| Ausbildung und Job als Archäologe/Archäologin: | ||
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| Tipps zur Bewerbung | ||
Berufsbild Archäologe/Archäologin
Die Archäologie als Wissenschaft ist erst im 18. Jahrhundert entstanden. Einen
Arbeitsmarkt außerhalb des öffentlichen Dienstes gibt es quasi nicht, einen
Job als Archäologe zu bekommen ist daher sehr schwierig. Der Tourismus und einige
Verlage bieten den Archäologen noch ein zusätzliches Betätigungsfeld.
Beim Thema Archäologie denken heutige Generationen oftmals zuerst an eine
"staubtrockene" Wissenschaft oder an Schatzsucher a la Indiana Jones, doch die
Archäologie ist viel mehr und ein spannendes und buntes Betätigungsfeld.
Archäologen sind Kultur-Forscher. Sie untersuchen und entdecken die sichtbaren
Überbleibsel und Spuren vergangener Kulturen zu Lande und unter Wasser. Aus den
gefundenen Gegenständen, Kunstwerken und Sachverhalten leiten sie dann durch
Rekonstruktion und Interpretation ihre Theorien zur jeweiligen Kultur ab.
Ein Archäologe/eine Archäologin unterscheidet ihre forschende Tätigkeit in zwei Phasen.
Zum einen wird vor Ort gearbeitet, wobei alte Bauten und Relikte vorsichtig
freigelegt werden müssen. Zum anderen erfolgt nach der Freilegung und Sichtung
die Analyse und Untersuchung der geborgenen Fundstücke, woraus Theorien abgeleitet
werden, die dann in einen öffentlich-fachlichen Diskurs einfließen.
Gehalt und Verdienst als Archäologe/Archäologin
Da fast alle im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, kann für das Gehalt
als Archäologe/Archäologin eine konkrete Aussage getroffen werden.
Der Verdienst richtet sich nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes.
Je nach Verantwortungsbereich oder Qualifikation wird beim Gehalt unterschieden.
Daher liegt die Spanne beim Verdienst als Archäologe zwischen 3500,- und 4700,- EUR
brutto im Monat.
Ausbildung und Studium als Archäologe/Archäologin
Die Ausbildung als Archäologe ist eine akademische, wissenschaftliche Ausbildung
und erfolgt seit der Umstellung auf Bachelor und Master mit den jeweiligen
Abschlüssen. Wer das Studium der Archäologie aufnehmen möchte, der muss eine
fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife vorweisen können.
Das Bachelorstudium dauert ca. 3 Jahre, maximal jedoch 4 Jahre, wobei ein beruflicher
Einstieg bereits mit dem Bachelor durchaus möglich ist. Für den Job in
einer Führungsposition wird in der Regel ein Masterabschluss vorausgesetzt,
welcher durch ein zusätzliches Studium mit 1 bis 2 Jahren Dauer erlangt
werden kann.
Exkursionen und außeruniversitäre Praktika gehören zur Ausbildung dazu, ebenso
Auslandssemester - meist in den Ländern der klassischen Archäologie wie Griechenland,
Ägypten oder Italien.
Eine Ausbildungsvergütung findet im Studium nicht statt, aber eine Förderung
durch Stipendien, Darlehen und nach BAFöG kann beantragt werden. Zudem nehmen
mittlerweile fast alle Universitäten relativ hohe Studiengebühren von 300,- bis 500,- EUR
pro Semester, wobei die zusätzlichen Aufwendungen für Bücher und Lehrmittel nicht
enthalten sind.
Eigenschaften und Fähigkeiten als Archäologe/Archäologin
Was muss ein Archäologe mitbringen?
Grundvoraussetzung für diesen Job ist natürlich dass große Interesse an
untergegangenen und existierenden Kulturen und Sprachen, wobei der
geschichtliche Teil natürlich im Vordergrund steht.
Archäologen arbeiten systematisch und analytisch. Dazu zählt zum Beispiel
die gemachten Funde systematisch zu ordnen und nach analytischen Kriterien
in den fachlichen Kontext zu setzen und einzuordnen.
Doch dieses gesammelte und hervorgeholte Wissen muss auch in die Welt gebracht
werden, weshalb in der Archäologie auch das Referieren und Schreiben über die
aktuelle Arbeit zum wesentlichen Merkmal gehört. Jedes Fachgebiet hat seine
Spezialisten und deren Arbeiten interagieren und sich durch den Austausch entweder
abgrenzen oder befruchten.
Bewerbung auf Stellenangebote als Archäologe/Archäologin
Für die Bewerbung als Archäologe gilt die klassische Variante über eine
schriftliche Bewerbungsmappe mit Lebenslauf, Zeugniskopien und Anschreiben als
beste Lösung. Allerdings kann auch direkt im Stellenangebot eine Online-Bewerbung
verlangt oder ausgeschlossen werden und wenn eine E-Mailadresse angegeben ist, dann sind beide
Bewerbungsformen möglich.
Egal, ob Online-Bewerbung oder schriftliche Bewerbungsmappe, die Gestaltung unterliegt
den gleichen Grundsätzen und muss perfekt formuliert und gestaltet sein. In der Umgangssprache
im Internet schleichen sich vermehrt verschiedene Vereinfachungen ein, beispielsweise Icons oder
komplette Kleinschreibung aller Wörter. In einer Bewerbung auf ein Stellenangebot muss darauf
verzichtet werden, wenn die Bewerbung als Archäologe/Archäologin erfolgreich sein soll.
Unsere weiterführenden Informationen zu Anschreiben und
tabellarischem Lebenslauf helfen bei der Gestaltung der Bewerbungsunterlagen
weiter. Zudem kann aber auch der direkte persönliche Kontakt zum zukünftigen Arbeitgeber
oder eine Empfehlung eines Professors oder Dozenten aus dem Studium im Bewerbungsprozess
hilfreich sein.
Trends und Entwicklung für Archäologen
In der Archäologie macht sich der technologische Fortschritt breit
und ist nicht selten zum wesentlichen Element der Forschung geworden.
Beispielsweise bietet die C14-Methode zur Altersbestimmung mittlerweile
relativ genaue Ergebnisse der Artefakte. Aber auch die Genetik deckt
neue Zusammenhänge auf die sonst im Dunkeln geblieben wären. Am Computer
können mittlerweile sogar ganze ausgegrabene Städte wiedererrichtet werden,
um eine räumliche Vorstellung zu bekommen.
Somit wird die interdisziplinäre Forschung in Angrenzung an die Fachgebiete
der Chemie, Biologie oder Informatik immer wichtiger.
In Zeiten schmaler öffentlicher Haushalte und Wirtschaftskrisen ist das
finanzielle Budget für die Archäologie jedoch relativ gering. Weshalb dieser
Beruf in gewisser Weise auch von der Konjunktur abhängt.

Quelle: Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik der BA. Für das Jahr 2007
liegen bei den Arbeitslosen nur unvollständige Daten vor.