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Warren Buffet, Bill Gates & Co. sind keine Gutmenschen – aber sie wollen sich das Image kaufen

In Amerika hat es Tradition, dass die Reichen sich irgendwann in späteren Jahren auch um die Armen kümmern, in Deutschland ist das nicht der Fall. Doch so selbstlos diese Aktionen auch scheinen, eigentlich sind sich die Wohltäter selbst die Nächsten. Es erinnert an eine Art von Ablasshandel aus dem Mittelalter, um die eigene Seele gegen Geld rein zu waschen. Ob es ein Warren Buffet oder ein Bill Gates ist, sie alle haben ihren unermesslichen Geld-Reichtum damit finanziert, dass sie skupellose Geschäfte gemacht haben und die Angestellten nur soviel zählten, wie sie beste Leistung brachten und ihren Reichtum mehrten. Doch es
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In Amerika hat es Tradition, dass die Reichen sich irgendwann in späteren Jahren auch um die Armen kümmern, in Deutschland ist das nicht der Fall. Doch so selbstlos diese Aktionen auch scheinen, eigentlich sind sich die Wohltäter selbst die Nächsten.

Es erinnert an eine Art von Ablasshandel aus dem Mittelalter, um die eigene Seele gegen Geld rein zu waschen. Ob es ein Warren Buffet oder ein Bill Gates ist, sie alle haben ihren unermesslichen Geld-Reichtum damit finanziert, dass sie skupellose Geschäfte gemacht haben und die Angestellten nur soviel zählten, wie sie beste Leistung brachten und ihren Reichtum mehrten.

Doch es ist ein Phänomen der über Jahrhunderte der Zivilisation, dass diese unter Statussymbolen leidenden Menschen irgendwann zwischen 55 und 70 Jahren, plötzlich erkennen, dass sie in der Welt eigentlich nichts Gutes bewirkt haben. Meistens ist das Fall, wenn sie Großeltern werden oder aber eigene Kinder haben und sich endlich mal um diese kümmern. Anscheinend erwacht dann die soziale Seite, die auch in den Geschäftemachern schlummert.

Die menschliche Fähigkeit zur Selbsterkenntnis spielt dabei genauso eine Rolle, wie die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod, der nunmal auf jeden von uns wartet und früher oder später ereilt.

Fragen tauchen auf, wie zum Beispiel: Warum hab ich damals meinen Geschäftspartner bloss so ausgebotet? Hätte ich damals nicht für wenig Geld tausenden Menschen den Job erhalten können als ich die Firma meines Lieblingsfeindes platt gemacht habe? Hätte ich bei der Ausbeutung der Rohstoffe in Nigeria nicht wenigstens auf Mensch und Umwelt Rücksicht nehmen können?

Tausende solcher Fragen schießen den Milliardären durch den Kopf und sie erkennen, dass sie ihre Macht nicht mit ins Jenseits nehmen können, es sei denn, sie glauben an den Pharaonen-Kult und halten sich für einen Pharao.

Natürlich gibt es auch die Unbelehrbaren, die bis zum Schluss die Geisel ihrer eigenen Ketten und Ängste sind, wie zum Beispiel der kürzlich verstorbene deutsche Discounter-Chef, der bis zum Schluss knausrig war.

Doch im Hintergrund passiert auch wieder einmal nichts ohne Eigennutz, denn sie wissen genau, dass sich die Welt auf einen Wendepunkt zubewegt, da die Zahl der Reichen konstant bleibt und die Armenzahlen explodieren. Bevor es eine Revolution gibt, wollen sie sich daher mit gut kalkulierten Abgaben in richtigen Dosen absichern.

Ein Beleg für diese Scheinheiligkeit ist auch, dass zum Beispiel die großen Unternehmen keine Steuern zahlen wollen, so auch die Firma Microsoft von Bill Gates, wie die deutsche Financal Times berichtet. Würden die Milliardäre endlich ihrer Steuerpflicht nachkommen und nicht die Milliarden in Stiftungsvermögen vor der Steuer in Sicherheit bringen, hätten wir kein Problem.

Würden die Unternehmer und Geldmacher schon zu ihren aktiven Zeiten zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stehen, so wären solche Ablasshandel gar nicht notwendig und die Welt wäre ein wesentlich besser Ort zum Leben.

Quelle: ftd.de

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