Psychotherapeut/in – Berufsbild, Ausbildung, Gehalt, Voraussetzungen und Bewerbung

Du besitzt großes Einfühlungsvermögen und interessierst dich für Psychologie? Vielleicht ist für dich dann eine Tätigkeit als Psychologischer Psychotherapeut ideal. Du hilfst Menschen mit psychischen Problemen dabei, einen Weg aus ihrer Erkrankung zu finden und unterstützt sie auf dem Weg in ein normales Leben.

Als Psychotherapeut/in bist du Ansprechpartner/in für Patienten und Patientinnen, die sich mit psychischen Problemen an dich wenden und deine Hilfe benötigen. Depressionen, Angststörungen, Psychosen oder andere Störungsbilder erfordern individuelle Behandlungsansätze, die von Verhaltenstherapie bis Tiefenpsychologie reichen.

In den Therapiegesprächen erfährst du viele Details aus dem Seelenleben deiner Patienten und Patientinnen. Basierend auf diesen Informationen kannst du individuell die Therapiemöglichkeiten bestimmen und in der Regel eine Besserung herbeiführen.

Neben den Patientengesprächen ist auch die Dokumentation der Sitzungen ein wichtiger Teil deiner Tätigkeit. Als Psychotherapeut/in kannst du in psychiatrischen Kliniken, Fachpraxen oder Krankenhäusern tätig werden und als Teil eines Teams arbeiten.

Auch die Eröffnung einer eigenen Praxis ist eine Option. Hier bietet sich dir die Möglichkeit, dass du dich explizit auf deine Spezialgebiete konzentrierst.

Video zu Ausbildung und Beruf als Psychotherapeut/in

Gehalt als Psychotherapeut/in

Als Psychologische/r Psychotherapeut/in kannst du zu Beginn deiner beruflichen Karriere mit einem Einstiegsgehalt von etwa 2.800 bis 3.200 Euro brutto pro Monat rechnen. Im Laufe der Zeit wird dein Gehalt zusammen mit deiner Berufserfahrung weiter ansteigen, Bruttoeinkommen von 4.500 bis 6.100 Euro pro Monat sind daher durchaus realistisch.

Die genaue Verdiensthöhe ist selbstverständlich nicht nur von deiner Berufserfahrung abhängig, denn auch Faktoren wie das Bundesland, deine berufliche Position und zusätzliche Qualifikationen können eine große Rolle spielen.

Wenn du eine eigene Praxis eröffnest, hängt dein monatliches Einkommen maßgeblich von der Anzahl deiner Patienten ab. Auch weitere Kriterien sind entscheidend, dazu zählen beispielsweise der Standort, die Kosten für deine Privatversicherung und die Höhe der monatlichen Miete für die Praxisräume. Aus diesem Grund kann die Spanne des monatlichen Einkommens hier bei 2.000 bis 8.500 Euro liegen.

Weiterbildung und Ausbildung als Psychotherapeut/in

Wie wird man Psychotherapeut? Die Ausbildung zum Psychotherapeuten erfolgt nach strengen Vorgaben, die im Psychotherapeutengesetz geregelt sind. Bei dem Studium der Psychotherapie handelt es sich um einen weiterführenden Studiengang, du musst vorher erst ein grundständiges Studium in Psychologie (6 bis 8 Semester) oder Humanmedizin (12 bis 13 Semester) absolvieren. Der gängigste Weg führt dabei über das Psychologiestudium.

Das weiterführende Psychotherapie-Studium dauert in der Regel 6 bis 8 Semester und je nach Studiengang schließt du es mit dem Titel Master of Arts (M.A.) oder Master of Science (M.Sc.) ab. Neben den Grundlagen der Psychologie und der Psychopharmakologie gehören zahlreiche weitere Fächer zum Umfang dieses Studiums. Je nach Hochschule gibt es Unterschiede, nachstehend findest du eine beispielhafte Auflistung von Themen, die dich neben den genannten Grundlagen noch erwarten:

– Psychotherapieverfahren und Interventionen
– Psychose & wissenschaftliche Zugänge zu diesem Phänomen
– Interdisziplinäre Fallanalyse
– Forschung, Diagnostik & Evaluation
– Behandlungs- und Versorgungsmodelle bei psychischen Erkrankungen
– systemische, psychodynamische und verhaltenswissenschaftliche Behandlungsverfahren
– berufsspezifische Diagnostik
– allgemeine Interventions- und Beratungskompetenz

Das Studium schließt mit dem Staatsexamen sowie der Approbation nach Psychotherapeutengesetz ab. Die Bezeichnung Psychotherapeut/in ist gesetzlich geschützt. Entgegen einer verbreiteten Annahme dürfen sich Heilpraktiker/innen daher auch dann nicht als Psychotherapeut/in bezeichnen, wenn sie eine spezielle Ausbildung absolviert haben. Die korrekte Bezeichnung lautet hier Heilpraktiker/in für Psychotherapie.

Viele Menschen werden im Berufsfeld der Psychologie aktiv, weil sie selbst Probleme haben oder in der Vergangenheit hatten. Sie versuchen daher über diesen Weg mehr sich selbst und ihr eigenes Verhalten zu erfahren. Für die Behandlung von Patienten sollte jedoch eine gesunde und gefestigte Psyche vorhanden sein, um erfolgreich zu helfen.

Eigenschaften und Voraussetzungen für die Psychotherapie

Für die Tätigkeit als Psychotherapeut/in gibt es zahlreiche Voraussetzungen. Du musst eine Hochschulzugangsberechtigung (Abitur) und exzellente Abschlussnoten vorweisen können, damit du das grundständige Studium in Psychologie (oder Medizin) absolvieren kannst.

Dieser Studiengang mit dem Bereich Klinische Psychologie als Prüfungsfach ist Voraussetzung für den Zugang zum weiterführenden Psychotherapiestudium. Für die Tätigkeit als Psychotherapeut/in ist nach dem Psychotherapeutengesetz eine Approbation zwingend erforderlich.

Neben den fachlichen Kenntnissen solltest du zusätzlich über ein belastbares Nervensystem verfügen, da die Behandlung psychisch kranker Menschen häufig sehr belastend sein kann. Die psychische Stabilität ist auf Dauer ein besonders wichtiger Faktor, damit du die professionelle Distanz zu deinen Patienten und Patientinnen wahren kannst.

Eine gute Beobachtungsgabe, Einfühlungsvermögen und pädagogisches Geschick sind wichtige Eigenschaften, die du für die Therapiegespräche mit deinen Patienten und Patientinnen unbedingt benötigst. Durchhaltevermögen, Einsatzbereitschaft, Geduld und Sorgfalt sind ebenfalls wichtige Eigenschaften, denn bereits die Ausbildung stellt hohe Anforderungen an zukünftige Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen.

Bewerbung als Psychotherapeut/in

Wenn du dich für deinen Traumjob bewerben möchtest, solltest du bei der Erstellung deiner Bewerbungsunterlagen sehr sorgfältig vorgehen. Rechtschreib- und/oder Grammatikfehler solltest du unbedingt vermeiden, da dieser negative Eindruck bereits frühzeitig deine Chancen auf die ausgeschriebene Stelle vernichten kann.

Während deiner langjährigen Ausbildung hast du umfangreiche Kenntnisse und Fähigkeiten erworben, daher solltest du dies im Bewerbungsanschreiben unbedingt erwähnen. Wenn du dich vorab eingehend mit der ausgeschriebenen Stelle beschäftigst und genau auf die geschilderten Anforderungen eingehst, kannst du mit der Schilderung deiner Fachkompetenz überzeugen.

Im Lebenslauf listest du deinen bisherigen Werdegang auf und nennst alle erworbenen Qualifikationen. Insbesondere die Praxiserfahrung ist hier für deine/n potenzielle/n Arbeitgeber/in besonders interessant. Achte auch darauf, dass du relevante Zusatzinformationen wie beispielsweise vorhandene Fremdsprachenkenntnisse in den Lebenslauf aufnimmst.

Weitere Bewerbungstipps und Tricks!

In Deutschland steigt die Zahl der psychischen Erkrankungen seit Jahren kontinuierlich an und die Wartezeiten auf einen begehrten Therapieplatz sind entsprechend lang. Sechs Monate oder mehr sind keine Seltenheit und der Bedarf an guten Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen ist somit entsprechend groß. Wenn du dich für diesen spannenden und abwechslungsreichen Beruf entschieden hast, profitierst du somit von exzellenten Zukunftsaussichten.

Nach deiner Weiterbildung stehen dir unterschiedliche Karrierewege offen. Du kannst eine Anstellung in einer psychotherapeutischen Praxis, in einem Krankenhaus oder in einer psychiatrischen Klinik annehmen. Eine Spezialisierung auf bestimmte Themenbereiche wie Verhaltenstherapie oder Familientherapie eröffnet dir interessante und lukrative Karrierechancen.

Häufig starten viele Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen mit der Eröffnung ihrer eigenen Praxis in die Selbstständigkeit. Damit du neben Privatpatienten/-patientinnen auch Kassenpatienten/-patientinnen behandeln darfst, benötigst du eine Kassenzulassung. Über diese Zulassung entscheidet die Kassenärztliche Vereinigung, die den individuellen Bedarf für den jeweiligen Standort ermittelt und dies als Grundlage für Erlaubnis oder Ablehnung deines Antrages verwendet.

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