| Ausbildung und Beruf als Physiotherapeut/in: | ||
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| Tipps zur Bewerbung | ||
Berufsbild Physiotherapeut/Physiotherapeutin:
Physiotherapeuten sind aus dem heutigen Gesundheitswesen nicht mehr wegzudenken.
Wer aufgrund seines hohen Alters, einer Behinderung, einer Erkrankung oder einer Verletzung
bei Sport oder Unfall, auf eine Physiotherapie angewiesen ist, der weiß dies auch zu schätzen.
In erster Linie steht der körperliche Bewegungsapparat im Vordergrund, aber auch das
psychische Wohlbefinden wird durch die Bewegung oder den Körperkontakt entscheidend
verbessert. Vor allem die älteren Patienten sind oft auch für ein Gespräch
mit den Physiotherapeuten dankbar, stellen diese doch einen der wenigen sozialen Kontakt dar.
Die Tätigkeit als Physiotherapeut/Physiotherapeutin ist meistens in einen Therapieplan
eingebunden, der nicht nur von den Therapeuten selbst bestimmt wird. Hier sind Ärzte
und andere Therapeuten (zum Beispiel Psychologen) eingebunden, um ein ganzheitliches Konzept
zu entwickeln, welches zum Behandlungserfolg führen soll.
Ein/e Physiotherapeut/Physiotherapeutin arbeitet in der Regel in Krankenhäusern und Kliniken
oder in den immer zahlreicher werdenden Physiotherapie-Praxen. Der Arbeitsplatz kann genauso
in einem Altenheim, einem Sportverein oder sogar einem Wellnesshotel liegen.
Gehalt/Verdienst als Physiotherapeut/Physiotherapeutin
Das Gehalt von Physioterapeuten richtet sich im Bereich des öffentlichen
Dienstes nach den aktuellen tarifvertraglichen Vereinbarungen. Bei der Ausübung
des Berufs in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen orientiert sich der Verdienst
in der Regel an den Tarifverträgen.
Für den Physiotherapeuten kann dies eine Gehaltspanne von 1800 bis 2500 Euro brutto
im Monat bedeuten. Die Vergütung richtet sich zusätzlich auch nach verschiedenen
individuellen Faktoren, wie Alter, Qualifikation, Berufserfahrung und einige mehr.
Ausbildung als Physiotherapeut/Physiotherapeutin
Die Ausbildung zum Physiotherapeuten ist ausschliesslich eine schulische Lehre,
an einer Berufsfachschule für Physiotherapie. Aus diesem Grund ist auch keine
Vergütung während der Berufsausbildung zu erwarten.
Die Ausbildung als Physiotherapeut/Physiotherapeutin in der Schule dauert 3 Jahre. Der zusätzliche
Erwerb des Abschlusses als Gymnastiklehrer/in kann zwischen dreieinhalb und viereinhalb
Jahren dauern.
Die Berufsausbildung ist gegliedert in einen praktischen Teil und einen theoretischen Teil.
Beide Teile werden innerhalb der Berufsschule absolviert, ein an die Schule angegliedertes Krankenhaus
wird oft für praktische Ausbildungsteile herangezogen. Physiotherapeutische
Untersuchungstechniken und krankengymnastische Massagetechniken werden hier vorwiegend in den
Bereichen wie Chirurgie, innere Medizin, Orthopädie, Neurologie,
Pädiatrie, Osychatrie und Gynäkologie eingesetzt.
Die theoretische Ausbildung als Physiotherapeut/in ist sehr umfangreich. Der Aufbau
und die Funktionalität des menschlichen Bewegungsapparates werden in Gänze erfasst
und vermittelt. Massagetechniken, Behandlungstechniken und Grundlagen der Rehabilitation und
Vorbeugung sind natürlich dabei, aber genauso der Umgang mit der notwendigen Hygiene
bei der täglichen Arbeit. Zudem wird auch vermittelt, welche sozialen, psychologischen
oder pädagogischen Aspekte im Umgang mit den Patienten wichtig sind. Nicht zuletzt
stellt natürlich auch der Umgang und Einsatz von Gerätschaften einen wichtigen
Bestandteil der theoretischen Berufsausbildung dar, der sich im praktischen Teil der Lehre
zur Anwendung kommt.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Physiotherapeutenausbildung an der Schule ist es notwendig eine
Erlaubnis nach dem Masseur- und Physiotherapeutengesetz zu beantragen, um die Berufsbezeichnung
zu besitzen und diese im Job führen zu dürfen.
Eigenschaften und Voraussetzungen von Physiotherapeuten
Wie bereits erwähnt wird von dem/der Physiotherapeut/Physiotherapeutin ein hohes
Empathievermögen verlangt. Der Umgang mit Schwerstkranken gehört zur täglichen
Arbeit und bedarf nicht nur fachlicher Kompetenz, sondern auch sozialer und psychologischer
Fähigkeiten. Eine Neigung zum Umgang mit Menschen ist daher unbedingt notwendig.
Wer diesen Beruf ergreifen möchte, der sollte auch ein Interesse an medzinischen
Sachverhalten und Fragestellungen mitbringen. Der Beruf erfordert ein umfassendes Wissen
über den gesamten menschlichen Bewegungsapparat mit seinen Muskeln, Knochen und Sehnen.
Eine gewisse Sorgfalt ist unerlässlich, nicht nur in Bezug zur Hygiene, sondern auch
in der Umsetzung ärztlicher Vorgaben zur Behandlung. Falsche Behandlungen haben
nicht selten fatale Folgen.
Bewerbung auf Stellenangebote als Physiotherapeut/Physiotherapeutin
Die Bewerbung als Physiotherapeuti/Physiotherapeutin erfolgt in der Regel auf dem
klassischen Weg mittels einer schriftlichen Bewerbungsmappe mit Lebenslauf und
Bewerbungsschreiben. Bei großen Unternehmen bzw. Einrichtungen ist der Bewerbungsvorgang
nicht selten automatisiert, über ein Bewerbungsformular auf der Website. Auch die Online-Bewerbung
kann hier sehr hilfreich sein und zum Erfolg führen.
Sollten Sie die Möglichkeit haben Ihre schriftliche Bewerbung direkt vor Ort beim
Arbeitgeber abzugeben, dann sollten Sie in jedem Fall auch davon Gebrauch machen. In
diesem Beruf spielt die soziale Komponente eine wichtige Rolle. Natürlich müssen
Sie ins Team passen, aber auch einen optimalen Umgang mit dem Patienten gewährleisten.
Ein erster persönlicher Eindruck kann Ihnen den entscheidenden Vorteil im
Bewerbungsverlauf sichern und Sie dem Zuschlag für das Stellenangebot ein Stück näher
bringen.
Trends und zukünftige Entwicklungen für Physiotherapeuten
Bedingt durch den demografischen Wandel in Deutschland steigt der Anteil von
älteren Patienten im Bereich der Physiotherapie kontinuierlich an. Zudem gibt
es eine steigende Lebenserwartung der Menschen in Deutschland, was bedeutet, dass
die Anzahl der Menschen, die auf eine Physiotherapie angewiesen sind ebenfalls steigt.
In den letzten Jahren gehen immer mehr Physiotherapeuten den Weg in die Selbstständigkeit
und machen eine eigene Praxis auf. Die Konkurrenzsituation innerhalb die Physiotherapie hat deutlich
zugenommen.
Unter dem fachlichen Aspekt stellt die ganzheitliche Betrachtung und Versorgung der Patienten
die größte Herausforderung für die Physiotherapeuten dar. Der einzelne Patient soll
durch eine bessere Koordination der einzelnen Institutionen im Gesundheitswesen eine
bessere Betreuung erfahren. Gleichzeitig sollen dadurch auch Kosten gespart und
Doppeluntersuchungen vermieden werden. Diese neue Herangehensweise wird als Case-Management
(Fall-Management) bezeichnet und erfordert von Physios mehr Organisation und Kommunikation.
Der Bereich der Kommunikation spielt aber auch im Umgang mit den Patienten eine
stärkere Rolle. Grund dafür ist die steigende Anzahl an Migranten mit
anderen kulturellen und religiösen Hintergründen. Die Achtung und
der Respekt vor der Kultur und Religion der Patienten sowie auch die Kenntnis über die
Eigenarten gewinnen an Bedeutung.

Quelle: Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik der BA