Ausbildung und Beruf als Schornsteinfeger/in:
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Tipps zur Bewerbung

Berufsbild Schornsteinfeger/in

Schornsteinfeger ist ein alter anerkannter Handwerksberuf, der sich in den letzten Jahrzehnten entscheidend geändert hat. Während vor einigen Jahrzehnten der Schornsteinfeger fast ausschließlich für die Reinigung der Schornsteine verantwortlich war, ist dieser Aspekt in den Hintergund getreten. Bedingt durch den Rückgang der Kohleheizung und dem vermehrten Einsatz von Gas- und Ölheizungen wurde die Reinigung zur Nebensache.

Heute sind die Schornsteinfeger vor Allem für die Messung und Einstellung der Emissionen von Heizungsanlagen zuständig. Der ordenliche Betrieb der Heizung steht im Vordergrund, optimaler Energieverbrauch für geringe Kosten und geringe Emissionen.

Im sogenannten Schornsteinfegergesetz sind die Aufgaben, Rechte und Pflichten der Kaminfeger genau geregelt. Berichte über Mängel müssen gegebenenfalls an Eigentümer oder Behörden übermittelt und die Behebung von Schäden kontrolliert werden. Jeder Hauseigentümer ist dazu verpflichtet die hauseigene Heizungsanlage kontrollieren zu lassen und für jeden Schornsteinfeger gibt es einen eigenen Bezirk. Die Kontrolle und Reinigung von Heizungsanlagen vollzieht der Kaminfeger in regelmäßigen Abständen, egal ob der Eigentümer dies möchte oder nicht. Die Kosten hierfür hat der Eigentümer ebenfalls zu tragen - Schornsteinfeger bringen daher nicht nur Glück im sprichwörtlichen Sinne. Im Prinzip ist dieser Beruf also ein krisenfester Job.

Gehalt/Verdienst als Schornsteinfeger/Schornsteinfegerin

Der Verdienst eines Schornsteinfegers ist relativ einheitlich geregelt und richtet sich Faktoren wie Berufserfahrung, Alter und Qualifikation. Wenn eine tarifliche Anlehnung des Arbeitsvertrages besteht, so kann das Gehalt von einem Kaminfeger zum Beispiel bei einem monatlichem Bruttoverdienst von 2600 Euro liegen.
In bestimmten Regionen kann es aber auch zu unterschiedlichen Vergütungsstrukturen kommen.

Im Zuge der Novelle des Schornsteinfegergesetzes in 2013 kann es in diesem Beruf zu einer Änderung in der Vergütungsstruktur kommen.

Ausbildung als Schornsteinfeger/Schornsteinfegerin

Der Ausbildungsberuf als Schornsteinfeger ist ein anerkannter Handwerksberuf nach der deutschen Handwerksverordnung. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre und ist eine duale Ausbildung, die sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule absolviert wird. Die Ausbildung findet in der Regel in dem Kehrbezirk des Wohnortes statt oder in den angrenzenden Kehrbezirken.

Für Schreibarbeiten sind die angehenden Schornsteinfeger in der Ausbildung auch im Büro tätig, ansonsten findet die Arbeit sehr oft beim Kunden und im Freien statt. Kleinere Ausbildungsbetriebe können oft nicht alle Ausbildungsbereiche abdecken, was durch überbetriebliche Ausbildungsabschnitte abgedeckt werden kann. Während an der Berufsschule das theoretische Wissen vermittelt wird, müssen Kaminfeger in den Ausbildungsbetrieben schon aktiv und direkt vor Ort beim Kunden aktiv werden. Natürlich ist dabei jedem Auszubildenden ein qualifizierter Mitarbeiter zur Ausbildung gegenüber zu stellen, weshalb auch der Verantwortungsbereich nicht in ganzem Maße den Azubis obliegt.

Eine Ausbildungsvergütung für Schornsteinfeger ist nicht tariflich geregelt, kann aber wie folgt aussehen:

1. Ausbildungsjahr 470 EUR
2. Ausbildungsjahr 532 EUR
3. Ausbildungsjahr 626 EUR

Wie bei allen Berufen der Handwerksordnung ist auch für die Ausbildung als Schornsteinfeger kein bestimmter schulischer Abschluss als Zulassungsvoraussetzung gesetzlich vorgeschrieben. In der Praxis werden aber in der überwiegenden Mehrheit (65 % in 2006) Azubis mit einem mittleren Bildungsabschluss eingestellt.

Die Gesellenprüfung besteht aus einer schriftlichen und einer praktischen Abschlussprüfung im dritten Ausbildungsjahr, wobei hier wie bei anderen Berufen auch die schriftliche Prüfung mit einer mündlichen Prüfung kombiniert werden kann.

Eigenschaften und Voraussetzungen für Schornsteinfeger/innen

Wer sich nicht dreckig machen möchte, der sollte diesen Beruf erst gar nicht in Erwägung ziehen, was allerdings auch für eine Vielzahl der handwerklichen Berufe gilt. Natürlich gehört es zum Reinigen von Kaminen und Heiz- und Lüftungsanlagen, dass diese auf verschiedene Arten gereinigt werden, wobei der Kaminfeger mit Verschmutzungen in Berührung kommt. In diesem Job muss auch zugepackt werden können, weshalb keine Scheu vor praktischer Arbeit bestehen sollte.

Kaminkehrer haben immer direkten Kontakt zum Kunden, andernfalls kommen sie gar nicht ins Haus und somit zur Wirkungsstätte. Aus diesem Grund ist eine relativ gute soziale Kompetenz wichtig, vor Allem mit Blick auf einen liberalisierten Markt ab 2013, wo der Schornsteinfeger frei wählbar und der Kunde nicht mehr auf Kehrbezirke angewiesen ist.

Wie bereits erwähnt ist aber in diesem Job die Reinigung nicht mehr vorrangig, sondern eher die Messung von Emissionen. Aus diesem Grund muss gewissenhaft protokolliert und kontrolliert werden, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein sollten daher zu den Tugenden zählen.

Bewerbung auf Stellenangebote als Schornsteinfeger/in

Eine Online-Bewerbung ist hier selten anzutreffen, in der Regel wird eine schriftliche Bewerbung über den Postweg gewünscht. Trotzdem kann es sehr positiv sein, wenn die Bewerbung als Kaminfeger persönlich vor Ort abgegeben wird. Ein positiver Eindruck kann hierbei im weiteren Bewerbungsprozess hilfreich sein.

Die Bewerbungsunterlagen enthalten das Bewerbungsanschreiben und den Lebenslauf inklusive Zeugniskopien. Im Anschreiben der Bewerbung sollte ausführlich auf die Motivation für diesen Job eingegangen werden und ebenso ausführlich die individuelle Qualifikation zur Darstellung kommen. Im tabellarischen Lebenslauf wird dann, zur besseren Überschaubarkeit in chronologischer Form, der bisherige schulische und berufliche Werdegang dargestellt. 

Trends und Entwicklungen für Schornsteinfeger/innen

Die Neuregelung des Schornsteinfegergesetzes und das Thema Umweltschutz wird für die Jobs der Kaminfeger in den nächsten Jahren die größten Änderungen mit sich bringen. Weil das deutsche Schornsteinfegergesetz an aktuelles EU-Recht angeglichen werden soll wird es hier eine Novelle geben, die 2013 in Kraft tritt. Unter anderem besteht für die Hauseigentümer dann auch die freie Wahl der ausführenden Schornsteinfeger, was in diesem Beruf für eine Konkurrenzsituation sorgen wird, die bisher nicht gegeben war. Schornsteinfeger dürfen dann allerdings auch einer Nebentätigkeit nachgehen, was bisher nicht der Fall war.

Mit dem Blick auf neue Klimaschutzziele wird es in den nächsten Jahren auch hier zu neuen Vorgaben kommen, die von Schornsteinfegern vor Ort kontrolliert werden müssen. In dieser Eigenschaft wird voraussichtlich die beratende Funktion der Schornsteinfeger zunehmen, auch mit Blick auf die Einführung von Energieausweisen für Mietwohnungen und Häuser.

Schornsteinfeger und Jobs
Quelle: Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik der BA.
Für das Jahr 2007 liegen bei den Arbeitslosen nur unvollständige Daten vor.


Schornsteinfeger bei der Arbeit

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