Professor/in werden – Gehalt, Voraussetzungen und Perspektiven

Der Beruf des Professors ist eine der angesehensten und einflussreichsten Berufungen in der akademischen Welt. Von der Vermittlung von Wissen und der Förderung von Forschung bis hin zur Mentorenarbeit und der Gestaltung der Wissenszukunft ist die Rolle des Professors von entscheidender Bedeutung für die gesellschaftliche Entwicklung und den Fortschritt des menschlichen Wissens. Doch was macht diesen Beruf so einzigartig und faszinierend? Wie wird man Professor?

In diesem Beitrag werfen wir einen genaueren Blick auf die Voraussetzungen, das Gehalt und die Perspektiven des Professorenberufs und beleuchten die verschiedenen Facetten dieser hochgeschätzten Berufung.

Gehalt als Professor/in

Die Gehälter von Professorinnen und Professoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz variieren je nach Universität, Fachgebiet, Erfahrung und akademischem Rang. Die folgenden Werte sind Richtwerte auf Basis aktueller Besoldungsordnungen und Tarifverträge (Stand 2025):

Deutschland

  • Juniorprofessoren (W1): Das Einstiegsgehalt liegt typischerweise zwischen 4.200 und 5.400 Euro brutto pro Monat.
  • Professoren (W2): Je nach Bundesland und Universität sind Gehälter zwischen 5.200 und 6.800 Euro brutto pro Monat üblich.
  • Professoren (W3): An dieser Besoldungsstufe sind Gehälter zwischen 6.500 und 9.000 Euro brutto pro Monat möglich. An renommierten Universitäten oder in besonders gefragten Fachgebieten können die Bezüge durch Leistungszulagen noch deutlich darüber liegen.

Österreich

  • Universitätsprofessoren: Das Gehalt liegt auf Basis des Kollektivvertrags für Universitäten typischerweise zwischen 4.800 und 8.000 Euro brutto pro Monat. An renommierten Universitäten oder bei langjähriger Erfahrung sind höhere Bezüge möglich.

Schweiz

  • Professoren: Die Gehälter in der Schweiz liegen deutlich über dem deutschen und österreichischen Niveau. Ein Professor verdient je nach Universität, Fachbereich und Erfahrung zwischen 10.000 und 20.000 Schweizer Franken brutto pro Monat.

Es ist zu beachten, dass dies Richtwerte sind und individuelle Gehälter erheblich abweichen können. Zusatzleistungen wie Forschungsgelder, Sachbezüge und weitere Vergütungsbestandteile beeinflussen die Gesamtvergütung zusätzlich.

Ausbildung als Professor/in

Der Weg zur Professur variiert je nach Land und Hochschulsystem, folgt aber typischerweise diesen Schritten:

Hochschulstudium absolvieren

Der erste Schritt besteht darin, ein Hochschulstudium abzuschließen – in der Regel einen Bachelor- und anschließend einen Masterabschluss in einem relevanten Fachgebiet.

Promotion

Für eine akademische Karriere ist eine Promotion nahezu unerlässlich. Während des Promotionsstudiums wird eigenständige Forschung durchgeführt und eine Dissertation verfasst, die einen originären wissenschaftlichen Beitrag leisten muss.

Postdoc-Phase (Nachwuchsphase)

Nach der Promotion verbringen viele angehende Professorinnen und Professoren mehrere Jahre als Postdoktoranden, um ihre Forschungserfahrung zu vertiefen, sich weiter zu spezialisieren und Lehrerfahrung zu sammeln. Zunehmend werden dabei auch Tenure-Track-Modelle angeboten, die nach einer Bewährungsphase in eine unbefristete Professur münden.

Habilitation oder äquivalente Leistungen

Im deutschsprachigen Raum ist traditionell eine Habilitation erforderlich, um eine W2- oder W3-Professur zu erhalten. Sie umfasst eine eigenständige Habilitationsschrift sowie eine Lehrprobe. Als Alternative zur Habilitation werden heute an vielen deutschen Universitäten Juniorprofessuren (teils mit Tenure Track) oder herausragende Publikationsleistungen akzeptiert.

Lehr- und Forschungserfahrung sammeln

Parallel zur wissenschaftlichen Qualifikation ist der Aufbau eines eigenen Forschungsprofils mit Publikationen in referierten Fachzeitschriften, die Einwerbung von Drittmitteln sowie nachgewiesene Lehrkompetenz entscheidend für eine erfolgreiche Bewerbung.

Ein Professor ist eine hochqualifizierte akademische Fachkraft, die sich durch Forschung, Lehre und oft auch durch die Betreuung von Studierenden auszeichnet.

Eigenschaften und Voraussetzungen

Professorinnen und Professoren müssen ausgewiesene Expertinnen und Experten in ihrem Fachgebiet sein und ein tiefes Verständnis für die Themen mitbringen, die sie unterrichten und erforschen. Sie sollten eine intrinsische Motivation haben, Wissen zu vermitteln und durch Forschung neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die Fähigkeit, komplexe Konzepte verständlich zu erklären und Ideen sowohl in Vorlesungen als auch in wissenschaftlichen Publikationen klar zu präsentieren, ist dabei unerlässlich. Daneben sollten sie echtes Interesse am Wachstum ihrer Studierenden zeigen und diese bei der Erreichung ihrer akademischen und beruflichen Ziele unterstützen. Da Professorinnen und Professoren häufig in interdisziplinären Teams arbeiten, sind Teamfähigkeit und Kooperationsbereitschaft ebenso wichtig wie die Kompetenz zur kritischen Analyse komplexer Sachverhalte und zur Interpretation empirischer Daten. Da die akademische Karriere ein hohes Maß an Eigenverantwortung erfordert, sind strukturiertes Selbstmanagement und die Fähigkeit zur selbstständigen Arbeit unverzichtbar.

Bewerbung als Professor/in

Sobald ausreichend Erfahrung gesammelt wurde und geeignete Stellen ausgeschrieben sind, bewirbt man sich auf eine Professur. Offene Professuren werden in der Regel über die Jobbörsen der Hochschulen, die Plattform academics.de sowie über das Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ausgeschrieben. Der Auswahlprozess ist mehrstufig und umfasst typischerweise die Sichtung der schriftlichen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Publikationsliste, Lehr- und Forschungskonzept), Vorstellungsgespräche mit der Berufungskommission sowie eine öffentliche Lehrprobe oder einen wissenschaftlichen Vortrag. Nach erfolgreicher Berufung wird ein Ruf an eine Universität erteilt, über den verhandelt werden kann – etwa hinsichtlich Ausstattung, Mitarbeiterstellen und Gehalt.

Weitere Bewerbungstipps und Tricks!

Die Digitalisierung der Hochschullehre hat sich seit der COVID-19-Pandemie dauerhaft etabliert. Hybride Lehrformate, der Einsatz von Learning-Management-Systemen sowie KI-gestützte Lehr- und Lernwerkzeuge sind aus dem Hochschulalltag nicht mehr wegzudenken. Professorinnen und Professoren, die digitale Kompetenzen gezielt einsetzen und innovative Lehrkonzepte entwickeln, sind zunehmend gefragt. Viele der drängendsten gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Herausforderungen erfordern eine interdisziplinäre Herangehensweise. Professorinnen und Professoren werden verstärkt dazu ermutigt, mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Fachgebieten zusammenzuarbeiten, um komplexe Probleme zu lösen. Die Internationalisierung der Hochschulbildung schreitet weiter voran: Ein zunehmender Austausch von Studierenden, Forschenden und Ideen über nationale Grenzen hinweg verlangt von Professorinnen und Professoren eine interkulturelle Kompetenz und Offenheit für globale wissenschaftliche Netzwerke. Gleichzeitig gewinnen Tenure-Track-Modelle, Drittmitteleinwerbung und Transferleistungen in die Gesellschaft an Bedeutung für die Beurteilung akademischer Karrieren.

Häufige Fragen zum Beruf Professor/in

Wie lange dauert es, Professor zu werden?

Der Weg zur Professur dauert in Deutschland in der Regel zwischen 12 und 16 Jahren nach dem Abitur. Nach einem Bachelor- und Masterstudium (5 Jahre), einer Promotion (3–5 Jahre) und einer Postdoc- bzw. Habilitationsphase (4–7 Jahre) oder einer Juniorprofessur (6 Jahre) steht die Bewerbung auf eine Professur an. Tenure-Track-Modelle können den Weg etwas planbarer gestalten.

Braucht man eine Habilitation, um Professor zu werden?

Eine Habilitation ist in Deutschland traditionell der klassische Weg zur Professur, jedoch nicht mehr zwingend erforderlich. Als gleichwertige Alternativen werden von vielen Universitäten eine Juniorprofessur (mit oder ohne Tenure Track), herausragende Publikationsleistungen oder eine mehrjährige Führungsposition in der Wirtschaft oder Forschung anerkannt. Die genauen Anforderungen variieren je nach Bundesland, Universität und Fachgebiet.

Kann man auch ohne Promotion Professor werden?

An Fachhochschulen (HAW) ist eine Professur grundsätzlich auch ohne klassische Habilitation möglich, setzt aber neben der Promotion in der Regel eine mindestens fünfjährige einschlägige Berufspraxis außerhalb des Hochschulbereichs voraus, davon drei Jahre außerhalb des Hochschuldienstes. An Universitäten hingegen ist eine Promotion in nahezu allen Fällen unabdingbare Voraussetzung für eine Berufung.

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