Ein tabellarischer Lebenslauf – auch Curriculum Vitae oder kurz CV genannt – bildet das Kernstück jeder Bewerbung. Hier präsentieren Sie kompakt und übersichtlich alle Informationen zu Ihrer Ausbildung, Ihren beruflichen Stationen und Ihren Qualifikationen. Umso wichtiger ist es, den Lebenslauf klar strukturiert, übersichtlich und professionell zu gestalten.
Nach dem Bewerbungsanschreiben ist der Lebenslauf die zweite Visitenkarte Ihrer Bewerbung. Er soll dem Personalverantwortlichen auf einen Blick vermitteln, wer Sie sind, was Sie können und was Sie wollen. Studien zeigen, dass Personaler häufig nur 30 bis 60 Sekunden für die erste Sichtung eines Lebenslaufs aufwenden – Übersichtlichkeit ist daher entscheidend.
Auch beim CV spielen Individualität und Sorgfalt eine wichtige Rolle. Stimmen Sie Ihren Lebenslauf gezielt auf das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle ab und heben Sie die für die Position relevanten Informationen hervor. Ein einfach übernommenes Muster wird von erfahrenen Personalern oft sofort erkannt – und wirkt entsprechend austauschbar.
Versehen Sie den Lebenslauf immer mit dem aktuellen Datum und Ihrer Unterschrift. Aus Erfahrung wissen wir: Wer ältere Vorlagen kopiert, übersieht oft das veraltete Datum – ein vermeidbarer Patzer, der unprofessionell wirkt. Orientieren Sie sich daher nur grob an Mustervorlagen.
Achten Sie zudem auf eine einheitliche Schriftart in der gesamten Bewerbung. Wenn Sie sich beispielsweise gegen Arial und für Calibri entscheiden, sollten Sie diese Schriftart in allen Bewerbungsunterlagen konsequent verwenden – also auch im Bewerbungsanschreiben und auf dem Deckblatt.
Aufbau und Inhalt eines modernen Lebenslaufs
Ein professioneller tabellarischer Lebenslauf folgt heute einer klaren Struktur. Üblich ist die antichronologische Reihenfolge – das heißt, die aktuellste Station steht oben. So sieht der Personaler sofort, womit Sie sich aktuell beschäftigen.
Die typischen Bestandteile eines Lebenslaufs sind:
- Persönliche Daten: Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und -ort
- Bewerbungsfoto: Optional, aber in Deutschland weiterhin üblich (rechts oben)
- Berufserfahrung: Position, Unternehmen, Zeitraum, Aufgaben und Erfolge
- Ausbildung und Studium: Abschlüsse, Institutionen, Zeiträume, Schwerpunkte
- Weiterbildungen und Zertifikate: Relevante Schulungen und Qualifikationen
- Kenntnisse und Fähigkeiten: Sprach-, EDV- und Fachkenntnisse
- Hobbys und Engagement: Optional, aber oft aussagekräftig
- Ort, Datum, Unterschrift
Die Konfession im Lebenslauf der Bewerbung
Ihre Konfession geben Sie im Lebenslauf nur dann an, wenn Sie sich bei einer Einrichtung mit konfessionellem Träger (z. B. Caritas, Diakonie) bewerben oder der Beruf einen religiösen Bezug hat. Ältere Mustervorlagen führen diesen Punkt oft noch als verpflichtend auf – das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) macht hier jedoch eindeutige Vorgaben: Niemand muss seine Religionszugehörigkeit offenlegen.
Es bleibt Ihnen selbstverständlich freigestellt, Ihre Konfession trotzdem in jedem Curriculum Vitae anzugeben.
Staatsangehörigkeit und ethnische Herkunft
Auch die Staatsangehörigkeit ist nur dann zwingend in den persönlichen Daten anzugeben, wenn Sie nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder eine doppelte Staatsangehörigkeit haben. Wie bei der Konfession steht es Ihnen aber frei, diese Information freiwillig anzugeben.
Angaben zur ethnischen Herkunft gehören grundsätzlich nicht in den Lebenslauf – sie sind durch das AGG geschützt und dürfen vom Arbeitgeber auch nicht erfragt werden.
Ehrenamtliches und soziales Engagement
Vergessen Sie nicht, ehrenamtliches oder soziales Engagement im Lebenslauf zu erwähnen – dies spricht für Ihre Einsatzbereitschaft, Teamfähigkeit und Ihren Charakter. Personalverantwortliche gehen davon aus, dass Menschen mit gesellschaftlichem sozialen Engagement eine höhere Motivation und ausgeprägtere Soft Skills mitbringen als Personen ohne ehrenamtliche Tätigkeit.
Inhaltlich gehört das Engagement an das Ende des Lebenslaufs – entweder unter einem eigenen Punkt „Ehrenamtliches Engagement“ oder integriert in die Rubrik „Hobbys und Interessen“.
Bewerbungsfoto im Curriculum Vitae
Viele Personalverantwortliche legen großen Wert auf scheinbar nebensächliche Details – allen voran das Bewerbungsfoto. Es ist ein typisch deutsches Phänomen, dass das Bewerbungsfoto oft zum entscheidenden Einstellungskriterium wird. In kaum einem anderen Land der Welt spielt das äußere Erscheinungsbild von Bewerbern eine so große Rolle wie hier.
Diese Tatsache spricht nicht zwingend für ein objektives Personalmanagement, sondern offenbart mitunter eine eher oberflächliche Vorauswahl. Rein rechtlich ist ein Foto seit dem AGG nicht mehr erforderlich – in der Praxis erhöht ein professionelles Bewerbungsfoto Ihre Chancen aber dennoch deutlich.
Platzieren Sie das Bewerbungsfoto rechts oben neben dem Bereich „Persönliche Daten“. Investieren Sie in einen professionellen Fotografen – Selfies oder Urlaubsfotos sind absolute Tabus.
Lücken im CV – ein Plädoyer für Ehrlichkeit
Vermeiden Sie unerklärte Lücken in Ihrem Lebenslauf. Seien Sie selbstbewusst und stehen Sie zu Ihrer beruflichen Vergangenheit – auch zu Phasen, in denen Sie nicht erwerbstätig waren. Lücken werden von Personalchefs erfahrungsgemäß als Erstes entdeckt und wecken Misstrauen.
Ehrlichkeit zahlt sich aus! Spätestens im Vorstellungsgespräch werden Lücken thematisiert – mogeln Sie nicht, denn für jede Tätigkeit wird in der Regel ein Zeugnis verlangt, das Widersprüche schnell offenlegt.
Beschönigende Formulierungen wie „längerer Auslandsaufenthalt“ oder „Tätigkeit im familiären Betrieb“ werden von erfahrenen Personalern oft als versteckte Arbeitslosigkeit interpretiert. Besser ist es, Lücken offen zu benennen und sie positiv zu rahmen – etwa als:
- „Berufliche Neuorientierung“ mit Angabe der Aktivitäten (Weiterbildung, Coaching)
- „Familienzeit“ oder „Elternzeit“ mit Dauer
- „Pflege eines Angehörigen“
- „Sabbatical zur persönlichen Weiterentwicklung“ mit konkretem Inhalt
Formulierungen im Lebenslauf
Schreiben Sie im Lebenslauf kurze, aussagekräftige Stichpunkte statt ausformulierter Sätze. Ein guter tabellarischer Lebenslauf ist so kurz wie möglich und so lang wie nötig – in der Regel ein bis maximal drei Seiten. Berufseinsteiger sollten möglichst auf einer Seite bleiben, erfahrene Fachkräfte können bis zu drei Seiten nutzen.
Bedenken Sie: Den Arbeitgeber interessiert vor allem, ob Sie über die geforderten Kenntnisse und Erfahrungen verfügen. Stellen Sie die relevanten Kompetenzen klar und prominent dar – sie sollten nicht zwischen den Zeilen versteckt sein.
Verwenden Sie bei Tätigkeitsbeschreibungen aktive Verben und konkrete Ergebnisse:
- Statt „Verantwortlich für Marketing“ → „Entwicklung und Umsetzung von Marketingkampagnen mit einem Jahresbudget von 150.000 €“
- Statt „Mitarbeit im Team“ → „Koordination eines fünfköpfigen Projektteams“
- Statt „Kundenbetreuung“ → „Betreuung von 120 Bestandskunden im B2B-Bereich“
Lassen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen unbedingt von einer zweiten Person Korrektur lesen. Ein frischer Blick deckt nicht nur Tippfehler auf, sondern auch unklare Formulierungen oder fehlende Inhalte.
Angabe der eigenen Kinder
Kinder sind in der heutigen Berufswelt leider mitunter ein Nachteil im Bewerbungsprozess. Manche Personalverantwortliche zögern, Eltern – insbesondere Mütter – einzustellen, da aus dem Lebenslauf häufig nicht hervorgeht, ob die Betreuung der Kinder zuverlässig gesichert ist. Sie sind nicht verpflichtet, Ihre Kinder im Lebenslauf anzugeben.
Wenn Sie sich für die Angabe entscheiden, kann es sinnvoll sein, in Klammern zu vermerken, dass die Betreuung durch Großeltern, Kita oder Tagesmutter gesichert ist. Dies signalisiert dem Arbeitgeber: Familie und Beruf sind organisatorisch gut vereinbar.
Beispiel: „Tochter (5 Jahre, Kita-Betreuung gesichert)“
Gerade für Alleinerziehende ist die Stellensuche oft besonders herausfordernd. Hier kann der Hinweis auf eine verlässliche Kinderbetreuung Vorbehalte ausräumen und die Einstellungschancen deutlich erhöhen.
Angabe der Berufspraxis bei Hochschulabsolventen
Als Absolvent eines Studiums verfügt man oft noch nicht über umfangreiche Berufserfahrung. Damit Ihr Lebenslauf nicht zu spärlich ausfällt, ist es ratsam, eine eigene Rubrik „Praktische Tätigkeiten“ oder „Praxiserfahrung“ einzubauen.
In dieser Rubrik können Sie Ihre während des Studiums gesammelten praktischen Erfahrungen aufführen, beispielsweise:
- Praktika mit Angabe von Unternehmen, Zeitraum und Aufgaben
- Werkstudenten- oder Nebentätigkeiten mit fachlichem Bezug
- Studentische Projekte mit Beschreibung der eigenen Rolle
- Abschlussarbeit mit Thema und Note
- Auslandsaufenthalte oder Auslandssemester
- Tutorien, Mitarbeit am Lehrstuhl oder Forschungsprojekte
Fehler vermeiden: Häufige Stolperfallen beim Lebenslauf
Um vermeidbare Stolperfallen zu umgehen, sollten Sie einige wesentliche Aspekte berücksichtigen. Stellen Sie zum einen sicher, dass alle wesentlichen Zeiträume klar dokumentiert sind und sich auf relevante Details beschränken. Vermeiden Sie überflüssige Informationen, um Ihren Lebenslauf präzise und zielgerichtet zu gestalten. Die Relevanz der Informationen spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Zum anderen kann eine unstrukturierte Darstellung negative Auswirkungen haben. Ein moderner Lebenslauf sollte eine klare und übersichtliche Gliederung mit deutlichen Überschriften und einer chronologisch absteigenden Reihenfolge der Berufserfahrungen aufweisen, beginnend mit der aktuellen Position.
Ein fehlerfreier Lebenslauf unterstreicht Ihre Professionalität. Rechtschreibfehler und grammatikalische Ungenauigkeiten sind daher ebenfalls problematisch. Aus dem Grund ist es empfehlenswert, ihn von einer anderen Person auf Rechtschreib- und Grammatikfehler überprüfen zu lassen. Ein weiterer häufiger Fehler beim Erstellen des Lebenslaufs sind unvollständige oder fehlerhafte Kontaktdaten. Vergewissern Sie sich, dass Ihre Kontaktdaten korrekt und gut sichtbar sind. Ebenso sollten Sie auf eine seriöse E-Mail-Adresse und die richtige formale Schreibweise der Telefonnummer achten.
Handschriftlicher Lebenslauf in Aufsatzform
Einen handschriftlichen Lebenslauf versendet der Bewerber heute nur noch in Ausnahmefällen. Die Handschrift hat in der Wirtschaft an Bedeutung verloren – Textverarbeitungsprogramme haben den Füllhalter weitgehend abgelöst.
Ein Lebenslauf wird nur dann handschriftlich verfasst, wenn dies ausdrücklich verlangt wird. In diesem Fall handelt es sich meist nicht um eine tabellarische, sondern um eine ausformulierte Version in Aufsatzform. Solche Anforderungen findet man heute fast nur noch im öffentlichen Dienst, im kirchlichen Bereich oder bei einigen sehr traditionellen Arbeitgebern – manchmal auch zur grafologischen Auswertung der Handschrift.
Tipp für Schüler: Gerade für Schüler ist die Erstellung eines Lebenslaufs eine Herausforderung, da die berufliche Erfahrung naturgemäß noch gering ist. Hier empfiehlt es sich, verstärkt auf Hobbys, Schulprojekte, Praktika und außerschulische Aktivitäten einzugehen. Die Anforderungen an einen Schülerlebenslauf sind verständlicherweise niedriger – dafür zählen Sorgfalt und Engagement umso mehr.
Lebenslauf auf Englisch
In einem globalisierten Arbeitsmarkt ist Englisch wichtiger denn je. Immer mehr Stellenanzeigen werden auf Englisch verfasst, und auch englische Bewerbungsunterlagen sind längst keine Seltenheit mehr. Für viele Bewerber ist die englische Formulierung jedoch eine Hürde.
Wichtig zu wissen: Der englische Lebenslauf unterscheidet sich strukturell vom deutschen. Beachten Sie folgende Besonderheiten:
- Kein Bewerbungsfoto – im angloamerikanischen Raum ist ein Foto unüblich und wird wegen Antidiskriminierungsgesetzen sogar abgelehnt
- Keine Angaben zu Geburtsdatum, Familienstand oder Konfession
- Keine Unterschrift am Ende
- Begriff „Resume“ (USA) oder „CV“ (UK) – je nach Zielland
- Persönliches Statement / Personal Profile als Einleitung üblich
Wenn der Lebenslauf auf Englisch verlangt wird, ist davon auszugehen, dass auch im Job die englische Sprache eine wichtige Rolle spielt. Beim CV und Anschreiben helfen Wörterbücher und Vorlagen – im Berufsalltag hilft jedoch nur regelmäßiges Training. Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag zur Bewerbung im Ausland.
Vorlagen zum Lebenslauf als Download
Hier finden Sie zwei Vorlagen für einen tabellarischen Lebenslauf. Wichtig: Diese Vorlagen dienen ausschließlich der Orientierung – übernehmen Sie sie niemals 1:1, sondern passen Sie Inhalte und Formulierungen individuell an Ihre Person und die Zielposition an.
Vorlage Lebenslauf A (PDF)
Vorlage Lebenslauf B (PDF)
Weitere komplette Bewerbungsmuster finden Sie auf unserer Seite Bewerbungsbeispiele zum Download.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Lebenslauf
Die Länge des Lebenslaufs hängt von Ihrer Berufserfahrung ab. Als Faustregel gilt: Berufseinsteiger und Schüler sollten sich auf eine DIN-A4-Seite beschränken. Erfahrene Fachkräfte dürfen zwei Seiten nutzen, ohne dass dies negativ auffällt. Nur in Ausnahmefällen – etwa bei langjähriger Karriere mit zahlreichen Stationen, im akademischen Bereich oder bei Führungspositionen – sind drei Seiten akzeptabel. Mehr als drei Seiten werden in der Regel nicht gelesen. Konzentrieren Sie sich auf die für die Stelle relevanten Informationen und kürzen Sie ältere oder weniger relevante Stationen knapper.
Heute ist die antichronologische (rückwärtschronologische) Reihenfolge der Standard. Das bedeutet: Die aktuellste Berufserfahrung steht ganz oben, die ältesten Stationen folgen weiter unten. Diese Form hat sich durchgesetzt, weil sie Personalern auf den ersten Blick zeigt, was Sie aktuell tun und welche Qualifikationen Sie zuletzt erworben haben. Die Regel gilt sowohl für die Rubrik „Berufserfahrung“ als auch für „Ausbildung“. Die alte chronologische Form (vom Ältesten zum Aktuellsten) wird heute nur noch in seltenen Fällen verwendet, etwa wenn dies in einer Stellenanzeige ausdrücklich verlangt wird.
Hobbys sind kein Pflichtbestandteil des Lebenslaufs, können aber durchaus einen positiven Eindruck hinterlassen – sofern sie sinnvoll gewählt sind. Aussagekräftige Hobbys verraten etwas über Ihren Charakter und Ihre Soft Skills: Mannschaftssport zeigt Teamfähigkeit, Schach analytisches Denken, ehrenamtliches Engagement soziale Kompetenz. Vermeiden Sie hingegen vage Angaben wie „Lesen“, „Reisen“ oder „Musik hören“ – diese wirken austauschbar. Auch Risikosportarten (Fallschirmspringen, Bungee-Jumping) sollten Sie weglassen, wenn Sie sich auf eine sicherheitsrelevante oder konservative Position bewerben. Faustregel: Geben Sie zwei bis vier Hobbys an, die zu Ihrem Bewerbungsprofil passen und etwas über Sie aussagen.
ulmato.de wünscht Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Bewerbung!
Weiterführende Informationen zur Bewerbung:



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