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Leiharbeit – die Rückkehr zum Tagelohn

Die neue Studie IG Metall in Zusammenarbeit mit der Universität Jena legt ein erschreckendes Ergebnis offen, welches allerdings nicht mehr schockiert, denn es ist allen bereits bekannt. Die Unternehmen nutzen die Leiharbeit um ihre Kapitalrendite oder Profitabilität zu schützen und nicht für personelle Engpässe. Die ursprüngliche Idee der Leiharbeit war jedoch gar nicht schlecht. Die fundierte neue Studie liefert ein klares Bild und zeigt wohin die Reise aktuell geht. Leiharbeit betrifft bei weitem nicht mehr nur die ungelernten Arbeitskräfte, längst besitzen viele Leiharbeiter schon eine abgeschlossene Berufsausbildung und oft sogar Akademiker. Die Leiharbeit ist auf dem Arbeitsmarkt längst etabliert und
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Die neue Studie IG Metall in Zusammenarbeit mit der Universität Jena legt ein erschreckendes Ergebnis offen, welches allerdings nicht mehr schockiert, denn es ist allen bereits bekannt. Die Unternehmen nutzen die Leiharbeit um ihre Kapitalrendite oder Profitabilität zu schützen und nicht für personelle Engpässe. Die ursprüngliche Idee der Leiharbeit war jedoch gar nicht schlecht.

Die fundierte neue Studie liefert ein klares Bild und zeigt wohin die Reise aktuell geht. Leiharbeit betrifft bei weitem nicht mehr nur die ungelernten Arbeitskräfte, längst besitzen viele Leiharbeiter schon eine abgeschlossene Berufsausbildung und oft sogar Akademiker.

Die Leiharbeit ist auf dem Arbeitsmarkt längst etabliert und in der Hochphase dieser Arbeitsform im letzten Jahr vor der Wirtschaftskrise waren mehr als 800.000 Deutsche als Leiharbeiter bei einem Zeitarbeitsunternehmen beschäftigt. Das ist jetzt natürlich nicht mehr der Fall, den die Leiharbeiter sind die Ersten, die in schlechten Zeiten von einem Tag auf den anderen gekündigt werden. Heute sind es noch weit über 500.000 Zeitarbeiter doch die krisenbedingte Arbeitslosigkeit hat den deutschen Arbeitsmarkt noch gar nicht richtig erreicht.

Düstere Zeiten ziehen auf, wobei die Mehrzahl der Wirtschaftsinstitute bei ihren Prophezeihungen von einem Mittelwert von ca. 1.000.000 Arbeitslosen ausgeht. Die angestellten Mitarbeiter, die in Zukunft wegfallen werden, können vermutlich nicht darauf hoffen, dass sie bei einer Konjunkturbelebung wieder einen unbefristeten Job bekommen. Wahrscheinlich ist eher, dass die Jobs durch Leiharbeit im Angestelltenverhältnis ersetzt werden, jedenfalls bei einem Schwarz-Gelben Wahlsieg der sehr gegenwärtig ist.

Mit der Leiharbeit ist ein System ins rollen gekommen, welches Unternehmen animiert die Arbeitsplätze auszulagern und somit langfristig (nicht kurzfristig) die Tarifverträge aushebelt und den Kündigungsschutz umgeht. Zudem bietet die Leiharbeit die Vorlage für Dumpinglöhne bei qualifizierten Arbeitskräften.

Leiharbeit ist im Prinzip die moderne Form der Tagelöhnerei. Ursprünglich war die Idee jedoch gar nicht so schlecht. Mit der Leiharbeit sollten kurzfristige Konjunkturspitzen über ein paar Monate oder Jahre hinweg abgefedert werden. Die Unternehmen taten sich schwer neue feste Arbeitsverträge auszugeben, weil sie Angst hatten, dass sie diese Arbeitsnehmer in Krisenzeiten durhcfüttern mussten, soweit zumindest der augenscheinliche theoretische Ursprungsgedanke. Herausgekommen ist jedoch die größte Massenvernichtung von unbefristeten Arbeitsplätzen und deutlich niedrigere Lohnsteuereinnahmen für den Staat. Ein Desaster welches sogar noch staatlich gefördert wurde und wird.

Höchste Zeit gegenzusteuern und ein Umdenken einzuleiten, nur sind die Zeiten dafür denkbar schlecht.

Quelle: süddeutsche.de

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