Unterstützung, auch bei der Suche eines kompetenten Psychotherapeuten, finden Betroffene z.B. in der Psychotherapie-Ambulanz der Universität Münster. Ansprechpartner und Öffnungszeiten sind unter www.psy.uni-muenster.de/pta aufgeführt.
Ja, es braucht ein wenig Arbeit, sich auf den Weg zu machen- weshalb Manche erschöpft abwinken werden um sich erstmal anderen Dingen zuzuwenden..

Quelle: Karriere-Bibel.de

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