Ausbildung zum Koch / zur Köchin

Die Dienste von einem Koch oder einer Köchin hat vermutlich schon jeder einmal in Anspruch genommen, doch wie sieht das Berufsbild eigentlich aus? Wie wird jemand Koch/Köchin?

Einen Anstellung finden Sie in der Regel in Hotels, Restaurants, Kantinen, Krankenhäusern und Pflegeheimen, aber immer häufiger auch in Catering-Unternehmen. Unternehmen der Nahrungsmittel-Branche beschäftigen ebenso Köche, wie die Reedereien auf ihren Kreuzfahrtschiffen.

Ein Irrglaube ist, dass der Koch/die Köchin sich nur auf die Zubereitung von Mahlzeiten zu konzentrieren hat. Das Berufsbild erfordert mehr als man denkt. Die Erstellung eines Speiseplans, der Einkauf von Zutaten/Nahrungsmitteln sowie deren fachgerechte Lagerung, fallen in den Aufgabenbereich von Köchen.

Nicht zu unterschätzen ist der kreative und künstlerische Aspekt in diesem Beruf. Oft entscheidet die Darbietung der Mahlzeiten über das Urteil des Konsumenten. „Das Auge isst mit!“ Ein Umstand, der über eine gelungene Mahlzeit entscheiden kann.

Die Arbeitszeiten von Köchen sind sehr unterschiedlich geregelt und richten sich nach den Anforderungen des Arbeitgebers. In einer Großküche werden in der Regel zum Mittag und zum Abend Mahlzeiten zubereitet. In vielen Restaurants gibt es hingegen nur am Abend eine Mahlzeit, die vorbereitet werden muss.

Der Stressfaktor zu den Stoßzeiten ist meistens sehr hoch, der Umgangston in der Küche dadurch sehr rau. Dem Koch/der Köchin obliegt zudem auch die Leitung des Küchenpersonals, wenn es keinen eigenen Küchenchef gibt. Sind mehrere Köche dort tätig, so wird die Leitung oft einem Chefkoch/einer Chefköchin anvertraut.

Ausbildung zum Koch / zur Köchin

Der Job ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Bundesbildungsgesetz. Die Ausbildung erfolgt über drei Jahre und wird meistens im Gastgewerbe angeboten, eine schulische Ausbildung ist ebenfalls möglich. Meistens handelt es sich um duale Ausbildungsplätze, die eine Kombination von betrieblicher und schulischer Ausbildung darstellen.

Bei der dualen Ausbildung findet der praktische Teil im Betrieb statt, die theoretischen Grundlagen werden in der Berufsschule vermittelt. Im Gegensatz zur schulischen Ausbildung erfolgt hier eine Vergütung. Diese beträgt im:

1. Ausbildungsjahr: 500 Euro
(Neue Bundesländer: 370 Euro)
2. Ausbildungsjahr: 561 Euro
(Neue Bundesländer: 451 Euro)
3. Ausbildungsjahr: 636 Euro
(Neue Bundesländer: 525 Euro)

Vor Beginn der Lehre als Koch oder Köchin muss beim Arbeitgeber ein amtliches Gesundheitszeugnis vorgelegt werden. Ein Sachverhalt, der für alle Arbeitnehmer gilt, die in Lebensmittel verarbeitenden Unternehmen tätig sind.

Was in der Praxis der Ausbildung regelmäßig immer wieder auftaucht, sind Gesetzesverstöße gegen das Ausbildungsgesetz durch den Arbeitgeber im Bereich der Gastronomie. Auszubildende unter 16 Jahren dürfen nur bis 20 Uhr arbeiten, über 16 Jahren bis 22 Uhr. Schlechte Arbeitgeber setzen die Auszubildenden unter Druck und verlangen oft weit längere Arbeitszeiten.

Wer nach den drei Jahren Berufsausbildung die praktische und die theoretische Abschlussprüfung erfolgreich absolviert, der darf den Beruf Koch/Köchin ausüben.

Video zu Berufbild und Ausbildung als Koch/Köchin

Eigenschaften und Voraussetzungen für Köche

Was müssen Sie mitbringen, um in diesem Job erfolgreich tätig zu werden? Zugangsvoraussetzungen gibt es nicht, die Mehrheit der Auszubildenden beginnt die Lehre mit einem Hauptschulabschluss oder der mittleren Reife.

Kenntnisse in den Fächern Chemie und Mathematik sind besonders hilfreich. Dies scheint auf den ersten Blick nicht logisch, doch die Einhaltung von Rezeptvorgaben und Einkäufen erfordert mathematische Kenntnisse und der Bereich der Lebensmittelchemie wird immer wichtiger, ebenso die Kenntnis von chemischen Vorgängen bei Zubereitung und Lagerung von Lebensmitteln.

Als Eigenschaft sollten Sie eine Vorliebe im Umgang mit Lebensmitteln mitbringen, ebenso ein Interesse an Ernährungsfragen. Gesunde Ernährung wird immer wichtiger.

Das Berufsbild erfordert eine gewisse Sorgfalt, sowohl bei der Planung, als auch bei organisatorischen Fragen innerhalb der Küchenaktivitäten. Das Thema der Hygiene spielt in diesem Beruf eine enorm wichtige und allgegenwärtige Rolle. Das Bundesland NRW hat die sogenannte „Hygiene-Ampel“ oder „Kontrollbarometer“ eingeführt, welche hygienische Zustände für Kunden sichtbar machen soll.

Teamarbeit ist bei diesem Berufsbild enorm wichtig. Das Küchenpersonal bildet ein Team. Obwohl der Umgangston sehr ruppig sein kann, so muss das Team doch jeden Tag aufs Neue funktionieren.

Bewerbung als Koch/Köchin

Natürlich kommt es bei der Bewerbung auf Stellenangebote auf die Zeugnisse an, sehr wichtig in diesem Job ist aber die menschliche Komponente und die Soft Skills des Bewerbers. Wer nicht ins Team passt, wird schlechte Karten haben.

Erstellen Sie gewissenhaft eine Bewerbung mit Bewerbungsschreiben und tabellarischem Lebenslauf und geben Sie diese möglichst persönlich beim Arbeitgeber ab. Vielleicht erhalten Sie sogar schon einen kurzen Einblick in Ihre potenzielle Wirkungsstätte und lernen sogar das Team kennen. Ein positiver Auftritt bleibt in guter Erinnerung und wird Ihre Chancen immens erhöhen.

Eventuell werden Sie auch erst mal zu einem Probearbeiten eingeladen, um Ihre Fähigkeiten in der Praxis zu testen.

Weitere Bewerbungstipps und Tricks!

Trends und Beschäftigungszahlen für Köche

Die Tendenz zu einer umweltbewussten und gesunden Ernährung spüren die Köche seit Jahren. Die Verwendung von Bio-Produkten und regionalen Nahrungsmitteln nimmt stets weiter zu.

Fast-Food stagniert, der Trend geht zum Slow-Food. Die Menschen nehmen sich immer mehr Zeit für ihre Mahlzeiten und selber kochen ist wieder „In“, „Mantaplatten“ und Döner hingegen out. Koch-Shows mit Promi-Köchen stehen für diesen Trend. Die Deutschen wollen wieder kulinarische Genüsse erleben und legen dabei großen Wert auf den gesundheitlichen Aspekt.

Der heilende Wirkung von verschiedenen Gewürzen, wie zum Beispiel Kurkuma oder der unterschiedliche Vitaminanteil in bestimmten Gemüsesorten. All das spielt im aktuellen Ernährungsbewusstsein eine große Rolle und zeigt einen neuen Weg.

Doch nicht nur das Essen selbst unterliegt neuen Anforderungen, das Ambiente fällt ebenso ins Gewicht. Der Trend geht zur Erlebnisgastronomie, unterschiedliche Veranstaltungen wie zum Beispiel ein „Krimi-Diner“, ziehen immer mehr Menschen an.

Der Arbeitsmarkt für den Koch/die Köchin gab jedoch in den letzten Jahren nicht besonders viel her. Die Arbeitslosenquote für Männer und Frauen insgesamt, lag für diesen Beruf in 1999 bei 21 % und in 2005 sogar bei 29 %. Seit einigen Jahren ist hier jedoch eine Entspannung zu sehen, das Berufsbild ist wieder gefragt.

Quelle: Beschäftigten- und Arbeitslosen-Statistik der Bundesagentur für Arbeit (IAB Forschungsgruppe Berufliche Arbeitsmärkte).

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