| Ausbildung und Jobs als Fluglotse/Fluglotsin: | ||
|---|---|---|
| Berufe von A - M | Berufe von N - Z | |
| Tipps zur Bewerbung | ||
Berufsbild Fluglotse/Fluglotsin
In Deutschland ist die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) für die Sicherheit der Flugzeuge
und Flüge zuständig. Sicherer Start und sichere Landung sind das Muss für jeden Fluglotsen,
denn sobald ein Flugzeug auf die Startbahn rollt beginnt der Job als Fluglotse/Fluglotsin.
In der Luft ist der Tower für die Sicherheit der Flüge in ziviler und militärischer Form
zuständig. Sobald ein Flugzeug einen gewissen Radius verlässt, kommt es automatisch in den
Flugbereich einer anderen Station zur Flugsicherung. Mit diesem flächendeckenden System
wird gewährleistet, dass es keine Sicherheitslücken im deutschen aber auch internationalen
Luftraum gibt.
Seit dem Jahre 1951 ist der Flugverkehr dem Bundesverkehrsministerium unterstellt und
seit 1993 ist die DFS als bundeseigenes aber privaterechtliches Unternehmen für die
Flugsicherheit zuständig.
Aber was machen Fluglotsen eigentlich? Sie arbeiten mit Radar und Funk und sorgen
mit diesen Mitteln für eine reibungslose Organisation des Flugverkehrs. Vom Tower
oder Kontrollzentrum haben sie einen Überblick und können das gesamte Start- und
Landefeld überblicken. Im Prinzip ist der Blick aus dem Fenster allerdings nur selten
notwendig, denn die eigentliche Steuerung und Überwachung passiert auf dem Bildschirm.
Neben der DFS sind Fluglotsen auch bei der Bundeswehr oder der Akademie der deutschen
Flugsicherung beschäftigt. Der Job beinhaltet eine enorme Verantwortung und muss
täglich fehlerlos ausgeübt werden. Schon der kleinste Fehler kann schwere Folgen
haben und Menschenleben kosten.
Gehalt und Verdienst als Fluglotse/Fluglotsin
Das Gehalt als Fluglotse ist sehr gut, in diesem Beruf ist der Verdienst aufgrund
der Anforderungen an die Qualifikation und Fähigkeiten und des großen Verantwortungsbereiches
recht üppig. Die Fluglotsen sind bundesweit gewerkschaftlich organisiert und verfügen
somit über einen guten Einfluss.
Der Verdienst in der Flugsicherung richtet sich wie bei anderen Berufen auch nach
Berufserfahrung oder Verantwortungsbereich. Der Fluglotse am stark frequentierten
Frankfurter Flughafen wird ein höheres Gehalt erwarten als nebenan in Frankfurt/Hahn.
Der tariflich festgelegte monatliche Bruttoverdienst für einen Fluglotsen kann zwischen
3000,- und 4200,- EUR betragen. Je nach Größe des Flughafens werden dann noch sogenannte
operative Zulagen zusätzlich ausgezahlt, die zwischen 1200,- und 3200,- EUR liegen können.
Das Gehalt der Fluglotsen zählt somit auch zu den Berufen mit den höchsten gezahlten
Gehältern in Deutschland.
Ausbildung als Fluglotse/Fluglotsin
Wer eine Ausbildung als Fluglotse/Fluglotsin absolvieren möchte, der
kann diese schulische und bundesweit einheitlich geregelte Berufsausbildung
ausschließlich in Langen bei Frankfurt am Main absolvieren. Hier werden dann
zwei unterschiedliche Ausrichtungen ausgebildet, zum einen als Towerfluglotse
und zum anderen als Centerfluglotse.
Die Ausbildung als Fluglotse erfolgt in Theorie sowie in Praxis, wobei sich die Praxis
auf Flugsimulatoren bezieht. Dieser Phase der Grundausbildung folgt eine On-the-job-Phase
der betrieblichen Ausbildung, in welcher durch erfahrene Fluglotsen das notwendige
Wissen vermittelt wird. Der Arbeitsort als Fluglotse ist nicht frei wählbar, sondern wird
planwirtschaftlich eingeteilt.
Für die Zeit an der Akademie erhalten die Azubis eine Ausbildungsvergütung von 770,- EUR
brutto im Monat, aber bereits danach erfolgt in der betrieblichen Ausbildung schon eine
Vergütung von ca. 2900,- EUR brutto monatlich. Die Dauer der Ausbildung als Fluglotse variiert
zwischen 18 und 34 Monaten.
Wer in diesem Beruf aktiv werden will, der muss sich allerdings komplett durchleuchten lassen.
Ein polizeiliches Führungszeugnis reicht hier nicht aus, der Sicherheitscheck für den Dienst in
Bereichen des Flughafengeländes von Verkehrsflughäfen geht sehr tief. Selbst eine Teilnahme
an einer politischen Demonstration kann hier zu einem Berufsverbot führen, was in einer Demokratie
mit freier Meinungsäußerung grenzwertig scheint.
Eigenschaften und Fähigkeiten in der Flugsicherung
Die Flugsicherung in Deutschland und vor allem der Beruf Fluglotse, zählen
zu den Jobs mit der größten Verantwortung im Berufsleben. Von Fehlentscheidungen
können hunderte Menschenleben abhängen. Ähnlich wie bei den Verkehrsleitzentralen
des Schienenverkehrs.
Ein Fluglotse muss extrem stressresistent arbeiten können und darf sich auch bei
hohem Flugaufgebot in der Luft nicht aus dem Konzept und der Ruhe bringen lassen.
Hierbei ist neben dem Funk das Radar das wichtigste Arbeitsmittel.
Gute Englischkenntnisse sind ein Muss, denn die Sprache der Lüfte ist Englisch.
Zusätzlich müssen bestimmte internationale Codesbeherrscht werden, die bestimmte
Situationen in einem Flugzeug beschreiben. Wenn es somit zu Problemen im oder am Flugzeug kommt,
brauch der Pilot nicht lange das Problem beschreiben und gewinnt so eventuell
wertvolle Minuten zur sicheren Landung.
Bewerbung auf Stellenangebote als Fluglotse/Fluglotsin
Bewerbungen im eigentlichen Sinne sind für Fluglotsen eigentlich gar nicht notwendig,
weil der Arbeitsmarkt sehr geregelt ist. Nach der Ausbildung an der Akademie der
Deutschen Flugsicherung GmbH erfolgt die Zuordnung des Arbeitsplatzes nach dem örtlichen
Bedarf und somit nicht frei vom Arbeitsnehmer wählbar.
Aus diesem Grund existiert auch so gut wie keine Konkurrenzkampf im Job, weshalb
der Bewerbungsprozess ganz anders abläuft und planwirtschaftlich organisiert ist.
Trends und Entwicklung für Jobs in der Flugsicherung
Die Welt rückt zusammen. Im Zuge der Globalisierung und der ständig steigenden
Verkehrsaufkommen in der Luft, gibt es für Fluglotsen genug zu tun. Billigflieger
drängen massiv in den Markt und etablierte Fluggesellschaften bauen ihr Geschäft aus.
Selbst kleine Flughäfen werden mittlerweile für Passagieraufkommen in Millonenhöhe
ausgerüstet und die Anzahl der Passagier- und Frachtmaschinen im deutschen Luftraum
steigt kontinuierlich.
Der Job scheint sehr krisensicher zu sein und die Anzahl der Beschäftigten in diesem
Bereich steigt mit dem Passagieraufkommen, obwohl hier sicherlich in Zukunft mit einer
Konsolidierung zu rechnen ist.

Quelle: Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik der BA. Für das Jahr 2007
liegen bei den Arbeitslosen nur unvollständige Daten vor.