Berufsfeuerwehrmann/Berufsfeuerwehrfrau – Ausbildung, Gehalt und Voraussetzungen

Die Berufsfeuerwehr ist nach wie vor eine männlich geprägte Domäne: Der Anteil weiblicher Feuerwehrkräfte liegt bei lediglich etwa 4–5 % – ein Beleg für die nach wie vor hohen körperlichen Anforderungen in diesem Beruf. Feuerwehrleute sind in der Regel die ersten Personen am Einsatzort und leisten sowohl psychische als auch physische Schwerstarbeit.

Berufsfeuerwehrleute sind meist bei der örtlichen Berufsfeuerwehr tätig, die es in jeder größeren Stadt gibt. Einsatzgebiete finden sich aber auch im Bereich der Streitkräfte oder der Großindustrie – beispielsweise in der chemischen Industrie, auf Flughäfen oder im Bergbau. Dort sind sie in der sogenannten Werksfeuerwehr aktiv.

Als Berufsfeuerwehrfrau oder Berufsfeuerwehrmann ist das Einsatzgebiet weitläufig und nicht nur auf Brandherde beschränkt. Das Retten einer Katze vom Baum gehört ebenso dazu wie die Hilfe bei Verkehrsunfällen oder Katastrophen. Löschen, retten, helfen und schützen – in gefährlichen, oft lebensbedrohlichen Situationen stehen Feuerwehrleute ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern zur Seite. Für diese vielfältigen Aufgaben werden sie an unterschiedlichsten Gerätschaften ausgebildet.

Berufsfeuerwehrleute sind häufig im öffentlichen Dienst beschäftigt und verbeamtet. Schutzausrüstung und Dienstkleidung werden gestellt. Die Arbeit erfolgt in der Regel im Schicht- und Bereitschaftsdienst. In ländlichen Regionen ergänzt die freiwillige Feuerwehr die Berufsfeuerwehr.

Berufsfeuerwehr – Gehalt und Verdienst

Anders als die freiwillige Feuerwehr steht die Berufsfeuerwehr jeden Tag und rund um die Uhr bereit. Wie der Name schon sagt: Es ist ihr Beruf – und entsprechend arbeiten Berufsfeuerwehrleute in einem Angestelltenverhältnis oder als Beamte mit geregeltem Verdienst bzw. Besoldung.

Die Besoldung im öffentlichen Dienst richtet sich nach der jeweiligen Besoldungsgruppe, die durch Ausbildung, Funktion und Verantwortungsbereich bestimmt wird – vom mittleren technischen Dienst bis hin zum gehobenen Dienst. In den Eingangsstufen sind monatliche Bruttogehälter von ca. 2.200 bis 3.200 EUR möglich (Stand 2024, je nach Bundesland und Erfahrungsstufe). Zusätzlich können Zuschläge wie Familienzuschlag, Schichtzulagen oder Zulagen für besondere Verwendungen das Gehalt erhöhen.

Ausbildung als Feuerwehrmann/-frau

Berufsfeuerwehrkräfte gelten als ehrenwerte Fachleute, die – ähnlich wie Polizistinnen und Polizisten – ihren Mitmenschen in Notsituationen helfen wollen. Wer zur Berufsfeuerwehr möchte, absolviert in der Regel die Ausbildung im mittleren oder gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst.

Die Ausbildung findet an den Landesfeuerwehrschulen und Berufsfeuerwehrschulen in Deutschland statt. Die Dauer variiert je nach Bundesland und Laufbahn zwischen 9 Monaten und 2 Jahren. Der theoretische Unterricht erfolgt an den Schulen, die praktische Ausbildung direkt in den Feuerwehrzentralen, bei denen man sich beworben hat.

Bestandteil der Ausbildung ist auch eine Rettungssanitäter-Ausbildung, da Feuerwehrleute häufig noch vor dem Rettungsdienst am Einsatzort eintreffen und deutlich mehr als einfache Erste Hilfe leisten müssen.

Während der Ausbildung erhalten angehende Feuerwehrleute eine Ausbildungsvergütung in Form von Anwärtergrundbeträgen: Im gehobenen Dienst ca. 1.300 EUR, im mittleren Dienst ca. 1.200 EUR monatlich (Richtwerte 2024, bundeslandabhängig).

Am Ende der Ausbildung steht die Laufbahnprüfung mit schriftlichem, mündlichem und praktischem Teil. Sie darf maximal einmal wiederholt werden – eine gründliche Vorbereitung ist daher unerlässlich.

Die Zugangsvoraussetzungen sind klar definiert: Mindestens ein Hauptschulabschluss sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung sind erforderlich, wobei die genauen Anforderungen je nach Bundesland variieren können. Außerdem müssen ein umfangreicher Eignungstest sowie die beamtenrechtlichen Voraussetzungen (u. a. deutsche Staatsbürgerschaft) erfüllt sein.

„Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann!“ Der Traum vieler kleiner Jungs wird wahr, wenn sie erwachsen sind.
Doch im beruflichen Alltag muss man hin und wieder viel riskieren und steht an vorderster Stelle, besonders bei Verkehrsunfällen.

Eigenschaften und Voraussetzungen für die Berufsfeuerwehr

Die körperlichen Anforderungen an Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner sind sehr hoch. Fitness ist Grundvoraussetzung und wird im Berufsalltag regelmäßig kontrolliert – nicht zuletzt zum eigenen Schutz. Sport- und Rettungsschwimmerabzeichen müssen kontinuierlich erneuert werden.

In Notsituationen wird jedoch nicht nur körperliche Stärke erwartet. Ebenso wichtig sind Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und Entschlusskraft – gegenüber Mensch und Tier, aber auch gegenüber den eigenen Kolleginnen und Kollegen. Umsichtige Entscheidungen in Extremsituationen zu treffen ist ein zentraler Teil des Berufsalltags.

Hinzu kommt der sichere Umgang mit technischen Geräten und Fahrzeugen. Eine handwerkliche oder technische Vorausbildung ist daher häufig von Vorteil und wird von vielen Feuerwehren ausdrücklich begrüßt.

Bewerbung als Feuerwehrmann/-frau

Für eine Stelle bei der Berufsfeuerwehr gilt klassisch: Die Bewerbung erfolgt schriftlich per Post mit einer vollständigen Bewerbungsmappe – es sei denn, im Stellenangebot ist ausdrücklich eine Online-Bewerbung erwünscht oder möglich.

Die Bewerbungsmappe umfasst ein Bewerbungsanschreiben, einen tabellarischen Lebenslauf sowie Kopien relevanter Zeugnisse und Bescheinigungen. Viele öffentliche Institutionen bieten inzwischen auch direkte Online-Bewerbungsformulare an, über die Unterlagen digital eingereicht und gespeichert werden können.

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Beschäftigungszahlen und Trends

Gesellschaftliche Trends wie zunehmende Mobilität und berufliche Belastung machen sich besonders in der freiwilligen Feuerwehr bemerkbar. Vor allem in ländlichen Gebieten fehlt es an ehrenamtlichem Engagement – eine personelle Lücke, die der Staat zunehmend durch hauptamtliches Feuerwehrpersonal schließen muss. Gleichzeitig wird verstärkt versucht, mehr Frauen für die freiwillige und die Berufsfeuerwehr zu gewinnen.

Gegenläufig dazu steht eine Verlagerung hin zu mehr Präventionsarbeit, der Privatisierung einzelner Bereiche sowie der Zusammenlegung von Feuerwehrstationen zur Kostenoptimierung. Die Arbeitslosenquote im Bereich Feuerwehr liegt bei unter 2 % – ein Zeichen für die stabile Nachfrage nach qualifiziertem Feuerwehrpersonal.

Häufige Fragen zur Berufsfeuerwehr (FAQ)

Welche Voraussetzungen brauche ich für die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr?

Für die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr benötigst du mindestens einen Hauptschulabschluss sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung, idealerweise in einem handwerklichen oder technischen Bereich. Zudem musst du die beamtenrechtlichen Voraussetzungen nach § 7 Beamtenstatusgesetz (BeamtStG) erfüllen – das umfasst die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaats, Islands, Liechtensteins, Norwegens oder der Schweiz. Bei dringendem dienstlichen Bedürfnis ist im Einzelfall auch die Einstellung von Drittstaatenangehörigen möglich. Hinzu kommen ein umfangreicher Eignungstest sowie körperliche Fitness und gesundheitliche Eignung. Die genauen Anforderungen können je nach Bundesland variieren.

Wie viel verdient man als Berufsfeuerwehrmann oder -frau?

Das Gehalt bei der Berufsfeuerwehr richtet sich nach der Besoldungsgruppe im öffentlichen Dienst. In den Eingangsstufen des mittleren Dienstes (A6/A7) sind monatliche Bruttobezüge von ca. 2.500 bis 3.500 EUR möglich (Stand 2025). Durch Zulagen wie Schichtzuschläge, Familienzuschlag oder besondere Verwendungen kann das Gehalt deutlich höher ausfallen. Im gehobenen und höheren Dienst sind entsprechend höhere Bezüge möglich.

Wie lange dauert die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr?

Die Ausbildungsdauer bei der Berufsfeuerwehr variiert je nach Bundesland und angestrebter Laufbahn. Im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst dauert sie in der Regel etwa 9 bis 12 Monate, im gehobenen Dienst bis zu 2 Jahre. Die Ausbildung umfasst theoretischen Unterricht an Landes- oder Berufsfeuerwehrschulen sowie praktische Einsatzphasen in der jeweiligen Feuerwehrzentrale.

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