Tag Archives: Lehrermangel

Öffentliche Verwaltung haben in den nächsten 10 Jahren ein hausgemachtes Personalproblem

Einstellungsstopp und Sparkurs – das ist seit der Wende in Deutschland in fast allen öffentlichen Verwaltung der tägliche Alltag gewesen. Nun stellt man fest, dass aufgrund der Alterung des Personalstandes in den nächsten 10 Jahren teilweise bis zur Hälfte der aktuellen Belegschaft in den Ruhestand geht. Das Problem wird sich nicht lösen lassen und ist hausgemacht. Wenn man über Jahrzehnte kaum neue Mitarbeiter einstellt und plötzlich feststellt, dass ja demnächst die Hälfte der Belegschaft in den Ruhestand geht, dann sollte man sich doch nicht wundern, oder? Doch die öffentlichen Verwaltungen tun das. Es ist allerdings schon erstaunlich, dass die Verwaltungen
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Einstellungsstopp und Sparkurs – das ist seit der Wende in Deutschland in fast allen öffentlichen Verwaltung der tägliche Alltag gewesen. Nun stellt man fest, dass aufgrund der Alterung des Personalstandes in den nächsten 10 Jahren teilweise bis zur Hälfte der aktuellen Belegschaft in den Ruhestand geht. Das Problem wird sich nicht lösen lassen und ist hausgemacht.

Wenn man über Jahrzehnte kaum neue Mitarbeiter einstellt und plötzlich feststellt, dass ja demnächst die Hälfte der Belegschaft in den Ruhestand geht, dann sollte man sich doch nicht wundern, oder? Doch die öffentlichen Verwaltungen tun das. Es ist allerdings schon erstaunlich, dass die Verwaltungen dies überhaupt bemerkt haben, denn langfristige Personalplanung wurde dort bisher klein geschrieben.

Grund scheint das Dilemma bei den Lehrern zu sein. In vielen Bundesländern herrscht bereits seit Jahren ein akuter Lehrermangel, als Folge des Einstellungsstopps bei Lehrern seit vielen Jahrzehnten. Jahrelang mussten sich gut ausgebildete Lehrer als Taxifahrer betätigen. Ein enormer Volkswirtschaftlicher Schaden, der noch immer nicht ausgestanden ist, sondern gerade auf seinen Höhepunkt zu steuert.

Durch dieses Problem wurden viele Verwaltungen nun wachgerüttelt und warnen bereits jetzt vor einem Mangel an Arbeitskräften. Doch mehr als Flügelschlagen kommt nicht dabei heraus, was will man auch machen? Chinesische Arbeitskräfte ins Land holen, die dann hier die Verwaltung managen?

Es wird auf einen Konkurrenzkampf zwischen privater Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung hinauslaufen. Mit steigenden Löhnen und guten Arbeitsmarktaussichten ist zu rechnen. Das ist gut für die heranwachsende Generation.

Davon haben jedoch die Fachkräfte wenig, die sich seit Jahren mit Niedriglohnjobs herumschlagen müssen und ein einen unheimlichen Reallohnverlust über Jahrzehnte aufweisen, der sich bis zur Rente nicht mehr kompensieren lässt.

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Lehrermangel in Deutschland? Selbst Schuld!

Jahrzehntelang gab es in deutschen Schulen einen Einstellungsstopp für Lehrer, auch NRW hat sich hier besonders hervorgetan. Die Auswirkungen dieser absolut inkompetenten Schulpolitik müssen jetzt die Nachfolger und vor allem die Schüler ausbaden. Selbst Schnappsideen mit ausländischen Lehrern kommen mittlerweile auf den Tisch. Natürlich kann man sagen, da hilft jetzt auch kein Nachtreten mehr, aber die Ursache und die Problematik für den Lehrermangel muss thematisiert werden. Vermutlich wird der gleiche Fehler in Zukunft nochmal begangen, denn in der Politik werden meistens die Fehler von den Nachfolgern im Amt ausgebadet, daher ist die Hemmschwelle für absolut inkompetente Entscheidungen niedrig. Der jetzige
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Jahrzehntelang gab es in deutschen Schulen einen Einstellungsstopp für Lehrer, auch NRW hat sich hier besonders hervorgetan. Die Auswirkungen dieser absolut inkompetenten Schulpolitik müssen jetzt die Nachfolger und vor allem die Schüler ausbaden. Selbst Schnappsideen mit ausländischen Lehrern kommen mittlerweile auf den Tisch.

Natürlich kann man sagen, da hilft jetzt auch kein Nachtreten mehr, aber die Ursache und die Problematik für den Lehrermangel muss thematisiert werden. Vermutlich wird der gleiche Fehler in Zukunft nochmal begangen, denn in der Politik werden meistens die Fehler von den Nachfolgern im Amt ausgebadet, daher ist die Hemmschwelle für absolut inkompetente Entscheidungen niedrig.

Der jetzige Lehrermangel geht auf das Konto der Landesregierungen, die mit einer völlig unzureichenden Personal- und Schulpolitik in den 90er Jahren dieses Problem heraufbeschworen haben. Zur damaligen Zeit waren die Kassen leer, allerdings bei weitem nicht so leer wie heute. Deutsche Landespolitiker kamen auf die glorreiche Idee mit einem Einstellungsstopp viel Geld zu sparen und einfach keine neuen Lehrer mehr einzustellen. Natürlich sahen viele Experten schon damals das Problem in der Zukunft, aber das Wort der Nachhaltigkeit war bis dato noch nicht bekannt.

Allein solche gravierenden Fehlentscheidungen sind ein Plädoyer für die Abschaffung der Schulpolitik auf Landesebene. Die Länder mit den größten Problemen in der Schule und einem großen Lehrermangel sind jedoch ausgerechnet dagegen, sie klammern sich an ihre Macht.

Welche Auswirkungen dieser Einstellungsstopp in den 90er Jahren hatte, kann teilweise noch heute in den Arbeitslosenstatistiken abgelesen werden. Tausende von angehenden Lehrern standen motiviert und hochqualifiziert auf der Straße und mussten sich nach Alternativen umsehen, wie beispielsweise Taxifahren oder Nachhilfe geben.

Die Tatsache, dass jetzt sogar der Bodensatz der Lehrer einen Job bekommt ist eigentlich nicht zu tolerieren, wenn man an die steigenden Anforderungen an Schüler und deren Zukunft denkt. Allerdings ist es vermutlich der einzige kurzfristige Weg.

Quelle: tagesschau.de

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Lehrer als Saisonarbeiter

Dass ich kein Freund des deutschen Bildungssystems bin und auch keine allzu hohe Meinung über die Bundesagentur für Arbeit habe, dürften Leser des Blogs ja bereits mitbekommen haben. Trotzdem bin ich zeitweilig überrascht, wie sich Synergien bilden und ich beide in einem Blog kritisieren kann, nein, leider muss. Denn dass die Menschen, denen wir unseren größten Schatz, in Form unserer Kinder anvertrauen, und deren Ausbildung auch der Garant für die Qualifikationen, Fähigkeiten, Wissen und Leidenschaften unseres Nachwuchses sind, das also einige der Pädagogen als Saisonarbeiter tätig sind, war mir neu. Kein Scherz: Einige Bundesländer stellen gerade Jung- und Vertretungslehrer nur
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Dass ich kein Freund des deutschen Bildungssystems bin und auch keine allzu hohe Meinung über die Bundesagentur für Arbeit habe, dürften Leser des Blogs ja bereits mitbekommen haben. Trotzdem bin ich zeitweilig überrascht, wie sich Synergien bilden und ich beide in einem Blog kritisieren kann, nein, leider muss.

Denn dass die Menschen, denen wir unseren größten Schatz, in Form unserer Kinder anvertrauen, und deren Ausbildung auch der Garant für die Qualifikationen, Fähigkeiten, Wissen und Leidenschaften unseres Nachwuchses sind, das also einige der Pädagogen als Saisonarbeiter tätig sind, war mir neu. Kein Scherz: Einige Bundesländer stellen gerade Jung- und Vertretungslehrer nur für ein Schuljahr ein und lassen sie in den Sommerferien „stempeln“ gehen. Die Arbeitslosigkeit steigt auffallend in den Monaten Juli und August (7000 Lehrer +) und sinkt dann wieder schlagartig mit dem neuen Schuljahr. Ich kennen aus meiner Arbeit als Bildungsreferent viele Lehrer und will den Job wirklich nicht machen (wollen sie die Hälfte des Tages mit einer Klientel verbringen, die null Bock auf Sie und Ihre Arbeit hat?), und einige von ihnen schwänzen definitiv einen anderen Beruf. Aber, gute Leute haben ihren Preis (über Managergehälter, die 140x höher sind als die der Belegschaft brauchen wir nicht reden)! Und der hat auch etwas mit Wertschätzung zu tun. Wie soll ich Schüler für Stoff interessieren, wenn meine Motivation mit daran hängt, ob ich sechs Wochen später überhaupt noch einen Job habe? Und in der Zwischenzeit meinem Deutschkurs Burger im Fast-Food-Restaurant serviere, um meine Miete zahlen zu können? Absurd. Das Land spart, der Staat springt ein und gezahlt wird es am Ende eh von jedem Einzelnen. Merkt er aber nicht, weil nicht bei jeder „sozial Subvention“ ein Beamter vor der Tür steht und den Obolus einfordert.

Der Bundesrechnungshof kritisierte schon im Jahr 2001, diese Praxis „reize die gesetzlichen Schutzbestimmungen des Arbeitsrechts bis an die Grenzen aus“, was die Bundesagentur schließlich veranlasste (nach nur sieben Jahre der Bewusstwerdung: soll man da schreien oder glücklich sein?), die fraglichen „Kettenverträge“ der Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, aber auch Niedersachsen und Rheinland-Pfalz unter die Lupe zu nehmen. Die zusätzliche Belastung an ALG I und II Zahlungen beläuft sich auf 17 Millionen Euro. By the Way: es fehlen 20000 Lehrer. Und natürlich die Mittel um sie zu bezahlen.

Ich finde dieses ganze Prozedere unglaublich. Und es zeigt mal wieder die schlechte, oder gar nicht vorhandene Lobby der Lehrer. Aber Würde ist in Sicht: zumindest Hessen und Rheinland-Pfalz haben Änderungen beschlossen.

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