Sozialarbeiter/in – Berufsbild, Ausbildung, Studium, Gehalt und berufliche Perspektive in der Sozialen Arbeit

Du besitzt große Empathie, bist sozial engagiert und suchst nach einer abwechslungsreichen Tätigkeit im sozialen Bereich? Vielleicht ist dann eine Ausbildung zum/zur Sozialarbeiter/in genau die richtige Wahl.

In diesem Beruf der Sozialen Arbeit unterstützt du Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder ganze Familien bei der Bewältigung unterschiedlicher Probleme. Du berätst sie hinsichtlich der möglichen Maßnahmen und bietest ihnen kompetente Hilfe in schwierigen Lebenssituationen.

Zu deinen Aufgaben gehört neben der Bewältigung von sozialen Problemen durch unterschiedliche Lösungsansätze auch die Prävention. Neben den Gesprächen mit betroffenen Personen und der Ausarbeitung von Hilfsmaßnahmen gehört auch die Bürokratie fest zum Alltag dieses Berufsfeldes. Du füllst Anträge und Formulare aus, übernimmst Verwaltungsaufgaben und erstellst Dokumentationen zu den einzelnen Fällen.

Als Sozialarbeiter/in kannst du in unterschiedlichen Einrichtungen tätig werden. Als Streetworker steht meist die Betreuung von Obdachlosen im Vordergrund und in Justizvollzugsanstalten unterstützen Sozialarbeiter/innen die Strafgefangenen bei der Rückkehr in ein normales Leben.

Typische Einsatzstellen sind auch Jugendämter, Jugend- und Familienberatungsstellen, Kinder- und Jugendheime, Suchtberatungsstellen und ambulante Sozialdienste.

Video zu Ausbildung und Beruf als Sozialarbeiter/in

Gehalt als Sozialarbeiter/in

Nach deiner Ausbildung zum/zur Sozialarbeiter/in kannst du mit einem Einstiegsgehalt von etwa 1.800 bis 2.400 Euro brutto pro Monat rechnen. Diese Angaben sind lediglich grobe Richtwerte, denn je nach Bundesland, Berufserfahrung und Arbeitgeber können hier deutliche Unterschiede auftreten. So liegt beispielsweise das Einstiegsgehalt für Sozialarbeiter/innen bei der Caritas (Stand: 2018) bei 2.571,93 Euro (Ost) / 2.845,81 Euro (West) brutto pro Monat.

Wichtige Faktoren sind insbesondere die Berufserfahrung und Spezialisierungen auf bestimmte Bereiche. Auch die Anwendung eines Tarifvertrages ist für die Höhe des Einkommens relevant.

Im öffentlichen Dienst verdienen Sozialarbeiter/innen je nach Einsatzbereich und Berufserfahrung etwa 2.990 bis 5.620 Euro brutto pro Monat. Wenn du dich auf den Arbeitsbereich Strafvollzug spezialisierst, verdienst du monatlich rund 3.560 bis 4.600 Euro brutto.

Studium und Ausbildung als Sozialarbeiter/in

Das grundständige Studium im Bereich Soziale Arbeit dauert in der Regel 6 bis 8 Semester und wird mit dem Titel Bachelor of Arts (B.A.) abgeschlossen. Neben Vorlesungen und Seminare gehören meist auch praktische Übungen, Exkursionen sowie die Teilnahme an unterschiedlichen Projekten (Besichtigungen sozialer Einrichtungen, etc.) zum Umfang des Studiums.

Zu den charakteristischen Fachbereichen des Studiums zählen beispielsweise

– rechtliche Grundlagen des Berufsfeldes
– methodische Grundlagen für das berufliche Handeln
– sozial- und humanwissenschaftliche Grundlagen
– erziehungswissenschaftliche Grundlagen (Kultur, Pädagogik, etc.)
– Soziale Arbeit in Theorie und Praxis
– Sozialpsychiatrie
– Soziale Ungleichheit
– Sozialpolitik

Anschließend kannst du zusätzlich ein weiterführendes Studium im Bereich Soziale Arbeit absolvieren (2 bis 4 Semester) und je nach Hochschule und Studienangebot den Titel Master of Arts (M.A.), Master of Science (M.Sc.) oder Master of Social Work (MSW) erwerben.

Hier werden die Kenntnisse aus dem grundständigen Studium weiter vertieft und zusätzlich kannst du dich auf spezielle Bereiche wie Inklusion oder Verwaltung spezialisieren.

Die Soziale Arbeit bzw. Sozialpädagogik ist in jedem Fall eher als “Berufung” anzusehen. Vielen Menschen fällt es nicht leicht sich auf die Probleme und Bedürfnisse anderer Personen einzustellen. Leider ist der Beruf häufig noch immer relativ schlecht bezahlt, das gilt allerdings für die meisten Berufe im sozialen Bereich.

Voraussetzungen und Eigenschaften für die Soziale Arbeit

Für den Zugang zum Studium benötigst du die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife. Wenn du an einer Berufsakademie oder einer Fachhochschule studieren möchtest, ist in der Regel mindestens die Fachhochschulreife erforderlich. Gute Noten in Deutsch und Sozialkunde sind zwar nicht zwingend erforderlich, können jedoch durchaus vorteilhaft sein.

Einfühlungsvermögen sowie ein offenes und freundliches Wesen sind ohne Zweifel wichtige Eigenschaften, die für diesen Beruf unerlässlich sind. Dennoch solltest du jederzeit die notwendige berufliche Distanz wahren können, daher sind zusätzlich Belastbarkeit und Stabilität der Psyche ungemein wichtig.

Im Laufe deines Berufslebens kann es hin und wieder zu Konfliktsituationen kommen, die du mit guter Selbstkontrolle, Selbstsicherheit und Konfliktfähigkeit bewältigst. Verschwiegenheit sollte in diesem Beruf eine Selbstverständlichkeit sein, dies gilt übrigens ebenfalls für die Aspekte Verantwortungsbewusstsein und Einsatzbereitschaft.

Bewerbung an Schauspielschule für Ausbildung als Sozialarbeiter/in

Wenn du dich auf eine ausgeschriebene Stelle bewirbst, solltest du in deinem Bewerbungsschreiben unbedingt auf die geschilderten Anforderungen eingehen. Deine Chancen auf ein Vorstellungsgespräch steigen, wenn du zeigst, dass du dich intensiv mit dem Jobprofil und den individuellen Anforderungen befasst hast. Insbesondere deine Praxiserfahrung ist für die meisten Arbeitgeber/innen interessant und auch spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten solltest du im Anschreiben eingehend schildern.

Der Lebenslauf ist ebenfalls ein unverzichtbarer Teil der Bewerbungsunterlagen, da er deinem potenziellen Arbeitgeber auf einen Blick Auskunft über deinen bisherigen Werdegang gibt. Neben den Daten zu Schule, Studium und Praxiserfahrung solltest du zusätzlich relevante Nebenjobs, Praktika, Fremdsprachenkenntnisse und Hobbys erwähnen.

Weitere Bewerbungstipps und Tricks!

Zukunft und Trends für das Berufsbild

Als Sozialarbeiter/in steht dir ein breites Spektrum von Einsatzmöglichkeiten offen, daher sind deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt ausgesprochen gut. Mit Anpassungsweiterbildungen kannst du deine Kenntnisse und Fähigkeiten regelmäßig auf den neuesten Stand bringen und so deine Aussichten auf eine lukrative Stelle noch erhöhen.

Wenn du einen Aufstieg auf der Karriereleiter anstrebst, ist ein zusätzliches Studium empfehlenswert. Mögliche Studiengänge sind beispielsweise Psychologie, Psychosoziale Beratung & Therapie, Coaching & Supervision oder eine Weiterbildung zum/zur Sozialtherapeut/in.

Für eine wissenschaftliche Laufbahn an einer Hochschule benötigst du eine Promotion und den Posten eines/einer Hochschulprofessors/-professorin erreichst du ausschließlich mit einer Habilitation.

Sogar der Start in die Selbstständigkeit ist eine Alternative für deine berufliche Karriere. Du kannst beispielsweise einen sozialen Dienstleistungsbetrieb oder ein Beratungsunternehmen gründen. Neben der Neugründung kannst du alternativ auch einen bestehenden Betrieb übernehmen und fortführen.

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