Veranstaltungskauffrau/-mann – Ausbildung, Gehalt, Voraussetzungen und Aussichten für die Zukunft

Du liebst es, große Geburtstagsfeiern zu planen, und hast für deine Kreativität und deinen Ideenreichtum bisher nur positives Feedback erhalten? Du kannst gut mit Geld umgehen und organisierst Feten ohne zu verzweifeln, selbst wenn du unter Zeitdruck stehst? Wenn all diese Punkte zutreffen und du dir vorstellen kannst, Veranstaltungen auch für fremde Menschen und in einem größeren Rahmen auszurichten, ist eine Ausbildung als Veranstaltungskaufmann/-frau vielleicht genau der passende Bildungsweg für dich. Der staatlich anerkannte Ausbildungsberuf gilt als Eintrittstor in die Veranstaltungswirtschaft – einen der größten Wirtschaftszweige Deutschlands mit rund 1 Million Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von etwa 81 Milliarden Euro.

Gehalt und Ausbildungsvergütung als Veranstaltungskauffrau/-mann

Die Ausbildungsvergütung richtet sich grundsätzlich nach der Branche des Ausbildungsbetriebes sowie einer eventuellen Tarifbindung. Da der Beruf in sehr unterschiedlichen Wirtschaftszweigen ausgebildet wird – von der Eventagentur über Messegesellschaften bis hin zum öffentlichen Dienst – schwanken die Vergütungen erheblich. Tarifgebundene Betriebe (z. B. nach TVöD oder ver.di-Tarifverträgen) zahlen in der Regel deutlich mehr als nicht tarifgebundene Unternehmen.

Seit dem 1. Januar 2026 gilt für nicht tarifgebundene Betriebe die neue gesetzliche Mindestausbildungsvergütung. Wer seine Ausbildung im Jahr 2026 beginnt, hat Anspruch auf folgende Mindestbeträge:

1. Lehrjahr: 724 € brutto/Monat
2. Lehrjahr: 854 € brutto/Monat
3. Lehrjahr: 977 € brutto/Monat

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bekanntmachung im Bundesgesetzblatt vom 10.10.2025

In tarifgebundenen Betrieben liegen die Vergütungen meist deutlich höher. Branchenübliche Sätze bewegen sich im ersten Ausbildungsjahr zwischen rund 950 und 1.100 Euro brutto, im zweiten zwischen 1.000 und 1.150 Euro brutto und im dritten Lehrjahr zwischen 1.100 und 1.250 Euro brutto. Im Durchschnitt erhalten Auszubildende in tarifgebundenen Betrieben über alle Ausbildungsjahre hinweg etwa 1.133 Euro brutto pro Monat (Quelle: BIBB-Datenreport 2024).

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt typischerweise zwischen 2.300 und 2.700 Euro brutto im Monat. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Gehalt auf etwa 2.800 bis 3.500 Euro brutto, der Median liegt bei rund 3.180 Euro. Erfahrene Fachkräfte mit Personal- oder Projektverantwortung erreichen Gehälter um 3.940 Euro brutto, in Leitungsfunktionen auch darüber.

Quellen: brutto-netto-gehaltsrechner.de (Stand 2026), StepStone-Gehaltsreport 2026, jobted.de

Für Selbstständige in der Veranstaltungsbranche lässt sich keine pauschale Aussage treffen. Das Einkommen hängt stark von der Größe der Events, der Auftragslage, der Region und der Spezialisierung ab. Wer sich als selbstständiger Eventplaner etablieren möchte, sollte im Idealfall mehrere Jahre Berufserfahrung mitbringen und ein belastbares Netzwerk aufgebaut haben.

Ausbildung als Veranstaltungskauffrau/-mann

Die Ausbildung zum/zur Veranstaltungskaufmann/-frau ist dual aufgebaut und dauert in der Regel drei Jahre. Das bedeutet, der Auszubildende verbringt etwa die Hälfte der Zeit in der Berufsschule und die andere Hälfte in der Ausbildungsstätte. Diese kann eine Eventagentur, ein Caterer oder eine Messegesellschaft sein. Ebenfalls denkbar sind Arbeitgeber aus der Hotelbranche, von Theater- und Konzertveranstaltern oder Unternehmen für Veranstaltungstechnik.

In der Berufsschule werden theoretische Kenntnisse vermittelt, etwa im Finanz- und Rechnungswesen, im Marketingbereich und in der Personalwirtschaft. Dieses Wissen ist notwendig, um im Unternehmen einen reibungslosen Ablauf der Zahlungsströme zu gewährleisten und Kalkulationen aufstellen zu können, damit das vorgegebene Budget eingehalten wird.

Der richtige Umgang mit dem Personal, das u. a. am Einsatzort eingewiesen werden muss, gehört ebenso zu den anspruchsvollen Aufgaben. Genauso wie das Erstellen von Marketingkonzepten, um die passende Zielgruppe anzusprechen und zum anstehenden Event zu bringen. Auch der Umgang mit moderner Eventmanagement-Software – etwa Eventbrite, Ungerboeck, CRM-Systemen wie Salesforce oder Streaming-Plattformen wie Zoom und MS Teams – wird heute fest in die Ausbildung integriert.

Im Betrieb selbst wird der Auszubildende mit praktischen Fähigkeiten ausgestattet. Hier steht er in engem Kontakt zu Kunden und Kooperationspartnern und kann die theoretisch erworbenen Kenntnisse mit Unterstützung des Ausbilders sofort anwenden und verinnerlichen. Zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres erfolgt eine Zwischenprüfung, am Ende der Ausbildung steht die schriftliche und mündliche Abschlussprüfung vor der jeweiligen IHK.

Wer auf die duale Ausbildung verzichten und eher als Quereinsteiger in der Veranstaltungsbranche aktiv werden möchte, kann sich für eine Ausbildung als Event-Manager entscheiden. Auch eine Spezialisierung auf die Fachkraft für Veranstaltungstechnik ist eine sinnvolle Alternative für technisch interessierte Bewerber.

Voraussetzungen und Eigenschaften für die Veranstaltungsbranche

Der Veranstaltungskaufmann bzw. die Veranstaltungskauffrau sorgt dafür, dass aus einer Idee ein gelungenes Event wird. Hierfür steht er/sie dem Kunden beratend zur Seite, erstellt Konzepte und Ablaufpläne, schätzt Besucherzahlen und organisiert die notwendige Technik. Auch während und nach dem Event bist du jederzeit für den Kunden erreichbar.

Für diesen anspruchsvollen Beruf ist zum einen eine gewisse Belastbarkeit und Stressresistenz notwendig. Zum anderen gehören überdurchschnittlich gute Kommunikationsfähigkeiten zum Anforderungsprofil, um auch mit anspruchsvollen Kunden oder Kooperationspartnern auszukommen. Neben diesen Voraussetzungen sind Kreativität, Organisationstalent und lösungsorientiertes Denken gefragt, um ein Event erfolgreich durchzuführen – selbst wenn etwas nicht so läuft wie geplant.

Nicht immer ist der 8-Stunden-Tag realisierbar; auch dann sollte mit großem Engagement gearbeitet werden. Veranstaltungen finden häufig abends, am Wochenende oder an Feiertagen statt – flexible Arbeitszeiten gehören zum Berufsalltag. Um die kaufmännische und finanzielle Seite nicht außer Acht zu lassen, ist ein mathematisches Verständnis von Vorteil sowie die Notwendigkeit, Budgetvorgaben einhalten zu können.

In der Vergangenheit hat es sich bewährt, für eine Bewerbung mindestens den Realschulabschluss vorweisen zu können. Dennoch haben auch Bewerber mit Hauptschulabschluss die Möglichkeit, sich um einen Ausbildungsplatz zu bewerben – entscheidend sind oft persönliche Eignung, Praktika und das Auftreten im Vorstellungsgespräch.

Bewerbung als Veranstaltungskauffrau/-mann

Die Bewerbung um eine Ausbildungsstelle erfolgt üblicherweise direkt bei einem ausbildenden Betrieb. Da der Beruf eng mit Kreativität verbunden ist, empfiehlt es sich, auch bei der Bewerbung etwas Originelles einfallen zu lassen, um aus der Menge der Bewerbungen herauszustechen. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt – wichtig ist, dass die Bewerbung zielführend bleibt und einen professionellen Eindruck hinterlässt.

In der Vergangenheit erfolgte die Bewerbung meist auf dem Postweg, mittlerweile steht jedoch die elektronische Bewerbung per E-Mail im Vordergrund. Viele Unternehmen setzen darüber hinaus auf eigene Bewerbungsportale auf ihrer Website.

Wie eine Bewerbung inhaltlich gestaltet werden kann, erfährst du in unseren umfangreichen Bewerbungstipps. Dort kannst du nachlesen, wie du ein Bewerbungsschreiben gestaltest oder welche Inhalte in einen tabellarischen Lebenslauf gehören. Tipps zum Vorstellungsgespräch runden die Vorbereitung ab.

Informiere dich vorher immer ausführlich über das jeweilige Unternehmen – die Unternehmens-Website bietet dafür in der Regel ausreichend Infos. Gleiches gilt für das Einhalten eventuell vorhandener Bewerbungsfristen. Aufgrund der vom Bildungsinstitut vorgegebenen Semesterlaufzeit ist ein späterer Einstieg in ein laufendes Semester oftmals schwierig bis unmöglich.

Zukunft und Trends im Veranstaltungsmanagement

Im beruflichen Alltag kann es sehr stressig werden, besonders wenn etwas anders läuft als geplant. Trotzdem kann sich der Beruf gerade für Menschen lohnen, die stressresistent sind und im Organisieren von Veranstaltungen aufgehen. Nach einem dramatischen Einbruch während der Corona-Pandemie hat sich die Branche wieder deutlich erholt. Laut Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) ist die Zahl der Auszubildenden zum Veranstaltungskaufmann/-frau zuletzt um 22 Prozent in nur zwei Jahren gestiegen.

Die Digitalisierung hat die Veranstaltungsbranche stark verändert. Virtuelle Veranstaltungen, Online-Meetings und Hybridevents sind heute fester Bestandteil des Eventportfolios und gewinnen weiter an Bedeutung – nicht nur als Ergänzung, sondern auch als eigenständiges Format. Wer sich mit Streaming-Technik, digitalen Teilnehmerplattformen und datengetriebenem Marketing auskennt, hat klare Vorteile auf dem Arbeitsmarkt.

Auch Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle. Veranstaltungskaufleute sind zunehmend gefragt, nachhaltige Events zu planen und umzusetzen – von wiederverwendbaren Materialien über klimaneutrale Catering-Konzepte bis zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks. Sicherheitsaspekte, Datenschutz und politische Rahmenbedingungen prägen den Beruf zusätzlich.

Wer aufsteigen möchte, kann den geprüften Veranstaltungsfachwirt oder den Betriebswirt für Eventmanagement anstreben und Positionen im Projekt- oder Abteilungsmanagement übernehmen. Auch ein Studium im Eventmanagement ist nach erfolgreichem Berufsabschluss möglich. Die Karriereleiter hochzuklettern ist in diesem Beruf mit Engagement definitiv erreichbar.

Beschäftigungszahlen Veranstaltungskaufleute in Deutschland 2010–2025

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Beruf Veranstaltungskaufmann/-frau (KldB 2010, Berufsgattung 6332). Deutlich erkennbar: der Pandemie-Einbruch 2020/2021 sowie die kräftige Erholung ab 2022.

Beschäftigte als Veranstaltungskaufmann/-frau in Deutschland (gerundet): 2010 ca. 18.500, 2012 ca. 20.300, 2014 ca. 22.100, 2016 ca. 24.000, 2018 ca. 25.800, 2019 ca. 26.700, 2020 ca. 24.100, 2021 ca. 22.400, 2022 ca. 24.300, 2023 ca. 26.200, 2024 ca. 27.500, 2025 ca. 28.400.

Quellen: Statistik der Bundesagentur für Arbeit (Beschäftigte nach Berufen, KldB 2010), BIBB-Datenreport, BDKV-Branchenzahlen 2025; eigene Aufbereitung. Werte gerundet, Stichtag jeweils 30.06.


Häufige Fragen zum Beruf Veranstaltungskaufmann/-frau

Wie lange dauert die Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann/-frau?

Die duale Ausbildung dauert regulär drei Jahre. Bei sehr guten Leistungen, einschlägiger Vorbildung (z. B. Abitur oder einer kaufmännischen Vorbildung) oder auf Antrag bei der zuständigen IHK kann die Ausbildungszeit auf zweieinhalb oder zwei Jahre verkürzt werden. Quelle: IHK Köln, Berufsbildungsgesetz (BBiG)

Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung benötigt?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die meisten Betriebe Bewerber mit mittlerem Schulabschluss (Realschulabschluss) oder Fachhochschulreife/Abitur ein. Bewerber mit Hauptschulabschluss haben ebenfalls Chancen, wenn sie mit Praktika, Engagement und einer überzeugenden Bewerbung punkten. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, BERUFENET

Was ist der Unterschied zwischen Veranstaltungskaufmann und Eventmanager?

Veranstaltungskaufmann/-frau ist ein staatlich anerkannter dualer Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz mit kaufmännischem Schwerpunkt. „Eventmanager“ ist hingegen keine geschützte Berufsbezeichnung, sondern eine Tätigkeit, die meist über ein Studium, eine schulische Weiterbildung oder einen Quereinstieg erreicht wird. Eventmanager arbeiten häufig strategischer und übernehmen mehr Personalverantwortung, was sich in einem höheren Durchschnittsgehalt widerspiegelt. Quelle: Indeed Karriereguide, Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft

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