Du bist sportlich aktiv und motivierst auch deine Mitmenschen gerne zu sportlichen Aktivitäten? Dann könnte die Ausbildung zum Sportlehrer bzw. zur Sportlehrerin genau das Richtige für dich sein. Mit großem Engagement animierst du deine Schülerinnen und Schüler zum Sport und führst sie mit viel Geschick zu ihren persönlichen Höchstleistungen.
Je nach Ausbildungsweg werden Sportlehrerinnen und Sportlehrer in Schulen, Sportschulen, Sportvereinen und sozialen Einrichtungen eingesetzt. Dort unterrichten sie ihre Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Sportarten und führen sie teils auch an weniger bekannte Aktivitäten heran. Die Bandbreite reicht von den klassischen Ballsportarten über Leichtathletik und Schwimmen bis hin zu aktuellen Trendsportarten wie Parkour, Yoga oder Functional Fitness.
Als Sportlehrerin oder Sportlehrer trainierst du deine Lerngruppen, motivierst sie und hilfst ihnen bei der Verbesserung ihrer Techniken. Du unterstützt bei der Vorbereitung auf Wettkämpfe, organisierst sportliche Veranstaltungen und erarbeitest bei Bedarf individuelle Trainingspläne. Viele Sportlehrkräfte spezialisieren sich auf bestimmte Sportarten und können ihren Schülerinnen und Schülern dort besondere Unterstützung anbieten. Angesichts des wachsenden Lehrkräftemangels in Deutschland sind gut ausgebildete Sportlehrkräfte auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt.
Gehalt als Sportlehrer/in
Mit welchem Einkommen du rechnen kannst, hängt maßgeblich von deinem Ausbildungsweg und deinem Einsatzbereich ab. Als verbeamtete Lehrkraft an einer Schule richtet sich dein Gehalt nach der jeweiligen Besoldungsgruppe. Grundschullehrkräfte werden je nach Bundesland in A12 oder A13 eingruppiert, wobei der Trend zur Angleichung auf A13 deutlich zunimmt. Gymnasial- und Berufsschullehrkräfte starten in der Regel in A13. Das Einstiegsgehalt in der Besoldungsgruppe A13 liegt bundesweit zwischen ca. 3.800 und 4.990 Euro brutto, je nach Bundesland und Stufe (Stand: 2025). Im weiteren Karriereverlauf kann das Gehalt auf 5.500 Euro brutto und mehr steigen. Schulleiterinnen und Schulleiter erhalten darüber hinaus Funktionszulagen.
Angestellte Lehrkräfte werden nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) vergütet, in der Regel nach Entgeltgruppe E13. Das durchschnittliche Bruttogehalt für Sportlehrkräfte liegt laut aktuellen Gehaltserhebungen bei etwa 3.500 bis 3.650 Euro pro Monat. Berufseinsteiger mit einem Lehramt-Abschluss starten je nach Bundesland bei rund 3.200 bis 3.500 Euro brutto. Quellen: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Gehaltstabellen 2025; Statistisches Bundesamt; medi-karriere.de, Stand 2025
Für Sportlehrkräfte ohne Lehramt-Studium – etwa aus einer Berufsfachschulausbildung oder einem sportwissenschaftlichen Hochschulstudium ohne Lehramt – hängt das Gehalt stark von Branche, Region und Betriebsgröße ab. Das Einstiegsgehalt liegt hier in der Regel bei rund 2.300 bis 2.800 Euro brutto monatlich. Mit wachsender Berufserfahrung sind durchschnittlich 3.000 bis 3.800 Euro brutto erreichbar, in spezialisierten Bereichen oder bei Leitungsfunktionen auch mehr. Quelle: meingehalt.net, Stepstone Gehaltsreport 2025
Studium und Ausbildung als Sportlehrer/in
Wenn du Sportlehrerin oder Sportlehrer werden möchtest, stehen dir unterschiedliche Ausbildungswege offen. An Hochschulen und Universitäten kannst du Sport auf Lehramt studieren. Du entscheidest dich dabei vorab für eine bestimmte Schulart (Grundschule, Sekundarstufe I oder II usw.) und wählst zusätzlich mindestens ein zweites Unterrichtsfach.
Nach dem Bachelorstudiengang (in der Regel 6 Semester) folgt das Masterstudium (4 Semester). Je nach Bundesland und Hochschule variieren die Studieninhalte etwas. Zu den gängigen Fächern zählen Sportmanagement, Trainingswissenschaft, Sportpädagogik, Bewegungslehre und Sportpsychologie.
Im Anschluss an das erfolgreich abgeschlossene Studium folgt für die Dauer von etwa 18 bis 24 Monaten ein Referendariat, ehe du endgültig als Sportlehrkraft in den Schuldienst startest. Während des Referendariats erhalten angehende Lehrkräfte in den meisten Bundesländern Anwärterbezüge von durchschnittlich rund 1.700 Euro brutto monatlich. Quelle: fit4ref.de, Stand April 2025
Alternative Ausbildung zum Studium
Eine weitere Möglichkeit bietet die Ausbildung zum Sportlehrer bzw. zur Sportlehrerin an einer sportwissenschaftlichen Fachschule oder Berufsfachschule. Hier wechseln sich theoretische und praktische Ausbildungsinhalte ab. Die Praxis umfasst unterschiedliche Themenbereiche wie Ballsportarten (Handball, Fußball, Basketball), Individualsportarten (Geräteturnen, Fitness, Tanz, Leichtathletik) und Wahlpflichtfächer (Tennis, Surfen, Kampfsport u. a.). Zu den theoretischen Themen zählen insbesondere Trainingslehre, Sportpädagogik, Mediendidaktik, Bewegungslehre und Sportpsychologie. Diese Ausbildung dauert in der Regel zwei bis drei Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab.
Im Verlauf von Studium und Ausbildung sind ein oder mehrere Praktika verpflichtend. Im Studium finden diese in der Regel an Schulen statt. Bei der schulischen Ausbildung kannst du dein Praktikum an einer Sportschule, bei einem Sportverein oder in einer sozialen Einrichtung absolvieren.
Eigenschaften und Voraussetzungen – Sportlehrer werden
Für ein Studium auf Lehramt benötigst du eine Hochschulzugangsberechtigung (Abitur). Die meisten Hochschulen führen zusätzlich einen Sporteignungstest durch. Bei diesem Test musst du bestimmte Mindestanforderungen erfüllen, die je nach Hochschule variieren können. Typischerweise werden Disziplinen aus den Bereichen Schwimmen, Leichtathletik, Geräteturnen, Gymnstik und Ballsportarten geprüft. Manche Hochschulen verlangen zudem ein Schwimmabzeichen oder ein polizeiliches Führungszeugnis.
Für die Ausbildung an einer Berufsfachschule oder sportwissenschaftlichen Fachschule wird in der Regel mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss erwartet. Vereinzelt ist auch der Zugang mit einem Hauptschulabschluss möglich, wenn du anschließend eine mindestens zweijährige Berufspraxis nachweisen kannst. Gute Noten in den Fächern Sport, Biologie und Mathematik sind grundsätzlich vorteilhaft.
Selbstverständlich solltest du für diesen Beruf sehr sportlich sein und dich für möglichst viele Sportarten interessieren. Eine gute körperliche Konstitution, Belastbarkeit, Geduld, Einfühlungsvermögen und Organisationstalent sind unerlässliche Eigenschaften für Sportlehrkräfte. Da du auch mit wenig motivierten Schülerinnen und Schülern konfrontiert wirst, sind zudem Durchsetzungskraft und sicheres Auftreten unverzichtbar. Erste-Hilfe-Kenntnisse und ein Gespür für Sicherheitsfragen im Sportunterricht runden das Anforderungsprofil ab.
Bewerbung als Sportlehrer/in
Zu einer überzeugenden Bewerbung gehören immer ein individuell verfasstes Bewerbungsschreiben, ein tabellarischer Lebenslauf und Kopien der relevanten Zeugnisse. Ein aktuelles Bewerbungsfoto kann deinen ersten Eindruck beim potenziellen Arbeitgeber positiv unterstützen.
Ehe du das Anschreiben entwirfst, solltest du dich eingehend mit der Stelle, dem Arbeitgeber und den genannten Anforderungen befassen. Es ist wichtig, dass du dich selbst im besten Licht präsentierst und dabei konkret auf die ausgeschriebene Position eingehst. Im Bewerbungsschreiben schilderst du deinen bisherigen Werdegang und gehst auf deine sportlichen sowie pädagogischen Kenntnisse und Fähigkeiten ein.
Ergänzt wird deine Bewerbung durch den tabellarischen Lebenslauf. Hier listest du chronologisch deinen Ausbildungsweg auf, nennst absolvierte Praktika sowie zusätzliche Angaben wie Fremdsprachenkenntnisse, Sportlizenzen (z. B. DOSB-Trainerlizenzen), Hobbys und Nebenjobs. Für Bewerbungen im Schuldienst gilt: Staatliche Prüfungszeugnisse und Referendariatszeugnis sind Pflichtanlagen.
Trends und Entwicklungen für Sportlehrkräfte
Welchen Karrierepfad du einschlägst, hängt maßgeblich von deinem Ausbildungsweg ab. Mit einem Studium auf Lehramt bereitest du dich auf den Sportunterricht einer bestimmten Schulart vor. Durch gezielte Weiterbildungen kannst du dich auf bestimmte Fachbereiche spezialisieren, beispielsweise in den Bereichen Bewegungstherapie, inklusive Sportpädagogik oder digitale Sportdidaktik.
Aufstiegsmöglichkeiten bieten sich, wenn du eine Tätigkeit in der Fachleitung anstrebst oder dich zur Seminarleitung weiterbildest. Die Krönung der Schulkarriere wäre eine Stelle als Schulleitung, die zusätzlich zur Lehrtätigkeit Verwaltungs- und Führungsaufgaben umfasst.
Für Sportlehrkräfte mit einer Berufsfachschulausbildung bieten sich ebenfalls interessante Karrierewege. Du kannst Aufstiegsweiterbildungen absolvieren und etwa die Leitung eines Fitnesscenters übernehmen oder die Prüfung zum Sportfachwirt bzw. zur Sportfachwirtin ablegen. Auch die Selbstständigkeit eröffnet attraktive Perspektiven – zum Beispiel als freiberufliche Sportlehrkraft bei Vereinen und Sportschulen oder mit der Eröffnung eines eigenen Studios.
Digitalisierung und Lehrermangel prägen die Zukunft des Berufs: E-Learning-Plattformen, Bewegungsanalyse-Apps und digitale Trainingssteuerung gewinnen auch im Schulsport zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig wird der Bedarf an qualifizierten Sportlehrkräften in den kommenden Jahren aufgrund des demografisch bedingten Lehrermangels weiter steigen. Laut Prognosen der Kultusministerkonferenz (KMK) werden bis 2035 deutschlandweit deutlich mehr Lehrkräfte benötigt als ausgebildet werden.
Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland 2010–2024
Als Sportlehrkräfte werden keine gesonderten Gesamtzahlen amtlich ausgewiesen. Die Grafik zeigt die Gesamtentwicklung der Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen, da Sportlehrerinnen und Sportlehrer einen festen Anteil dieser Gruppe darstellen.
Quellen: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11 Reihe 1 (Bildung und Kultur – Allgemeinbildende Schulen), verschiedene Jahrgänge; Statista 2024. Werte für 2024/25 vorläufig geschätzt. Sportlehrkräfte werden statistisch nicht separat ausgewiesen.
Häufige Fragen zum Beruf Sportlehrer/in
Kann man Sportlehrer/in ohne Abitur werden?
Für den staatlichen Schuldienst ist ein Lehramtsstudium und damit das Abitur grundsätzlich Voraussetzung. Wer jedoch an Berufsfachschulen, Sportvereinen, Fitnesseinrichtungen oder sozialen Einrichtungen als Sportlehrkraft tätig sein möchte, kann dies über eine Ausbildung an einer sportwissenschaftlichen Fachschule oder Berufsfachschule erreichen. Hier genügt in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss. In Einzelfällen ist der Zugang auch mit Hauptschulabschluss plus Berufspraxis möglich.
Wie lange dauert das Studium zum Sportlehrer/zur Sportlehrerin?
Das Lehramtsstudium Sport umfasst in der Regel sechs Semester Bachelor und vier Semester Master, also insgesamt rund fünf Jahre. Daran schließt sich das Referendariat von 18 bis 24 Monaten an. Wer die schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule wählt, ist nach zwei bis drei Jahren fertig ausgebildet.
Gibt es einen Lehrermangel im Fach Sport?
Ja. Sport gehört zu den Fächern, in denen Schulen bundesweit Stellen nur schwer besetzen können. Die Kultusministerkonferenz prognostiziert bis 2035 einen erheblichen Gesamtmangel an Lehrkräften. Besonders in der Grundschule und im ländlichen Raum ist die Lage angespannt. Das verbessert die Einstellungschancen für frisch ausgebildete Sportlehrkräfte erheblich. Quelle: Kultusministerkonferenz (KMK), Lehrkräfteeinstellungsbedarf 2024–2035
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