Definition: Sozialadel

Der Begriff Sozialadel stammt aus der Umstellung von Sozialhilfe auf Hartz 4 und entstand in der Auseinandersetzung von Angestellten der Jobcenter mit langjährigen Sozialhilfeempfängern.

Im Prinzip hat der Begriff alle Chancen irgendwann zu einem Unwort des Jahres aufsteigen zu können, doch definiert er auch einen wahren Kern in unserer Gesellschaft.

Die Definition selbst hat eigentlich nichts mit dem Adelsstand an sich zu tun, sondern eher mit dessen Selbstverständnis und Selbstbewusstsein.

Der Begriff Sozialadel beschreibt eine soziale Gruppe, in der Regel eine Familie von Sozialhilfeempfängern , welche bereits in der zweiten oder dritten Generation die Sozialleistungen beziehen und sich kein anderes Leben wünschen.

Sie sind im Umgang mit Behörden  extrem fordernd und wissen genau über Abläufe für Anträge und Bewilligungen bescheid. Nicht selten werden folgende Generationen beim Gang zum Amt begleitet, um die Forderungen beim Staat optimal umzusetzen.

Der Sozialadel zeichnet sich aus durch absolute Leistungsverweigerung, bei einer Dauerfinanzierung durch das kommunale Sozialsystem. Eine Aktivierung von Seiten der Jobcenter ist von den Betreffenden nicht gewünscht und wird als unliebsamer Eingriff in den Alltag interpretiert.

Politiker haben in diesem Zusammenhang schon mal öfter den alternativen Begriff Sozialschmarotzer genannt.

Diese Gruppe lebte die letzten Jahrzehnte zwar bekannt aber unauffällig in der Gesellschaft, wurde jedoch mit der Abschaffung von Sozialhilfe und Einteilung zu Hartz 4 in das Licht der Öffentlichkeit gezehrt. Besonders die Massenmedien wie Bild-Zeitung oder private Sender wie RTL oder SAT1, stellen seit einigen Jahren diese soziale Gruppe an den medialen Pranger und somit ins Licht der Öffentlichkeit.

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