Ist die Commerzbank pessimistisch oder realistisch?

Dunkle Wolken – nicht nur über Frankfurt und der Commerzbank. Die Commerzbank AG ist im deutschen und internationalen Bankenmarkt ein Schwergewicht, nicht erst nach der Übernahme der Dresdner Bank. Auch, wenn sie mittlerweile teilverstaatlicht ist und sich eingestehen musste, dass sie zu gierig war – die Prognose und die Zukunft bleibt düster.

Heute veröffentlicht die Commerzbank eine interne Studie zur konjunkturellen Entwicklung in Deutschland bis zum Jahre 2010 und stellt damit das bisher schlimmste Szenario dar. Die Commerzbank-Studie geht von einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts von 6-7 % aus, alle bisherigen Studien liegen bei 3-4 %, es handelt sich also quasi um ein doppeltes Witschaftsminus für 2009.

Die „Experten“ der Commerzbank begründen diesen drastischen Schritt mit dem enormen Auftragsrückgang im Januar 2009. Diese Entwicklung sehen sie übrigens nicht nur für Deutschland, sondern auch für die EU und USA.

Natürlich melden sich da gleich wieder die Optimisten und sprechen berechtigerweise von einem negativen psychologischen Effekt der von dieser Studie ausgeht. Recht haben sie, aber die Commerzbank hat in den letzten Monaten gelernt realistisch zu sein. Das blaue Auge vom Finanzmarkt hat den Spekulationsgeschäften und Höhenflügen ein Ende gesetzt. Kurz, die Commerzbank hat noch vor der Deutschen Bank aus eigenen Fehlern gelernt.

Daher sind die Zahlen nicht schön geredet und stehen auch nicht für einen besonderen Pessimismus, sie bilden einfach nur einen realistischen Blick auf die Dinge die kommen könnten, basierend auf aktuellen Sachverhalten des Monats Januar 2009.

Allerdings ist der Januar 2009 auch einer bisher schwierigsten Monate gewesen, denn die Abwrackpärmie und andere Konjunkturmaßnahmen haben den Autobauern in den Monaten Februar und März bisher volle Auftragsbücher beschert. Sollte das Feuerwerk allerdings abgefackelt sein sich ein konjunktureller Januar 2009 wiederholen, so könnte aus der Konjunkturstudie gewisse Realität werden. Vielleicht sollten wir alle hoffen und beten, dass die Commerzbank-Studie wirklich nur eine pessimistische Studie bleibt, denn sollte dieser Ausblick wirklich eintreffen haben wir alle nichts mehr zu lachen.

Quelle: Spiegel Online

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