Burn-Out-Erkrankungen nehmen stark zu

Was zu erwarten war, hat sich auch bestätigt. Der zunehmende Stress im Arbeitsalltag lässt die Anzahl der Burn-Out-Erkrankten deutlich zulegen. Die Anzahl der Fehltage durch Burn-Out hat sich seit 1999 um ca. 80% erhöht.

Unverantwortliche und inkompetente Personalführung und Unternehmenspolitik ist eine wichtige Ursache für die steigenden Zahlen der Burn-Out-Patienten. Die bewusste Entschleunigung ist als aktive Gegenbewegung zu einer immer schnelleren und stressigeren Arbeitswelt zu sehen. Immer mehr Frauen, vor allem mit Doppelbelastung als Alleinerziehende, erkranken am Burn-Out-Syndrom. Eine Tatsache die schon seit Jahren bekannt ist und für die unsere Politiker und Unternehmensverbände die Verantwortung tragen. Sie schaffen die Grundlage für ein System, welches Arbeitnehmer krank macht.

In 2010 waren 100.000 Arbeitnehmer aufgrund des Burn-Outs krank geschrieben, somit sind dieser Krankheit 1,8 Millionen Fehltage zuzuordnen. Das schlimme an dieser Krankheit ist, dass diese Menschen für ihr Leben lang ausgebrannt sein werden, die Folgen für den Körper und den Geist sind irreparabel.

Was können die Arbeitnehmer tun? Von der Politik allein gelassen und von den Unternehmern verheizt bleibt einem nur auf Freunde, Verwandte und besonders selbst auf den eigenen Körper zu hören. Den meisten Menschen fällt das jedoch schwer, denn wer im Hamsterrad des Dauerstress seine Runden dreht, der kann meistens sein eigenes Leben nicht mehr reflektieren, genau hier liegt das Problem.

Erst wenn sich der Körper meldet, durch Krankheit die sich nicht mehr so leicht mit einer Pille wegschlucken lässt, kommen viele Menschen zur Vernunft, doch bei weitem nicht alle. Der Burn-Out trifft meistens besonders ehrgeizige Menschen, die sich nicht eingestehen können, dass sie gerade einen fatalen Fehler begehen. Doch andere kommen einfach aus Gewohnheit nicht aus dem Hamsterrad des beruflichen Alltags heraus.

Wer sich wundert, dass er meistens immer im Urlaub krank wird, ist vielleicht schon ein Kandidat, denn besonders in Entspannungsphasen macht der Körper auf seine Probleme aufmerksam, weil dann die Stresshormonpegel sinken.

Wer merkt, dass ihm der Burn-Out droht, sollte entweder mit seinem Arbeitgeber darüber sprechen und gemeinsam nach einer Lösung suchen, oder bei einem uneinsichtigen Chef (leider sehr häufig) die letzte Konsequenz ziehen und den Job wechseln. Ein Jobwechsel sollte dann so schnell wie möglich und in Absprache mit der Krankenkasse und dem Arzt vollzogen werden.

Jobs kann man Tausende haben, Gesundheit gibt es nur einmal.

Quelle: zeit.de

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