Du suchst einen abwechslungsreichen Job mit sicheren Zukunftsperspektiven? Dann ist der Zoll einen genaueren Blick wert. Was den Job als Beamtin bzw. Beamter im gehobenen Zolldienst ausmacht und welche Eigenschaften Interessentinnen und Interessenten mitbringen sollten, erfährst du hier.
Vielleicht ist dir der Zoll bei der Ankunft am Flughafen schon aufgefallen: Beamtinnen und Beamte in Uniform fragen stichprobenartig, ob es bei der Einreise etwas zu verzollen gibt, suchen nach unangemeldeten Gegenständen oder Schmugglerware.
Doch der Zoll ist weit mehr als das. Neben der Zollabfertigung im grenzüberschreitenden Personen- und Warenverkehr ist er die zentrale Einnahme- und Wirtschaftsverwaltung des Bundes. Er bekämpft durch Kontrollen im Straßenverkehr und in Unternehmen Schwarzarbeit und organisierte Kriminalität. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) ist dabei eine der wichtigsten Aufgaben des Zolls.
Ob zu Land, zu Wasser oder an der Seite von Spürhunden – der Zoll ist ein Arbeitgeber mit großer Aufgabenvielfalt. Besonders attraktiv ist das duale Studium im gehobenen Dienst mit gesichertem Beamtenstatus.
Gehalt als Beamter/Beamtin im gehobenen Zolldienst
Als Beamtin bzw. Beamter im gehobenen Zolldienst ist die Vergütung bundeseinheitlich geregelt. Statt von Gehalt spricht man von Besoldung. Diese richtet sich nach Laufbahn, Dienstalter und Erfahrungsstufe. Im gehobenen Zolldienst kommen die Besoldungsgruppen A 9g bis A 13g zur Anwendung.
Nach den aktuellen Bundesbesoldungserhöhungen (Stand 2024/2025) liegt das Grundgehalt in der Besoldungsgruppe A 9g, Erfahrungsstufe 1, bei ca. 3.200 Euro brutto monatlich. In der Besoldungsgruppe A 13g, höchste Erfahrungsstufe, können es über 6.500 Euro brutto sein. Hinzu kommen Zulagen je nach Einsatzgebiet sowie ein möglicher Familienzuschlag. Die jeweils aktuelle Besoldungstabelle ist auf der offiziellen Website des Zolls abrufbar.
Während des dualen Studiums erhalten Anwärterinnen und Anwärter Anwärterbezüge. Diese liegen aktuell bei ca. 1.500 Euro brutto monatlich (Stand 2024) und können durch einen Familienzuschlag ergänzt werden.
Duales Studium als Beamter/Beamtin im gehobenen Zolldienst
Um Beamtin bzw. Beamter im gehobenen Zolldienst zu werden, absolvierst du ein duales Studium. Es besteht aus mehreren Studienabschnitten an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung (HS Bund), Fachbereich Finanzen, in Münster sowie mehreren Praktika an einem der Ausbildungs-Hauptzollämter in ganz Deutschland.
Insgesamt dauert das Studium drei Jahre und schließt mit einer Laufbahnprüfung ab. Studierende heißen beim Zoll Anwärterinnen und Anwärter. Der Studiengang trägt die Bezeichnung „Gehobener nichttechnischer Zolldienst des Bundes“ und schließt mit dem akademischen Grad Diplom-Finanzwirt/in (FH) ab.
Das Studium gliedert sich in ein Grund- und ein Hauptstudium. Das Grundstudium dauert sechs Monate und vermittelt Basiswissen aus den Bereichen Volks- und Finanzwirtschaft, Staatsrecht, Betriebswirtschaft, Organisation, Informationsverarbeitung sowie Pädagogik, Psychologie und Soziologie. Außerdem werden die rechtlichen Grundlagen des Zolldienstes gelehrt und Fremdsprachenkenntnisse vermittelt. Zum Abschluss des Grundstudiums findet eine Zwischenprüfung aus vier Klausuren statt, gefolgt vom ersten Praktikum.
Das anschließende Hauptstudium unterteilt sich in drei Abschnitte, die durch zwei Praktika unterbrochen werden. Die Hauptstudienabschnitte I und II schließen jeweils mit mehreren Klausuren ab. Schwerpunkte sind Betriebswirtschaftslehre, Managementlehre, Steuerrecht, Verbrauchsteuerrecht, Verkehrssteuerrecht, Zollrecht und Rechnungswesen der öffentlichen Verwaltung. Ergänzend können zwei Wahlpflichtfächer belegt werden, etwa aus den Bereichen Abfertigung, Dienstleistung, E-Government oder Kontrolle (z. B. Finanzkontrolle Schwarzarbeit, Zollfahndung).
Die abschließende Laufbahnprüfung besteht aus einer mündlichen Prüfung und sechs schriftlichen Klausuren. Nach bestandener Prüfung beginnt das Beamtenverhältnis zunächst auf Probe. Bei Bewährung folgt die Verbeamtung auf Lebenszeit.
Eigenschaften und Voraussetzungen für die Zollausbildung im gehobenen Dienst
Für das duale Studium im gehobenen Zolldienst wird mindestens die Fachhochschulreife oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsabschluss vorausgesetzt. Das Abitur ist selbstverständlich ebenfalls anerkannt.
Bewerberinnen und Bewerber müssen die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines anderen EU-Mitgliedslandes, Islands, Liechtensteins oder Norwegens besitzen. Wichtig ist das Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes. Zudem solltest du bereit sein, Uniform und Dienstwaffe zu tragen sowie im Schichtdienst zu arbeiten. Ein einwandfreies Führungszeugnis und geordnete wirtschaftliche Verhältnisse werden vorausgesetzt.
Der Zoll sucht körperlich fitte und gesundheitlich geeignete Bewerberinnen und Bewerber – unabhängig von Alter und Körpergröße. Brillenträger/innen, schwerbehinderte Menschen und diesen gleichgestellte Personen sind ausdrücklich willkommen.
Zu den wichtigen persönlichen Eigenschaften zählen Belastbarkeit, Durchsetzungsfähigkeit, emotionale Stabilität, Flexibilität, Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, Leistungsmotivation, Teamfähigkeit und zielorientiertes Arbeitsverhalten. Da der direkte Kontakt mit Menschen im Mittelpunkt steht, sind ein freundliches und selbstbewusstes Auftreten besonders wichtig.
Bewerbung für das duale Studium im gehobenen Zolldienst
Die Bewerbung für das duale Studium im gehobenen Zolldienst besteht aus einem Bewerbungsschreiben, einem tabellarischen Lebenslauf, beglaubigten Kopien aller Schulabgangs- und Prüfungszeugnisse sowie dem vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Bewerberbogen (Formular 5330). Die Bewerbung kann postalisch oder per E-Mail eingereicht werden. Besonders auf die Noten in Deutsch und Mathematik wird dabei geachtet.
Wer diese erste Hürde nimmt, erhält eine Einladung zum Auswahlverfahren. Dieses beginnt mit einer vierstündigen schriftlichen Prüfung, die unter anderem Sprach- und Zahlenverständnis sowie allgemeines Wissen prüft. Wer die schriftliche Prüfung besteht, wird zum mündlichen Auswahlverfahren eingeladen. Dort werden Fähigkeiten in Gruppenübungen – Diskussion, Rollenspiel, Kurzvortrag – und in einem Einzelinterview bewertet.
Die Bewerbungsfrist endet gewöhnlich zum 30. September eines Jahres; danach ist keine Bewerbung für den folgenden Ausbildungsjahrgang mehr möglich. Der Ausbildungsbeginn erfolgt in der Regel zum 1. August des Folgejahres. Üblicherweise erhalten Bewerberinnen und Bewerber bereits vier bis sechs Wochen nach der Bewerbung eine Einladung zum Einstellungstest.
Wer sich unsicher ist, ob die Schulnoten für den gehobenen Dienst ausreichen, kann sich gleichzeitig auch für die Zollausbildung im mittleren Dienst bewerben.
Trends und Perspektiven im gehobenen Zolldienst
Der Job als Beamtin bzw. Beamter im gehobenen Zolldienst gilt als krisensicher und zukunftsstabil. Aktuell sind beim Zoll rund 43.000 Beschäftigte tätig, davon ein erheblicher Anteil im gehobenen Dienst. Der Frauenanteil liegt im gehobenen Dienst höher als im Gesamtdurchschnitt der Zollverwaltung. Jährlich werden mehrere hundert neue Stellen besetzt, wobei die Bewerberzahlen das Angebot deutlich übersteigen.
Die Aufgabenvielfalt ist groß: Im gehobenen Dienst stehen häufig Personalführungsaufgaben an. Spezialisierungen sind möglich – etwa auf Zollbooten oder Zollschiffen, in der Zollfahndung oder im Bereich Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Darüber hinaus sind Zollbeamtinnen und -beamte international tätig, etwa bei Verhandlungen in Brüssel, in Botschaften oder im Rahmen von EU-Twinning-Projekten.
Der demografische Wandel führt in den kommenden Jahren zu einer Pensionierungswelle, die zahlreiche neu zu besetzende Stellen schafft. Gleichzeitig erfordern die zunehmende Digitalisierung des Warenverkehrs, neue Zollregulierungen durch EU-Reformen sowie die wachsende Bedeutung von E-Commerce-Kontrollen (Stichwort: Zollreform EU 2028) qualifiziertes Personal im gehobenen Dienst. Wer sich hier positioniert, hat langfristig hervorragende Karriereperspektiven.
Häufige Fragen zur Zollausbildung im gehobenen Dienst
Was ist der Unterschied zwischen gehobenen und mittlerem Zolldienst?
Der gehobene Zolldienst setzt mindestens die Fachhochschulreife voraus und wird durch ein dreijähriges duales Studium an der Hochschule des Bundes (HS Bund) absolviert. Er schließt mit dem Titel Diplom-Finanzwirt/in (FH) ab und eröffnet Führungspositionen sowie ein höheres Besoldungsniveau (A 9g bis A 13g). Der mittlere Zolldienst erfordert mindestens einen mittleren Schulabschluss, dauert zwei Jahre und ist eher auf operative Tätigkeiten ausgerichtet. Ein Aufstieg vom mittleren in den gehobenen Dienst ist möglich.
Wie hoch ist die Besoldung im gehobenen Zolldienst?
Im gehobenen Zolldienst gelten die Besoldungsgruppen A 9g bis A 13g nach dem Bundesbesoldungsgesetz. Das Einstiegsgehalt in A 9g, Erfahrungsstufe 1, liegt aktuell (Stand 2024/2025) bei ca. 3.200 Euro brutto monatlich. In der höchsten Erfahrungsstufe von A 13g sind über 6.500 Euro brutto möglich. Hinzu kommen Familienzuschläge und ggf. Stellenzulagen. Während des dualen Studiums erhalten Anwärterinnen und Anwärter Anwärterbezüge von ca. 1.500 Euro brutto monatlich.
Wie läuft das Auswahlverfahren für den gehobenen Zolldienst ab?
Das Auswahlverfahren beginnt mit der Einreichung der Bewerbungsunterlagen bis zum 30. September. Wer die Unterlagenprüfung besteht, wird zu einer vierstündigen schriftlichen Prüfung eingeladen, die Sprach- und Zahlenverständnis sowie allgemeines Wissen testet. Bei Bestehen folgt ein mündliches Auswahlverfahren mit Gruppenübungen (Diskussion, Rollenspiel, Kurzvortrag) und einem Einzelinterview. Bewerberinnen und Bewerber erhalten in der Regel vier bis sechs Wochen nach der Bewerbung eine Rückmeldung.
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