Ausbildung als Realschullehrer/in

Lehrer/innen an der Realschule bzw. Mittelschule, unterrichten Kinder der Klassen 5 bis 10. Es handelt sich also um die Schulform der weiterführenden Schule der Sekundarstufe 1. Der Beruf wird auch in Internaten, Volkshochschulen oder Schülerheimen ausgeübt.

Realschullehrer ist ein interessanter Beruf mit vielen Facetten. Das Lehrpersonal unterrichtet die Heranwachsenden in allen Fächern des Lehrplans, der Lehrer wird dann je nach Fächerkombination für die er sich im Studium entschieden hat, eingesetzt. Die inhaltliche Vorbereitung auf den Unterricht erledigt der Lehrer oft von zuhause. Neben der fachlichen Vermittlung ist der Beruf auch von erzieherischen Fähigkeiten gekennzeichnet. Das gesellschaftliche Wertesystem und das soziale Verhalten erlernen die Kinder und Jugendlichen im Klassenverband mit aktiver Unterstützung der Realschullehrer.

Durch Klassenarbeiten, Hausaufgaben und Tests erfolgt eine regelmäßige Leistungskontrolle der Realschüler durch das Lehrpersonal. Hierdurch kann das jeweilige Wissen ermittelt und gezielt gefördert werden.

Der Kontakt zu Eltern ist für den Lehrer unbedingt notwendig, nicht nur bei Elternsprechtagen, ebenso außer der Reihe muss der Realschullehrer ein offenes Ohr für die Eltern haben und Sorgen sehr ernst nehmen.

Der Unterricht findet Morgens und am frühen Nachmittag statt und wird aufgrund eines Einteilungsplanes in Koordination mit der Schulleitung und den anderen Lehrern festgelegt. Eventuelle Freistunden zwischen 2 Unterrichtsblöcken werden in der Regel zur Vor- oder Nachbereitung des Unterrichts genutzt.

Ausbildung und Gehalt als Realschullehrer/in

Das Studium an einer Hochschule ist für Lehrer aller Richtungen obligatorisch. Es gibt bundesweit jedoch keine einheitlichen Standards, weil für den Bereich der Bildungspolitik die einzelnen Bundesländer verantwortlich sind.
Ideal ist es daher, wenn der Studienort auch in dem Bundesland liegt, in welchem nach dem Studium auch das Arbeitsverhältnis aufgenommen werden soll. Die Universitäten haben normalerweise eigene Auswahlkriterien für Studenten, weshalb gilt, dass potenzielle Lehramtsstudenten bestimmte Bedingungen erfüllen müssen, um eine grundlegende Tauglichkeit für den Beruf zu ermitteln.

Während des Lehramt-Studiums ist es notwendig, dass angehende Realschullehrer sich für eine bestimmt Fächerkombination entscheiden. Das Studium zum Realschullehrer schließt, je nach Bundesland, mit der Prüfung im ersten Staatsexamen ab. Im Zuge des Bologna-Prozesses erfolgt jedoch bundesweit die Umstellung auf Bachelor- und Masterabschluss.

Der Masterabschluss ist dem ersten Staatsexamen gleichzusetzen. Der Bachelorabschluss wird in der Regel nach mindestens 6 Semestern erreicht, für den Masterabschluss zum Realschullehrer sind dann noch ca. 2 Semester notwendig. Solange der Bologna-Prozess noch nicht abgeschlossen ist, werden gleichberechtigt die Abschlüsse mit Staatsexamen und mit Master ausgebildet.

Im Anschluss an das Studium erfolgt der Vorbereitungsdienst bzw. das Referendariat der Realschullehrer für die Dauer von 18 bis 24 Monaten, je nach Bundesland. Der Vorbereitungsdienst findet unter Anleitung an der Realschule statt und dient der Praxiserfahrung unter dem Gesichtspunkten der Pädagogik, Didaktik und Methodik sowie unter den fachspezifischen Aspekten.

Für die Ausbildung ist keine Vergütung vorgesehen, für die anschließende praktische Ausbildung im Vorbereitungsjahr hingegen schon. Das Gehalt der Lehrer für Realschule bzw. Sekundarstufe 1, mit erfolgreich absolviertem zweitem Staatsexamen nach dem Referendariat richtet sich nach den jeweiligen Landestarifen und liegt in der Besoldungsgruppe A 13. Die Besoldung liegt in der Stufe 3 bei ca. 2.800 Euro und in der Stufe 12 bei ca. 4.000 Euro Brutto-Gehalt. Je nach Alter, Leistung etc. kann der Lohn für das Lehramt aber variieren.

Die Realschule ist ein Auslaufmodell, das ist gewiss. Der Weg führt langfristig zur Gesamtschule, doch auch wenn sich der Name ändert, die Inhalte bleiben gleich.

Eigenschaften und Voraussetzungen für Lehrer der Realschule

Im täglichen Arbeitsablauf muss der Lehrer einen guten Umgang mit Menschen pflegen, natürlich in erster Linie mit den Heranwachsenden. Jeden Tag muss gefördert und angeleitet werden, aber auch bewertet und kritisiert. Das Wohl jedes einzelnen Schülers sollte dem Lehrkörper am Herzen liegen, Empathievermögen ist hier gefragt.

Sie müssen Planen und Organisieren, zum Beispiel bei Elternabenden, Konferenzen oder Ausflügen.
Der Großteil an Arbeit in diesem Beruf findet in Heimarbeit statt und ohne direkte Anweisungen. Ein Talent zur Selbstorganisation und Selbstmotivation ist daher unabdingbar. Realschullehrer müssen ihre Schüler auch motivieren können, sonst wird die Vermittlung der Unterrichtsinhalte nicht gelingen.

Eine altersgerechte Vermittlung des Unterrichtsmaterials ist notwendig, genau wie die Fähigkeit zu analysierendem Denken, um Arbeitsmethoden zu analysieren und Lernprozesse zu konzipieren.

Im Unterricht kommt es auch oft zu Konflikten zwischen Schülern oder zwischen Schülern und Lehrern. Die Fähigkeit solche Konflikte zu erkennen und richtig zu reagieren ist ein wichtiges Element, auch für den Status des Lehrers in seiner Klasse.

Bewerbung als Realschullehrer/in

Nach der Ausbildung bzw. dem Studium im Lehramt Sek. 1 erfolgt das Referendariat durch Zuweisung der Kultusministerien der Bundesländer. Hier spielen soziale Faktoren, wie eigene Kinder oder die Pflege eines Familienmitglieds, eine wichtige Rolle, wenn Sie eine Referendariat in der Nähe des eigenen Wohnortes bekommen möchten. Wartezeiten müssen unter Umständen in Kauf genommen werden.

Nach dem zweiten Staatsexamen bewerben sich Lehrer auf Stellenangebote nach Wahl. Neben den Leistungen ist hier auch entscheidend, welche Fächerkombination vorzuweisen ist.

Die Bewerbung erfolgt mit schriftlicher Bewerbungsmappe, ganz klassisch mit Bewerbungsanschreiben, Curriculum Vitae und Zeugnissen/Bescheinigungen, an die jeweilige Realschule.

Weitere Bewerbungstipps und Tricks!

Stellenangebote als Lehrer sind nicht selten und je nach Bundesland auch durchaus oft zu finden. Die Arbeitsmarktchancen sind aktuell also gut, weshalb auch viele Quereinsteiger die Chance nutzen.

Problematisch ist eher die Belegung der Realschulen durch die Schüler, weil immer mehr potenzielle Hauptschüler auf den Realschulen landen, bedingt durch den schlechten Ruf der Hauptschulen. Das Leistungsniveau wird dadurch verringert und Schüler oft überfordert. Doch die Anforderungen für Jugendliche am Arbeitsmarkt haben sich auch gewandelt. Für einfache Ausbildungsberufe wird heute teilweise Abitur vorausgesetzt, was die Ausbildungsplatzsuche für Realschüler schwer macht.

In naher Zukunft wird es vermutlich eine Änderung im deutschen Schulsystem geben, weil mittlerweile auch die Politik in den Ländern erkannt hat, dass das Schulsystem die gesellschaftlichen Anforderungen nicht mehr erfüllt.

Ebenso werden neue pädagogische Ansätze in die Praxis umgesetzt, die in anderen Ländern vielversprechende Ergebnisse geliefert haben.

Beschäftigungszahlen für Realschullehrer/innen

Die Beschäftigungszahlen für Lehrer geben nur eingeschränkt ein Bild der Situation auf dem Arbeitsmarkt wieder, da Beamte in den Statistiken nicht erfasst werden. Die meisten Lehrer sind jedoch nach wie vor verbeamtet, obwohl sich auch in der Schule eine Zwei-Klassen-Gesellschaft offenbart.

Immer mehr Lehrer im Angestelltenverhältnis arbeiten neben verbeamteten Lehrern, die einen bei besserer Bezahlung, die anderen bei schlechterer Bezahlung, jedoch erbringen beide die gleiche Leistung.

Wie die folgende Statistik über die Beschäftigungszahlen aber verrät, sinken die Zahlen der Beschäftigten und der Arbeitslosen in den letzten Jahren deutlich.

Quelle: Beschäftigten- und Arbeitslosen-Statistik der Bundesagentur für Arbeit (IAB Forschungsgruppe Berufliche Arbeitsmärkte).

Ähnliche Berufsbilder:

Teilen

Alle Ausbildungsberufe von A - Z