Gebäudereiniger/in – Beruf, Ausbildung, Gehalt und Bewerbung

Sie sind die heimlichen Kräfte in jedem Büro. Wenn andere nach Hause gehen oder noch schlafen, sorgen sie für Ordnung und Durchblick in den meisten deutschen Büros – die Gebäudereiniger. Sie arbeiten oft für große Gebäudereinigungsunternehmen und ihre Aufgabe besteht darin, die Gebäude von Behörden, Krankenhäusern, Schulen oder Unternehmen in regelmäßigen Abständen zu reinigen, sowohl von innen, wie von außen.

Wer glaubt, dass kann jeder machen, irrt. Die Ausbildungsinhalte von der Behandlung der unterschiedlichen Oberflächen bis zur Bekämpfung von unterschiedlichen Schädlingen werden in drei Ausbildungsjahren vermittelt, bedingt durch die Vielseitigkeit der Einsatzgebiete. Gebäudereiniger sind Spezialisten und nicht zu verwechseln mit einer ungelernten Reinigungskraft, was häufig vorkommt.

Der Beruf ist einer der ersten Dienstleistungsberufe und wurde 1934 erstmalig in der Handwerksordnung geregelt. Inhaltlich sorgen hier in erster Linie immer neue Verordnungen zu Umweltschutz oder Hygienestandards für neue oder erweiterte Aufgabengebiete, wobei der Fokus ganz klar auf der Gebäudeinnenreinigung liegt.

Gehalt als Gebäudereiniger/in

Der Verdienst in diesem Beruf variiert sehr und ist zudem abhängig von dem jeweiligen Bereich der Gebäudereinigung. Natürlich spielen weitere Faktoren wie Berufserfahrung, Qualifikation oder Region des Arbeitsortes eine gewichtige Rolle beim Lohn.

Wenn ein tarifgebundenes Gehalt ausgezahlt wird, kann die Bruttovergütung bei einem Stundenlohn von 11 bis 12 Euro liegen. Je nach Arbeitgeber ist auch eine zusätzliche Vergütung in Form von Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld möglich, oder gar eine Prämienzahlung.

Ausbildung als Gebäudereiniger/in

Gebäudereinigungsfachkraft ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Die Berufsausbildung zum Gebäudereiniger ist eine duale Ausbildung und erfolgt an einer Berufsschule oder im Ausbildungsbetrieb.

Die theoretische Berufsausbildung an einer Berufsschule findet entweder im Blockunterricht oder mehrmals wöchentlich statt. Die praktische Ausbildung erfolgt im Unternehmen/Ausbildungsbetrieb selbst und wird begleitet durch erfahrene Gesellen, welche die qualifizierte praktische Anleitung im Beruf durchführen.

Um eine Ausbildung als Gebäudereiniger/in beginnen zu können ist keine schulische Vorbildung gesetzlich vorgeschrieben. Der Ausbildungsbetrieb kann frei wählen, wobei hier mit ca. 65 % die Azubis einen Hauptschulabschluss vorlegen können.

Die tarifliche Ausbildungsvergütung als Gebäudereinigungsfachkraft beträgt:

1. Ausbildungsjahr: 513 EUR
(neue Bundesländer: 359 EUR)
2. Ausbildungsjahr: 615 EUR
(neue Bundesländer: 431 EUR)
3. Ausbildungsjahr: 718 EUR
(neue Bundesländer: 513 EUR)

Weil es sich um eine handwerkliche Ausbildung handelt, wird die Gesellenprüfung vor der örtlichen Handwerkskammer absolviert. Die Abschlussprüfung besteht aus einer praktischen und einer schriftlichen theoretischen Abschlussprüfung zum Gesellen, wobei die schriftliche Prüfung gegebenenfalls durch eine mündliche Prüfung ergänzt werden kann.

Video zum Berufsbild Gebäudereiniger/in

Eigenschaften und Voraussetzungen als Gebäudereinigungskraft

Als Gebäudereiniger sind nicht unbedingt sehr spezielle Fähigkeit gefragt. Die körperliche Arbeit steht hier eindeutig im Vordergrund, aber wie bei anderen Berufen sind teilweise Kenntnisse in naturwissenschaftlichen Bereichen notwendig. Eventuell werden im Beruf sogar Englisch-Kenntnisse benötigt. Eine gute motorische Fähigkeit und die Bereitschaft zu körperlichem Einsatz sind im Job wichtig.

Weil die Tätigkeit sehr oft in einem Team ausgeführt wird, sollte die Teamfähigkeit in der täglichen Arbeit vorhanden sein. Die Abstimmung mit Kollegen über Arbeitsteilung und ein effizientes Vorgehen sind hier notwendig.

Bewerbung als Gebäudereiniger/in

Wer sich mit einer Bewerbung als Gebäudereiniger auf ein Stellenangebot bewirbt, der macht dies in der Regel mit einer schriftlichen Bewerbungsmappe auf dem Postweg. Die Bewerbungsform über das Internet wird hier allerdings immer öfter vom Arbeitgeber gewünscht.

In Form von Bewerbungsformularen können die Bewerber ihre Daten dem Arbeitgeber zur Verfügung stellen, allerdings ist dies für den Bewerber selbst oft die schlechteste Lösung. Wer hier über eine Eigenschaft verfügt, die nicht gewünscht ist oder eine schlechte Note in einem bestimmten Schulfach aufweist, der muss damit rechnen, dass seine Bewerbung noch nicht einmal gesichtet wird.

Bei der schriftlichen Bewerbungsmappe wird zumindest das Bewerbungsanschreiben gelesen und dann entschieden. Die Bewerbung als Gebäudereiniger/in besteht aus einem Bewerbungsschreiben, einem tabellarischen Lebenslauf und den letzten Zeugnissen als Kopie. Im erfolgreichen Bewerbungsschreiben wird die Motivation und die Qualifikation des Bewerbers dargestellt, im tabellarischen Lebenslauf die persönlichen Informationen und der schulische und berufliche Werdegang.

Wichtig für Bewerber kann der telefonische Kontakt zum potenziellen Arbeitgeber sein. Hierdurch besteht die Möglichkeit sich positiv in Erinnerung zu belassen, was im weiteren Bewerbungsverlauf ein entscheidender Vorteil sein kann.

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Beschäftigungszahlen und Trends

Einzelne selbstständige Gebäudereiniger gibt es so gut wie gar nicht. Die Bündelung zu großen Unternehmen hat sich durchgesetzt. Die Reinigung eines Krankenhauses oder eines Amts- oder Bürogebäudes ist sehr umfangreich und für einzelne Reinigungskräfte fast schon eine Lebensaufgabe. Hier wird der Vorteil der großen Unternehmen deutlich, die gleich in einem Team anrücken können und somit die zeitnahe Gebäudereinigung gewährleisten können.

Die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Bereich hat auch dazu geführt, dass auf Facharbeiter sehr oft verzichtet wird und zum Teil billige ausländische Arbeitskräfte eingesetzt werden. Diese Entwicklung führte zu einem Preisverfall beim Stundenlohn, weshalb hier oft noch nicht einmal mehr Mindestlöhne bezahlt wurden. Durch die Einführung des Mindestlohns konnte dieser Zustand gestoppt werden.

Quelle: Beschäftigten- und Arbeitslosen-Statistik der Bundesagentur für Arbeit (IAB Forschungsgruppe Berufliche Arbeitsmärkte).

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