Polizist/Polizistin – Ausbildung, Berufsbild, Gehalt und berufliche Chancen nach der Polizeiausbildung

Du hattest schon immer den Wunsch, als Polizistin oder Polizist beruflich tätig zu werden? Du bist sportlich trainiert und hast ein gesundes Rechtsbewusstsein? Vielleicht ist der Beruf Polizist/in dann genau richtig für dich.

Neben dem Feuerwehrmann/-frau fasziniert kaum ein anderer Beruf die Vorstellung von Heranwachsenden so sehr. Polizeivollzugsbeamte gehören zu den gesellschaftlich angesehensten Berufsgruppen in Deutschland – was auch daran liegt, dass ihnen eine große Verantwortung obliegt, sowohl in kritischen Situationen als auch im Alltag. Im Jahr 2024 verfügten die Polizeien in Deutschland über rund 342.500 Vollzeitäquivalente, davon ca. 294.000 Beamtinnen und Beamte.
Quelle: Wikipedia, Polizei (Deutschland), zitiert nach Destatis Personalstandsstatistik; Statistisches Bundesamt, Vollzeitäquivalente Beschäftigte Polizei, Stand 30. Juni 2024.

Polizeivollzugsbeamter/-beamtin im mittleren Dienst ist der klassische Polizeiberuf, wie ihn die meisten kennen – im Rahmen der Schutzpolizei im Wach- und Streifendienst oder bei der Bereitschaftspolizei. Das Aufgabengebiet umfasst Beratung und Hilfe für Bürgerinnen und Bürger, Überwachung des Straßenverkehrs, Aufklärung von Straftaten und Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Unfällen. Als Polizistin oder Polizist ist man nicht nur unterwegs: Das Erstellen von Protokollen, Berichten und Formularen am Schreibtisch gehört ebenso zum Berufsalltag.

Gehalt als Polizist/in

Das Gehalt von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten ist durch Besoldungsgesetze klar geregelt. Bei Landespolizisten richtet sich die Vergütung nach dem jeweiligen Landesbesoldungsgesetz; bei Bundesbeamten (Bundespolizei, BKA) gilt das Bundesbesoldungsgesetz. Die alten Angaben im Original (1.600–2.600 Euro monatlich) entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand und waren auch damals auf den mittleren Dienst der Eingangsbesoldung beschränkt.

Mittlerer Polizeivollzugsdienst (A6–A9): Nach aktuellen Besoldungstabellen liegt die monatliche Besoldung im mittleren Dienst zwischen rund 2.964 und 4.330 Euro brutto. Das Einstiegsgehalt (A7, Stufe 1) liegt je nach Bundesland bei ca. 2.800–3.000 Euro; das Maximum in A9 (Polizeihauptmeister/in, Erfahrungsstufe 8) erreicht laut ausbildung.de rund 4.330 Euro monatlich bei der Landespolizei und 4.283 Euro bei der Bundespolizei. Nachtschicht-, Feiertags- und Wochenenddienstzuschläge erhöhen den Verdienst durchschnittlich um weitere 300–400 Euro monatlich.
Quellen: ausbildung.de, Polizist/in Gehalt (Stand März 2024); polizeitest.de, Polizei Besoldung (Stand Juni 2024); polizist-werden.de, Polizei Gehalt (Stand Dezember 2024).

Gehobener Polizeivollzugsdienst (A9–A11): Die meisten Bundesländer stellen Polizeianwärter/innen heute direkt im gehobenen Dienst über ein duales Studium ein. Das Einstiegsgehalt nach dem Studium liegt in A9 bei ca. 2.800–3.300 Euro; als Polizeihauptkommissar/in (A11) sind 3.500–4.500 Euro erreichbar. Als Polizeihauptkommissar/in A12 sind laut Marktangaben 4.200–4.900 Euro realistisch.
Quellen: polizist-werden.de, Polizei Gehalt Dezember 2024; durchschnittsgehalt.com, Polizist Gehalt 2025; gehaltsatlas.com, Polizist Gehalt.

Höherer Dienst (A13 und höher): Im höheren Dienst – etwa als Polizeirat (A13) oder in Führungsfunktionen – sind Grundgehälter von rund 4.800 bis 6.500 Euro und darüber möglich. Für den höheren Dienst ist in der Regel ein Masterabschluss oder eine gleichwertige Qualifikation erforderlich.

Besonderer Vorteil des Beamtenstatus: Da Polizistinnen und Polizisten Beamte sind, werden keine Sozialversicherungsbeiträge (Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung) vom Gehalt abgezogen. Stattdessen erhalten sie eine Pension im Alter sowie staatliche Beihilfe zur Krankenversicherung. Das effektive Nettoeinkommen liegt deshalb deutlich höher als bei vergleichbarem Bruttogehalt in der freien Wirtschaft.
Quellen: polizeitest.de, Polizei Besoldung; polizist-werden.de, Polizei Gehalt Dezember 2024.

Ausbildung als Polizist/in bzw. Polizeibeamter/-beamtin

Die Ausbildung zum Polizeibeamten/-beamtin ist in Deutschland Ländersache und wird von den 16 Bundesländern sowie der Bundespolizei unterschiedlich geregelt. Grundsätzlich gibt es zwei Laufbahnen: den mittleren Polizeivollzugsdienst (Ausbildung, 2–2,5 Jahre) und den heute vorwiegend genutzten gehobenen Polizeivollzugsdienst (duales Studium, meist 3 Jahre). Viele Bundesländer haben den mittleren Dienst inzwischen ganz abgeschafft und bilden nur noch im gehobenen Dienst aus – informiere dich daher unbedingt direkt über die Internetseiten der Polizeibehörde deines Bundeslandes.
Quelle: polizeitest.de; Bundesagentur für Arbeit, Berufssteckbrief Polizeivollzugsbeamter/-beamtin.

Die theoretische Ausbildung findet an den Polizeischulen und Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung statt; der praktische Teil an Polizeistationen vor Ort. Voraussetzung ist mindestens der mittlere Bildungsabschluss für den mittleren Dienst; für das duale Studium im gehobenen Dienst wird die Fachhochschulreife oder das Abitur benötigt. Darüber hinaus müssen gesundheitliche und körperliche Voraussetzungen gemäß Beamtenrecht erfüllt werden. Je nach Bundesland gilt außerdem eine Altersgrenze für die Verbeamtung.

Die Anwärterbezüge (das Ausbildungsgehalt bei der Polizei) sind deutlich höher als im Original angegeben. Die alten Werte (760–820 Euro) entsprechen nicht mehr der Realität. Aktuelle Werte laut dbb (Deutsche Beamtenbund, Stand März/April 2024): Bei den Landespolizeien liegen die Anwärterbezüge im mittleren Dienst zwischen 1.424 und 1.528 Euro brutto monatlich; bei der Bundespolizei bei 1.473 Euro monatlich. Im gehobenen Dienst (duales Studium) sind die Bezüge etwas höher, je nach Bundesland meist zwischen 1.250 und 1.500 Euro.
Quellen: ausbildung.de, Polizist/in Gehalt Ausbildung, zitiert nach dbb beamtenbund und tarifunion, Stand März 2024 / April 2024; polizist-werden.de, Polizei Gehalt Dezember 2024.

Viele kleine Kinder träumen vom Beruf als Polizist, doch wer den Beruf ergreifen möchte, sollte sich über gewisse Tatsachen im Klaren sein. Es handelt sich um eine Arbeitsplatz im Schichtdienst und es gibt emotional schwierige Situationen im Berufsalltag.

Eigenschaften und Voraussetzungen für die Polizeiausbildung

Der Dienst als Polizeibeamtin oder Polizeibeamter ist anspruchsvoll. Das Dreischichtsystem mit Tag-, Spät- und Nachtschichten sowie Einsätze an Wochenenden und Feiertagen gehören unabdingbar dazu. Polizeivollzugsbeamte müssen umfangreiche Kenntnisse der aktuellen Rechtsprechung vorweisen können – ein Interesse an Rechtsfragen und kontinuierliche Weiterbildung sind daher Pflicht.

Der richtige Umgang mit Menschen ist in diesem Beruf enorm wichtig. Polizistinnen und Polizisten kommen regelmäßig in Kontakt mit schwierigen, emotional belastenden Situationen und müssen dennoch professionell und fair agieren. Zu den wichtigsten persönlichen Voraussetzungen zählen: körperliche und psychische Belastbarkeit, Stressresistenz, Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, Besonnenheit und ein ausgeprägtes Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein. Außerdem werden ein einwandfreies Führungszeugnis, die deutsche Staatsangehörigkeit (teils EU-Staatsbürgerschaft ausreichend) sowie das Bestehen umfangreicher Einstellungstests (Sporttests, Seh- und Hörtests, schriftliche Prüfungen, Auswahlgespräche) verlangt.

Bewerbung als Polizist/in

Wer für die Ausbildung als Polizistin oder Polizist eine klassische Bewerbung erwartet, wird überrascht sein: Das Bewerbungsverfahren ist komplex und unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland erheblich. Bereits verbeamtete Polizistinnen und Polizisten, die an eine andere Dienststelle möchten, stellen einen Versetzungsantrag. Für Anwärterinnen und Anwärter ist das Verfahren aufwändiger.

Beispielhaft für das Vorgehen in NRW: Bewerbungen erfolgen über eine Online-Bewerbung beim Werbe- und Auswahldienst NRW, wo ein Bewerberkonto eingerichtet wird. Nach dem Ausfüllen müssen verschiedene Unterlagen – darunter Geburtsurkunde, Sehtest, Sportabzeichen, Rettungsschwimmerabzeichen und ein tabellarischer Lebenslauf – postalisch mit ausgefüllten Vordrucken eingereicht werden. Nach erfolgreicher Onlinebewerbung folgt ein intensives Auswahlverfahren.

In der Regel wird Interessierten ein Einstellungsberater oder eine Einstellungsberaterin zugeteilt, die für Fragen bereitstehen. Informiere dich in jedem Fall direkt über die Internetseite der örtlichen Polizeidirektion deines Bundeslandes, da Fristen, Anforderungen und Verfahren variieren.

Weitere Bewerbungstipps und Tricks gibt es hier!

Der Beruf Polizist/in ist an den Beamtenstatus gebunden – ein unkündbarer, krisenfester Arbeitsplatz, unabhängig von wirtschaftlichen Konjunkturzyklen. Die Besoldung steigt automatisch mit Dienstjahren und Beförderungen. Die meisten Bundesländer stellen inzwischen ausschließlich im gehobenen Dienst ein – über ein duales Studium. Damit wird der Polizeiberuf aufgewertet und bieten sich angehenden Polizistinnen und Polizisten direkt bessere Karrieremöglichkeiten.

Die Berufsaussichten sind in vielen Bundesländern sehr gut: Der Bedarf steigt, und regional werden zusätzliche Stellen besetzt. 2024 verfügten die Polizeien in Deutschland über 342.500 Vollzeitäquivalente, davon 294.000 Beamtinnen und Beamte. Die Bundespolizei beschäftigt laut aktuellem Stand (Dezember 2024) rund 54.977 Mitarbeitende, davon 40.654 Polizeivollzugsbeamte. Herausforderungen wie steigende Cyberkriminalität, Terrorismusprävention und die Sicherung kritischer Infrastruktur erhöhen den Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften weiter.
Quellen: Wikipedia, Polizei (Deutschland), zitiert nach Destatis (Stand 30. Juni 2024); Bundespolizei, Stand Dezember 2024.

Beschäftigte im Aufgabenbereich Polizei in Deutschland 2010–2025

Vollzeitäquivalente 2010
ca. 293.000
Vollzeitäquivalente 2024
342.500
Davon Beamte 2024
294.000
Bundespolizei 12/2024
54.977

Vollzeitäquivalente Beschäftigte im Aufgabenbereich Polizei (Bund + Länder), Deutschland (Destatis/Personalstandsstatistik)
2010: 293000, 2014: 285000, 2018: 305000, 2022: 330000, 2024: 342500
Vollzeitäquivalente Polizei gesamt (Bund + Länder, inkl. Verwaltung und Ausbildung)
Prognose/Schätzung 2025

Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Vollzeitäquivalent der Beschäftigten im Aufgabenbereich Polizei in den Kernhaushalten des Bundes und der Länder, Stand 30. Juni 2024: insgesamt 342.500 VZÄ. Wikipedia, Polizei (Deutschland), zit. nach Destatis: 342.500 VZÄ 2024, davon 294.000 Beamte. Bundespolizei, Stand Dezember 2024: 54.977 Mitarbeitende (davon 40.654 Polizeivollzugsbeamte). testhelden.com / polizeitest.de: Im Durchschnitt 311 Landespolizisten und 68 Bundespolizisten je 100.000 Einwohner. Hinweis: Das Aufgabenfeld Polizei umfasst neben Polizeivollzugsbeamten auch Verwaltungspersonal, Kriminalämter und Personal in Ausbildung; daher ist die Zahl der reinen Polizeivollzugsbeamten geringer als die VZÄ-Gesamtzahl. Werte 2010–2023 auf Basis verfügbarer Destatis-Ankerpunkte interpoliert/geschätzt. Alle Angaben gerundet und ohne Gewähr. Stand: April 2025.


Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Beruf Polizist/in

Was verdient man als Polizist/in in Deutschland?

Das Gehalt ist durch Besoldungsgesetze klar geregelt und hängt von Bundesland, Laufbahn, Besoldungsgruppe und Berufserfahrung ab. Mittlerer Dienst (A6–A9): Einstieg ca. 2.800–3.000 Euro monatlich; Maximum (A9, Stufe 8) ca. 4.283–4.330 Euro. Gehobener Dienst (A9–A11): Einstieg nach dualem Studium ca. 2.800–3.300 Euro (A9); als Polizeihauptkommissar/in (A11): 3.500–4.500 Euro. Höherer Dienst (A13+): Polizeirat und höher: 4.800–6.500 Euro und mehr. Nachtschicht-, Feiertags- und Wochenendzuschläge erhöhen den Verdienst um durchschnittlich 300–400 Euro monatlich. Als Beamte/r werden keine Sozialversicherungsbeiträge abgezogen – das Nettoeinkommen liegt dadurch deutlich höher als bei vergleichbarem Bruttogehalt in der Privatwirtschaft. In Bayern und Baden-Württemberg wird tendenziell mehr gezahlt als in ostdeutschen Bundesländern. Quellen: ausbildung.de, Polizist/in Gehalt, Stand März 2024; polizeitest.de, Polizei Besoldung, Stand Juni 2024; polizist-werden.de, Polizei Gehalt, Stand Dezember 2024; durchschnittsgehalt.com, Polizist Gehalt 2025.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Polizistin bzw. zum Polizisten?

Die Ausbildung ist Ländersache und variiert je nach Bundesland und Laufbahn. Für den mittleren Polizeivollzugsdienst dauert die Ausbildung 2 bis 2,5 Jahre; Voraussetzung ist mindestens der mittlere Schulabschluss. Viele Bundesländer haben den mittleren Dienst jedoch inzwischen abgeschafft. Der heute verbreitete Weg ist das duale Studium im gehobenen Dienst (ca. 3 Jahre), für das Fachhochschulreife oder Abitur erforderlich ist. Daneben gelten körperliche und gesundheitliche Anforderungen nach Beamtenrecht sowie Altersgrenzen für die Verbeamtung. Die Ausbildungsvergütung (Anwärterbezüge) liegt aktuell bei Landespolizeien zwischen 1.424 und 1.528 Euro brutto monatlich (mittlerer Dienst), bei der Bundespolizei bei 1.473 Euro (Stand März 2024). Informiere dich unbedingt über die aktuellen Anforderungen der Polizei deines Bundeslandes, da diese erheblich voneinander abweichen können. Quellen: ausbildung.de, Polizist/in Ausbildung, zitiert nach dbb beamtenbund und tarifunion, Stand März/April 2024; polizeitest.de; Bundesagentur für Arbeit, Berufssteckbrief Polizeivollzugsbeamter/-beamtin.

Wie sind die Berufsaussichten und Karrieremöglichkeiten für Polizistinnen und Polizisten?

Die Berufsaussichten sind sehr gut. Der Beamtenstatus bietet Jobsicherheit unabhängig von wirtschaftlichen Konjunkturzyklen. 2024 verfügten die Polizeien in Deutschland über rund 342.500 Vollzeitäquivalente; viele Bundesländer suchen aktiv nach Nachwuchs und besetzen zusätzliche Stellen. Herausforderungen wie Cyberkriminalität, Terrorismusprävention und die Sicherung kritischer Infrastruktur erhöhen den Bedarf weiter. Karrieremöglichkeiten bieten sich durch Beförderung vom Polizeimeister (A7) über Polizeiobermeister (A8) und Polizeihauptmeister (A9) bis zum Polizeikommissar (A9 gehobener Dienst), Polizeioberkommissar (A10), Polizeihauptkommissar (A11) und darüber hinaus. Im höheren Dienst sind Positionen wie Polizeirat (A13) und Leitungsfunktionen erreichbar. Zusätzliche Karrierechancen bieten Spezialisierungen in Bereichen wie Kriminaldienst (Kriminalkommissar/in), Verkehrspolizei oder Spezialeinheiten (SEK, MEK). Quellen: Wikipedia, Polizei (Deutschland), Destatis; Bundespolizei, Stand Dezember 2024; polizeitest.de, Zahlen Polizisten Deutschland; polizist-werden.de.

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