20 Jahre Wiedervereinigung – was bedeutet das für den Arbeitsmarkt

Aktuell kann man fast auf keinen Fernsehsender zappen, der nicht eine Talkshow oder Dokumentaion zum Thema Wiedervereinigung sendet. 20 Jahre ist es her, dass der Osten die blühenden Landschaften von Helmut Kohl sehen wollte. Doch die blühende Landschaft wurde schon kurz nach der Wende durch die Treuhand abgmäht und verkauft mit schwerwiegenden Folgen für den heutigen Arbeitsmarkt.

Die Dokumentation „Beutezug Ost“ erinnert vom Titel her an das Dritte Reich und den Russlandfeldzug, doch bezieht sie sich ausschließlich die Zeit nach der Wiedervereinigung. Überforderte Treuhand-Manager und inkompetente Politiker sorgten für den Ramschverkauf der DDR, anstatt der erwarteten 250 Mrd. EUR Plus, steht am Ende der Treuhand ein Minus von 650 Mrd. EUR. Allein diese Tatsache suggeriert schon, dass dort fast Alles falsch gelaufen ist.

Doch das Schlimmste ist, die Folgen zeigen bis heute ihre Wirkung, besonders auf dem Arbeitsmarkt, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Die ostdeutschen Bundesländer erleben einen Brain-Drain, oder eher einen Youth-Drain, welcher die Folge des Handelns von Treuhand und Politik darstellt. Durch den Verkauf von DDR-Inventar und Unternehmen an westdeutsche bzw. ausländische Unternehmen, sind in Ostdeutschland keine souveränen Unternehmen entstanden, sondern lediglich Niederlassungen. Das macht sich bis heute bemerkbar und ist mitverantwortlich für die Abwanderung ganzer Generationen in die westdeutschen Bundesländer.

Während die Zukunftschancen in Ostdeutschland überschaubar sind, mit Ausnahme von Berlin und Brandenburg, bietet der Arbeitsplatz in Westdeutschland, doch Einiges mehr. Wer kann, verlässt die chancenlosen Bundesländer, die noch immer mit dem Solidaritätsbeitrag am Leben erhalten werden.

Solange sich dies nicht ändert, haben diese Bundesländer keine Chance auf eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung mit Zukunft. Wer über ostdeutsche Nazis lästert, der muss auch wissen wo die Ursache liegt und wer dafür die Verantwortung trägt.

Quelle: taz.de

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