Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in (kurz MTRA) – Alle Fakten zu Ausbildung, Gehalt und Bewerbung

Zu deinen Stärken zählen Organisation und Sorgfalt? Du möchtest Menschen helfen und hast keine Angst vor dem medizinischen Einsatz von Strahlung? Dann könnte dieser Beruf genau der richtige für dich sein.

Die Medizinische Technologin bzw. der Medizinische Technologe für Radiologie – kurz MTR, früher MTRA (Medizinisch-technische Radiologieassistentin) – arbeitet in Praxen der Radiologie, anderen Facharztpraxen oder in Kliniken. Zu den täglichen Arbeitsgeräten gehören das Röntgengerät, der Computertomograph (CT), der Magnetresonanztomograph (MRT), Bestrahlungsgeräte in der Strahlentherapie sowie nuklearmedizinische Messgeräte.

Je nach Erkrankung (Indikation) ist ein unterschiedliches Gerät notwendig. Die Durchführung dieser Untersuchungen erfordert eine spezielle, staatlich anerkannte Ausbildung und ist ausschließlich MTR vorbehalten – dies kann nicht von Medizinischen Fachangestellten (MFA) übernommen werden. Dieser Sachverhalt ist Patientinnen und Patienten in der Regel nicht bewusst.

Wichtiger Hinweis zur Berufsbezeichnung: Seit dem 1. Januar 2023 gilt das MTA-Reformgesetz (MT-Berufe-Gesetz, MTBG). Die frühere Bezeichnung „Medizinisch-technische Radiologieassistentin / -assistent“ (MTRA) wurde durch „Medizinische Technologin / Medizinischer Technologe für Radiologie“ (MTR) ersetzt. Bestehende Berufserlaubnisse bleiben gültig, die alte Abkürzung MTRA ist weiterhin gebräuchlich und beide Bezeichnungen sind im Alltag anzutreffen. Im Text werden beide Kürzel verwendet. Quelle: Bundesgesundheitsministerium, MTA-Reformgesetz 2023.

Gehalt als MTR (früher MTRA)

Das Gehalt als MTR hängt vom Arbeitgeber, dem Bundesland, der Qualifikation und der Berufserfahrung ab. Wo der Arbeitsvertrag keine tarifliche Anbindung hat, kann das Gehalt deutlich unter den tariflichen Bestimmungen liegen.

Im öffentlichen Dienst (TVöD) werden MTR direkt nach der Ausbildung in die Entgeltgruppe 7 eingruppiert. Das ergibt laut aktueller Entgelttabelle (gültig ab 1. April 2025) ein Einstiegsgehalt von 3.205 Euro brutto monatlich, das mit steigender Berufserfahrung auf bis zu 3.935 Euro steigen kann. Hinzu kommen Schichtzulagen sowie Nacht- und Sonntagszuschläge.

An kirchlichen Einrichtungen (AVR Diakonie) ist die Eingruppierung in EG 7 häufig sogar etwas besser vergütet als im TVöD: Laut AVR-Diakonie-Tabelle (Stand 2024) liegt das Einstiegsgehalt bei ca. 3.611 Euro und kann auf bis zu 4.256 Euro steigen. Laut meingehalt.net (2026/2027) beträgt das durchschnittliche Jahresgehalt für MTRA/MTR rund 48.636 Euro (Einstieg ab 40.776 Euro, Maximum 57.024 Euro jährlich). Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median in Baden-Württemberg – dem Spitzenreiter – bei 4.162 Euro brutto monatlich.

Private Einrichtungen zahlen häufig Gehälter unterhalb des Tarifniveaus, da sie nicht gebunden sind. Aufgrund des erheblichen Fachkräftemangels sind in der Praxis jedoch auch dort zunehmend bessere Konditionen verhandelbar. Zur Gehaltsverhandlung sollte bei nicht-tarifgebundenen Arbeitgebern stets auch die betriebliche Altersvorsorge als Bestandteil des Gesamtpakets einbezogen werden.

Quellen: medi-karriere.de, MTRA/MTR Gehalt (TVöD Entgeltgruppe 7, gültig ab 01.04.2025); meingehalt.net, MTRA 2026/2027; Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas MTRA (berufenet); AVR Diakonie Entgelttabelle EG 7 (Stand 2024); doctari.de, MTRA Gehalt 2025.

Ausbildung zur Medizinischen Technologin / zum Medizinischen Technologen für Radiologie (MTR)

Die Ausbildung zur MTR (früher MTRA) ist eine staatlich anerkannte, schulische Berufsausbildung und dauert drei Jahre. Sie findet an einer staatlichen oder privaten Berufsfachschule statt. Neben der theoretischen Ausbildung an der Schule ist eine umfangreiche praktische Ausbildung in Krankenhäusern oder radiologischen Arztpraxen integraler Bestandteil der Ausbildung.

Wichtige Neuerungen durch das MTA-Reformgesetz 2023: Seit dem 1. Januar 2023 gilt das neue MT-Berufe-Gesetz (MTBG). Die wichtigsten Änderungen für angehende MTR: Das frühere Schulgeld – bis zu 400 Euro monatlich an privaten Schulen – wurde abgeschafft und durch eine verpflichtende Ausbildungsvergütung ersetzt. Alle Auszubildenden haben nun Anspruch auf eine angemessene Vergütung und Ausbildungsvertrag. Die Ausbildung kann nun auch in Teilzeit (maximal 5 Jahre) absolviert werden. Der Praxisanteil wurde ausgeweitet, die Ausbildungsziele wurden modernisiert und kompetenzorientiert neu strukturiert. Quelle: Bundesgesundheitsministerium, MTA-Reformgesetz; mt-portal.de.

Die Ausbildungsvergütung richtet sich bei tarifgebundenen Einrichtungen nach dem TVAöD (Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes). Nach aktuellem Stand (gültig ab 1. April 2025) erhalten Auszubildende an kommunalen Krankenhäusern und Unikliniken ca. 1.061 Euro im 1. Jahr, 1.121 Euro im 2. Jahr und 1.218 Euro im 3. Ausbildungsjahr brutto monatlich. Hinzu kommen Jahressonderzahlung und Freistellung vor Prüfungen. An privaten Schulen und Trägern kann die Vergütung etwas geringer ausfallen.

Während der Ausbildung lernst du den sicheren Umgang mit den verschiedenen radiologischen Geräten: Röntgen, CT, MRT, Sonografie sowie Bestrahlungsgeräte in der Strahlentherapie und nuklearmedizinische Kamerasysteme. Du lernst, wie Patientinnen und Patienten fachgerecht vorbereitet werden, welche Strahlenschutzmaßnahmen einzuhalten sind und wie Untersuchungsergebnisse in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt interpretiert werden. Außerdem ist der Einsatz von Bildarchivierungs- und Kommunikationssystemen (PACS, RIS) zentraler Ausbildungsbestandteil.

In der Ausbildung zur Medizinisch-technische Radiologieassistentin gibt es keine Ausbildungsvergütung. Sämtliche Berufe der technischen Assistenten sind reine Schulausbildungen an Berufsfachschulen.

Hinweis: Die obige Aussage ist seit 2023 überholt. Durch das MTA-Reformgesetz besteht seit 1. Januar 2023 für alle MTR-Auszubildenden ein gesetzlicher Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung – Schulgeld darf nicht mehr erhoben werden. Der Abschluss der Ausbildung erfolgt mit einer staatlichen Prüfung. Zusätzlich besteht an vielen Berufsfachschulen die Möglichkeit, parallel das Fachabitur zu erwerben.

Eigenschaften und Voraussetzungen für die Radiologie

Als formale Zugangsvoraussetzung ist mindestens ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) erforderlich. Gute Noten in Mathematik, Physik und Biologie sind von Vorteil. Neben dem gesundheitlichen Eignungsnachweis (ärztliches Attest) werden zunehmend auch Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit vorausgesetzt.

Ein gewisses technisches Interesse sollten MTR unbedingt mitbringen – nur so können Fehler schneller erkannt und die Notwendigkeit bestimmter Einstellungen besser verstanden werden. Da es laufend technische Weiterentwicklungen gibt (KI-gestützte Bildauswertung, neue Hybridgeräte), ist Lernbereitschaft unerlässlich. Sorgfalt ist in diesem Beruf besonders wichtig: Flüchtigkeitsfehler können gesundheitliche Folgen für Patientinnen, Patienten und das Personal nach sich ziehen.

Ebenfalls gefragt sind Einfühlungsvermögen und psychische Belastbarkeit: MTR begleiten häufig Patientinnen und Patienten mit schweren Erkrankungen – etwa Tumorpatienten in der Strahlentherapie – über Wochen hinweg und müssen dabei professionell und einfühlsam agieren. Teamfähigkeit ist eine weitere Grundvoraussetzung, da MTR eng mit Ärztinnen und Ärzten, Medizinphysikerinnen und Medizinphysikern sowie Pflegekräften zusammenarbeiten.

Bewerbung als MTR / MTRA

Die Bewerbung erfolgt heute in der Regel als Online-Bewerbung. Welche Form gewünscht ist, lässt sich der Stellenanzeige entnehmen – bei Unklarheiten einfach vorab telefonisch nachfragen.

Die Bewerbungsunterlagen bestehen aus einem Bewerbungsschreiben, einem tabellarischen Lebenslauf und den notwendigen Zeugniskopien. Im Bewerbungsschreiben nimmst du Bezug auf deine Motivation und Qualifikation für die Stelle – vermeide Floskeln und formuliere konkret, was dich an der Radiologie fasziniert und welche Stärken du mitbringst.

Neben den Schulzeugnissen sind ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung sowie ggf. Nachweise über absolvierte Praktika im medizinischen Bereich zu ergänzen. Hobbys wie Teamsport (Teamfähigkeit), Reisen (Offenheit) oder technische Interessen können im Lebenslauf zeigen, ob du für den Berufsalltag geeignet bist.

Beispiele und Tipps zur Bewerbung!

Zukunft und Trends als MTR / MTRA

Die Berufsaussichten für MTR sind exzellent – und das auf lange Sicht. Der demografische Wandel sorgt für eine steigende Nachfrage nach radiologischen Untersuchungen: Immer mehr ältere Menschen benötigen regelmäßige bildgebende Diagnostik. Gleichzeitig herrscht ein erheblicher Fachkräftemangel: Laut einer Studie des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) im Auftrag des DVTA haben 46 % der Krankenhäuser Stellenbesetzungsprobleme bei MTRA-Stellen. Viele Absolventinnen und Absolventen können heute aus mehreren offenen Stellen auswählen.

Hinzu kommt, dass die Babyboomer-Generation der MTRA bis 2035 zunehmend in das Rentenalter eintritt. Laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes waren 2019 insgesamt rund 27.000 Personen in medizinisch-technischen Berufen der Radiologie tätig – 11.000 davon älter als 50 Jahre. Dieser Generationenwechsel verstärkt den Bedarf an Nachwuchsfachkräften erheblich.

Technologisch treibt die Radiologie den Wandel voran: Jedes neue Gerät – PET/CT, PET/MR, KI-gestützte Bildauswertung – schafft neue Aufgabenfelder, anstatt Stellen wegzurationalisieren. Weiterbildungen sind daher nicht nur empfehlenswert, sondern oft gesetzlich vorgeschrieben (Fachkunde nach StrlSchV). Wer sich als MTR weiterentwickeln möchte, hat verschiedene Wege: Weiterbildung zur Fachradiotechnologin/-technologen, leitende MTR-Position, Tätigkeit als Praxisanleiterin/-anleiter oder ein berufsbegleitendes Studium in Medizinischer Radiologie (Bachelor möglich nach 2 Jahren Berufspraxis direkt ab dem 4. Semester).

Beschäftigte in medizinisch-technischen Berufen der Radiologie in Deutschland 2010–2025

Beschäftigte 2012
ca. 24.000
Beschäftigte 2019
ca. 27.000
Unbesetzte Stellen 2019
ca. 840 VK
Prognose 2025*
ca. 29.000

Beschäftigte in medizinisch-technischen Berufen der Radiologie (MTRA/MTR) gesamt, Deutschland, gerundet
2010: 22000, 2012: 24000, 2015: 25500, 2019: 27000, 2023: 28000, 2025: 29000
Beschäftigte MTRA/MTR gesamt (stationär + ambulant)
Prognose/Schätzung 2024–2025

Quellen: Gesundheitsberichterstattung des Bundes / Statistisches Bundesamt: rund 24.000 Beschäftigte in medizinisch-technischen Berufen der Radiologie 2012, ca. 27.000 im Jahr 2019 (davon ca. 18.000 in stationären, ca. 8.000 in ambulanten Einrichtungen, ca. 1.000 sonstige); zitiert nach radiologienetz.de, Fachkräftemangel Radiologie 2023; DVTA-Statistiken zu MT-Berufen: 840 unbesetzte MTRA-Vollkraftstellen in Krankenhäusern 2019; DKI-Studie im Auftrag des DVTA 2019; Bundestagsdrucksache 19/24629, November 2020. Hinweis: Alle Beschäftigtenzahlen umfassen sowohl abhängige Beschäftigung als auch Freiberufliche (da Gesundheitspersonalrechnung Destatis); Werte 2010, 2011, 2013–2018 und 2020–2025 interpoliert/geschätzt. Alle Angaben gerundet und ohne Gewähr. Stand: April 2025.


Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Beruf MTR / MTRA

Was hat sich mit dem MTA-Reformgesetz 2023 für die MTRA-Ausbildung geändert?

Seit dem 1. Januar 2023 gilt das neue MT-Berufe-Gesetz (MTBG). Die wichtigsten Änderungen: (1) Neue Berufsbezeichnung: Aus MTRA wird offiziell MTR – Medizinische/r Technologe/-in für Radiologie. Der Begriff „Assistenz“ entfällt, um die gestiegene Eigenverantwortung zu betonen. (2) Ausbildungsvergütung statt Schulgeld: Das frühere Schulgeld von bis zu 400 Euro monatlich an privaten Schulen wurde abgeschafft. Alle Auszubildenden haben nun gesetzlich Anspruch auf eine angemessene Vergütung und einen Ausbildungsvertrag. (3) Teilzeitausbildung: Die Ausbildung kann nun auch in Teilzeit (maximal 5 Jahre) absolviert werden. (4) Modernisiertes Curriculum: Der Praxisanteil wurde ausgeweitet, die Ausbildungsziele wurden kompetenzorientiert neu strukturiert mit stärkerem Fokus auf Digitalisierung, KI und aktuelle Gerätetechnologie. Quellen: Bundesgesundheitsministerium, MTA-Reformgesetz; medi-karriere.de; mt-portal.de.

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung als MTR / MTRA?

Seit dem MTA-Reformgesetz 2023 haben alle MTR-Auszubildenden Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung – Schulgeld darf nicht mehr erhoben werden. Die genaue Höhe hängt vom Träger der Ausbildungsstätte ab. Bei tarifgebundenen kommunalen Krankenhäusern und Unikliniken richtet sich die Vergütung nach dem TVAöD (Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes). Gültig ab 1. April 2025 beträgt die monatliche Vergütung dort ca. 1.061 Euro im 1. Ausbildungsjahr, 1.121 Euro im 2. Ausbildungsjahr und 1.218 Euro im 3. Ausbildungsjahr brutto. Hinzu kommen Jahressonderzahlungen und Freistellung vor Prüfungen. An privaten Trägern und Schulen kann die Vergütung etwas niedriger ausfallen, muss aber angemessen sein. Die frühere Praxis – Schulgeld zahlen und keine Vergütung erhalten – ist gesetzlich nicht mehr zulässig. Quellen: medi-karriere.de, MTRA-Gehalt Ausbildung; ausbildung.de, MTR-Ausbildung; TVAöD Pflege, gültig ab 01.04.2025.

Wie sind die Berufsaussichten für MTR / MTRA in Deutschland?

Die Berufsaussichten für MTR sind ausgezeichnet und werden sich weiter verbessern. Laut einer DKI-Studie im Auftrag des DVTA hatten 2019 bereits 46 % der Krankenhäuser Stellenbesetzungsprobleme bei MTRA-Stellen; 840 Vollkraftstellen blieben bundesweit in Kliniken unbesetzt. Bis 2030 wird laut Studie ein Personalmehrbedarf von mindestens 12.740 Vollkraftstellen in MTA-Berufen erwartet – davon 52 % allein für MTRA/MTR. Die Gründe: steigende Nachfrage durch alternde Bevölkerung, Babyboomer-Rentenwelle bis 2035 sowie kontinuierliche Expansion radiologischer Abteilungen (jedes neue Gerät schafft neue Stellen). Viele Absolventinnen und Absolventen können zwischen mehreren Stellenangeboten wählen und besitzen trotz des aktuellen Fachkräftemangels eine sehr gute Verhandlungsposition. Quellen: DVTA, Statistiken zu MT-Berufen; DKI-Studie Fachkräftemangel MTA-Berufe 2019; Gesundheitsberichterstattung des Bundes / Destatis; radiologienetz.de.

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