Öffentlicher Dienst – einzige Zuflucht für Familien?

Seit Jahren ist augenscheinlich, dass in der Mittelschicht überwiegend die Angestellten des öffentlichen Dienstes die Kinder kriegen. Wer in der freien Wirtschaft als Angestellter arbeitet, kann es sich in der Regel finanziell und zeitlich nicht erlauben.

Um das im Vorfeld klar zu stellen: Nein, ich arbeite nicht im öffentlichen Dienst und ja, ich habe ein Kind. Vermutlich ist das auch der Grund, warum es mir überhaupt auffällt, dass hier etwas aus dem Ruder gelaufen ist.

Bereits während meines Studiums vor einigen Jahren wurde mir in vielen Gesprächen mit meinen Kommilitoninnen deutlich, dass sie sich in zwei Lager spalten lassen. Viele von ihnen hätten am liebsten schon während des Studiums ein Kind gehabt, die andere Hälfte will überhaupt keine Kinder, sondern Karriere machen und das Leben genießen.

Wer zur zweiten Hälfte gehört hat in der heutigen Gesellschaft kein Problem, die Unternehmen suchen kinderlose, karrieregeile Personen, die für das Unternehmen leben und dort ihre Selbstverwirklichung und ihren Familienersatz finden. Dieses Bild stellt aktuell noch immer den gesellschaftlichen Idealtypus dar.

Wer aber zur anderen Hälfte meiner Kommilitoninnen gehört, der hat in der Tat ein Problem, denn Arbeit und Familie sind heute für Frauen unfassbar weit von einander entfernt. Wer als Frau mit Kind studieren möchte hat ein Problem, wer mit Kind in die Arbeitswelt eintaucht hat ein noch größeres Problem. Die größte Hürde besteht darin überhaupt einen Job zu finden. Wer einen Job gefunden hat der ein Familienleben zulässt, der hat fast schon die Wahrscheinlichkeit für einen Sechser im Lotto erfüllt.

Aber es gibt sie, die Arbeitsplätze für berufstätige Frauen! Der öffentliche Dienst ist „in der Regel“ für Familien eine Bastion der Hoffnung, einige unschöne Ausnahmen (ARGE) stechen natürlich heraus. Aber es ist gut so, dass wenigstens der öffentliche Dienst und das Beamtentum noch ein gutes Familienleben zulassen. Geregelte Arbeitszeiten, tarifliche Arbeitsverträge, etc….

Es ist schon erstaunlich, dass in der Grundschulklasse meines Kindes mit 24 Kindern in der Klasse, bei 16 Kindern die Eltern im öffentlichen Dienst arbeiten.

Wer als Frau nach einem Studium für einen Job in die Wirtschaft geht, bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit kinderlos. Daher finde ich es gut, dass der öffentliche Dienst die Fahne des Familienlebens hoch hält, es ist die einzige Chance für Frauen im Berufsleben zu bestehen und gleichzeitig eine Familie zu gründen, vor allem für Alleinerziehende. Allerdings ist mir auch bewusst, dass dies nur aufgrund der Gesetzeslage passiert.

Ich habe den größten Respekt vor alleinerziehenden Müttern. Sie haben in unserer Gesellschaft aktuell die schwierigste Situation zu stämmen. Entweder sie bleiben beim Kind und riskieren die Arbeitslosigkeit und Hartz 4, oder versuchen sich in der extrem harten Belastung mit Beruf und Familie. Wer dann einen unbefristeten Job im öffentlichen Dienst besitzt kann sich sehr glücklich schätzen.

Hilfestellungen:

berufstaetige-muetter.de/

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