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Letzte Station Prekariat und Burn-Out – warum Schlecker untergeht und DM gewinnt

Die Deutschen sind das Volk der Dichter und Denker, der Fortschritt durch Kreativität soll unsere Stärke sein, das behaupten nicht nur die Politiker. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus, denn Prekariat und Burn-Out sind oft die letzte Station und das Problem ist hausgemacht. Schon lange werden die deutschen Arbeitnehmer nur noch als Human Kapital angesehen, als Mittel zum Zweck. Der deutsche Arbeitnehmer muss funktionieren und seinen Chef bzw. die Firma reich machen, zumindest ist das der Tenor der letzten Jahre. Der Unternehmertyp a la Schumpeter ist selten geworden. Innovative Unternehmer, die neue Produkte entwickeln, erfinden und auf den Markt
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Die Deutschen sind das Volk der Dichter und Denker, der Fortschritt durch Kreativität soll unsere Stärke sein, das behaupten nicht nur die Politiker. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus, denn Prekariat und Burn-Out sind oft die letzte Station und das Problem ist hausgemacht.

Schon lange werden die deutschen Arbeitnehmer nur noch als Human Kapital angesehen, als Mittel zum Zweck. Der deutsche Arbeitnehmer muss funktionieren und seinen Chef bzw. die Firma reich machen, zumindest ist das der Tenor der letzten Jahre.

Der Unternehmertyp a la Schumpeter ist selten geworden. Innovative Unternehmer, die neue Produkte entwickeln, erfinden und auf den Markt bringen sind selten geworden. Der gesellschaftliche Nutzen steht nicht mehr im Vordergrund, sondern ausschließlich der persönliche Vorteil. Es kommt nicht mehr darauf an, ob ein Produkt gut, sinnvoll und innovativ ist, ein Produkt ist nur noch gut, wenn es seinen Vertriebler reich macht, alles andere zählt nicht.

Das Unternehmen Schlecker war schon immer bekannt dafür, dass es die Mitarbeiter ausgebeutet hat. Der gelernte Metzger Anton Schlecker ist kein Menschenfreund, ihm kommt es auf den persönlichen Profit an. Er ist kein Unternehmer im schumpeterschen Sinne, sondern eher das Gegenteil. Mit der Überführung der gesamten Filialenbelegschaft der Schlecker-Filialen hat er nicht nur die Perversion der Zeitarbeit offen gelegt, sondern auch seine persönliche Skrupelllosigkeit.

Bereits seit einigen Jahren kaufen die Kunden lieber im mitarbeiterfreundlichen DM-Markt, also bei der Konkurrenz, denn Schlecker hat seinen Ruf verspielt. Er wird mit seinem Unternehmen untergehen, denn er hat die Spielregeln nicht verstanden. Der DM Gründer Götz W. Werner ist ein Unternehmer im Schumpeterschen Sinne, er erschafft innovativ neue Lösungen und Produkte und kümmert sich um seine Angestellten, sogar der gesellschaftliche Nutzen liegt ihm am Herzen – eine Unternehmer-Seltenheit in der heutigen Zeit. Ob er wirklich hinter seinen Handlungen steht, oder diese nur aus Marketingsicht betreibt ist vordergründig egal, denn das Ergebnis zählt. DM-Läden sind voller Kunden, bei Schlecker herrscht Leere. DM bekämpft das Prekariat und Schlecker fördert es, unterschiedlicher können Philosophien nicht sein.

Während DM ganz der Maxime folgt „Tue Gutes und rede darüber“, arbeitet Schlecker nach dem Leitsatz „Tue Schlechtes und versuche es zu verstecken“.

Aber es ist ja nicht nur Schlecker – bei Lidl, Kaiser’s Tengelmann und vielen anderen ist noch nicht angekommen, dass sie sich ihr eigenes Grab schaufeln. Erst wenn sie bis zum Hals im tiefen Loch stecken werden sie sich wundern, warum keiner mehr bei ihnen kauft. DM ist fast eine Oase in der Wüste, weil die Menschen erst langsam erkennen, dass sie mit ihrem Kaufverhalten mitentscheiden. Bis dahin wird sich das Prekariat vergrößern und immer mehr Menschen das Phänomen Burn-Out erleiden. Denn die Zeche zahlt immer der Mitarbeiter, der Unternehmer haftet nur sehr begrenzt und bringt seine „Schäfchen“ rechtzeitig ins Trockene.

Quelle: stern.de

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