Das Phänomen: Die Gutt-Menschen

Karl Theodor zu Guttenberg ist weg und hat endlich die Konsequenzen aus seinem Doktorarbeitsbetrug gezogen. Trotzdem möchte ich noch einmal auf ein Phänomen aufmerksam machen, welches es in Deutschland so noch nicht gegeben hat.

Als Rudolf Scharping seinen Posten als Verteidungsminister räumen musste, hat er dies wegen einer Lächerlichkeit getan, nicht wegen einer Straftat. Karl Theodor zu Guttenberg wird eventuell noch einmal wieder kommen, wie andere auch, aber nur, wenn die nun folgenden Gerichtsverfahren für ihn gut laufen sollten, was nicht anzunehmen ist.

Doch so etwas hat es in der Bundesrepublik noch nicht gegeben, dass ein Politiker erst auf massiven Druck der Bevölkerung und vieler freier Medien gehen musste. Fast war es so, als hätte er einen neuen Führerkult entfacht, der jeglichen Widerstand wegspülte. Gutt-Menschen waren anscheinend überall, sie verharmlosten, spielten herunter oder dementierten ganz einfach Fakten. Noch jetzt, nach seinem Rücktritt halten viele zu ihm, obwohl er überführt ist.

Die Gutt-Menschen sagen Sätze wie „Ach, wir mogeln und lügen doch alle, ist doch nicht so schlimm.“ oder aber „Er war so ein netter und kompetenter Politiker.“

Doch warum? Warum, scheinen konservative ihre eigenen Werte über den Haufen zu schmeißen und lassen sich von seinem Schein trügen? Fakt ist: Guttenberg hat betrogen und fakt ist auch, er hat politisch nichts Großes geleistet. Also warum?

Die Antwort scheint BILD zu sein. Kein anderes Medium hat jemals einen Politker so unterstützt wie die BILD jetzt KT. Das fiel schon vielen Menschen im Sommer letzten Jahres auf. Eine Positiv-Schlagzeile nach der anderen, obwohl es gar nichts Positives zu berichten gab. Es war eine richtige KT-Kampagne, vielleicht ist sogar viel Geld geflossen.

Der BILD ist es gelungen manipuliertes Wahl-Volk auf eine Führerperson einzuschwören. Diese fast schon nationalsozialistische Propaganda, hat anscheinend funktioniert. Tausende Gutt-Menschen beten ihn an, ohne ersichtlichen Grund.

Hoffentlich war das nicht ein Testlauf für eine neue Art von Wahlwerbung a la Berlusconi.

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