Tiermedizinische/r Fachangestellte/r – Ausbildung, Berufsbild, Gehalt, Bewerbung und Jobaussichten

Du liebst Tiere und träumst davon, deine Leidenschaft zum Beruf zu machen? Scheust du keine körperliche Arbeit und hast auch kein Problem damit, dich schmutzig zu machen? Dann könnte die Ausbildung zur / zum Tiermedizinischen Fachangestellten TFA der richtige Weg in deine berufliche Zukunft sein!

Tiermedizinische Fachangestellte leisten Unterstützung bei tierärztlichen Untersuchungen und Operationen. Sie kümmern sich um die Pflege von kranken Tieren in Tierarztpraxen oder Tierkliniken, verwalten Patientenakten und assistieren bei Untersuchungen und Eingriffen. Auch die Beratung der Tierhalter zählt zu den täglichen Aufgaben in diesem Beruf.

Ein Tierarztbesuch bedeutet für Mensch und Tier oftmals Stress. Als Tiermedizinische Fachangestellte beruhigst du die vierbeinigen Patienten und klärst deren Halter sachlich und kompetent über die Behandlung des Tieres auf. Muss ein Tier im Zuge einer Operation als Übernachtungsgast in der Praxis oder der Klinik verbleiben, kümmerst du dich um die artgerechte Versorgung und Pflege.

Der Anblick von Blut, Verletzungen oder Spritzen sollte dir keine Schwierigkeiten bereiten, denn du wirst bei dieser Tätigkeit regelmäßig damit konfrontiert. Zudem sind auch Wochenendeinsätze und Nachteinsätze nicht selten.
Mögliche Arbeitsorte in diesem Beruf sind neben Praxen und Kliniken auch Zoos, Tierheime oder Veterinärämter. Auch in der Forschung werden Tiermedizinische Fachangestellte beschäftigt.

Video zum Beruf Tierarzthelferin

Gehalt als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r

Das Gehalt während und nach der Ausbildung als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r steigert sich mit jedem Ausbildungsjahr. Die durchschnittliche Vergütung beträgt im ersten Ausbildungsjahr zwischen 450 und 580 Euro monatlich. Im zweiten Ausbildungsjahr sind es 500 bis 650 Euro, und im dritten Jahr kannst du mit 550 bis 700 Euro pro Monat rechnen.

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt im Schnitt zwischen 1.500 und 1.800 Euro monatlich. Die Bezahlung hängt unter anderem davon ab, ob du in einer Praxis, einer Klinik oder einem Labor tätig bist. Auch die Berufserfahrung und das Bundesland wirken sich auf die Bezahlung aus.

Wenn du in einem tarifgebundenen Betrieb tätig bist, fällt die Vergütung meistens höher aus. Die Tarifverträge für Tiermedizinisch Fachangestellte unterscheiden sich jedoch in den einzelnen Bundesländern. Du kannst deine Gehaltsaussichten stetig durch Weiterbildungen verbessern.

Ausbildung als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r

Die Ausbildung für den Beruf Tiermedizinische/r Fachangestellte/r dauert drei Jahre und findet in der dualen Form statt. Dies bedeutet, dass du die Ausbildung in einem praktischen Betrieb sowie in einer Berufsschule absolvierst. Die Organisation der Ausbildung obliegt der Landestierärztekammer.

Der schulische Teil vermittelt die theoretisch-fachlichen Grundlagen, die du für die Tätigkeit benötigst. Dazu gehören Kenntnisse zur Anatomie von Tieren, den verschiedenen Krankheiten der unterschiedlichen Tierarten und ihrer Diagnose und der medizinischen Kodierung, mit der die Krankheitsbilder beschrieben werden. Außerdem lernst du in der Ausbildung zur TFA die Arzneien und Impfstoffe kennen, mit denen Tiere behandelt werden.

Medizinische Instrumente, Hilfsmittel, Schutzmaßnahmen gegen Krankheiten, aber auch das Schreiben von Befundberichten gehören zu den schulischen Inhalten. Die Ausbildung ist anspruchsvoll und abwechslungsreich. Die theoretischen Grundlagen lernst du im Rahmen der praktischen Ausbildung umzusetzen. Während du im ersten Ausbildungsjahr noch nicht viel machen kannst und hauptsächlich durch Zusehen lernst, steigen deine Verantwortlichkeiten mit Fortschreiten der Ausbildung.

Nach dem zweiten Ausbildungsjahr absolvierst du eine Zwischenprüfung bei der Tierärztekammer. Die Abschlussprüfung legst du nach dem dritten Ausbildungsjahr ab. Sie umfasst einen schriftlichen und einen praktischen Teil. Während der Ausbildung schreibst du einen Ausbildungsnachweis zur TFA, der auch Berichtsheft genannt wird. Er wird vom Ausbilder unterschrieben und dient der fachlichen Dokumentation.

Seit dem Jahr 2006 heißt das Berufsbild nicht mehr Tierarzthelfer/in sondern Tiermedizinische/r Fachangestellte/r. Mit einigen Änderungen trat die neue Ausbildungsordnung in Kraft und löste die Tierarzthelferin ab. Umgangssprachlich ist der Begriff Tierarzthelfer/in noch sehr verbreitet und wird deshalb ebenfalls hin und wieder noch in dieser Berufsbeschreibung verwendet.

Voraussetzungen und Eigenschaften für Tierarzthelfer

Theoretisch kannst du die Ausbildung mit jedem Schulabschluss beginnen. Empfehlenswert ist jedoch, mindestens die mittlere Reife, also einen Realschulabschluss, mitzubringen. Die Fächer Deutsch, Mathematik und Biologie sollten dir liegen, und gute Noten in diesen Fächern sind immer ein Pluspunkt in der Bewerbung.

Da der Beruf mit viel Eigenverantwortung verbunden ist, sind Verantwortungsbewusstsein, Sorgfalt und Genauigkeit wichtige Eigenschaften, welche die Tätigkeiten voraussetzten. Der Umgang mit Tier und Mensch erfordert viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen, gleichzeitig solltest du aber psychisch stabil genug sein, um auch mit schweren Krankheiten oder dem Tod eines Tieres umgehen zu können.

Wenn du im landwirtschaftlichen Bereich tätig bist, sind zeitliche Flexibilität und körperliche Belastbarkeit nützlich. Die wichtigste Grundvoraussetzung für die Arbeit als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r ist jedoch das Interesse und der Spaß am Umgang mit dem Tier.

Bewerbung als Tiermedizinische Fachangestellte

Die Bewerbung für die Tätigkeit als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r ist klassisch aufgebaut. Sie besteht aus einem Bewerbungsanschreiben, einem tabellarischen Lebenslauf mit Bewerbungsfoto und den Zeugniskopien.

Wenn du bereits ein fachbezogenes Praktikum gemacht hast, füge den entsprechenden Nachweis ebenfalls bei. So kannst du bereits erste fachliche Erfahrungen vorweisen.

Im Bewerbungsschreiben schilderst du, aus welchen Gründen du dich für den Ausbildungsplatz und für den jeweiligen Arbeitgeber bzw. Ausbildungsbetrieb entschieden hast. Informiere dich deshalb im Vorfeld genau über den Betrieb und passe das Anschreiben individuell auf den Arbeitgeber ab. So signalisierst du ernsthaftes Interesse und zeigst deine Motivation. Wichtig ist bei jedem Bewerbungsanschreiben, dass es einwandfrei formuliert und fehlerfrei ist.

Der Lebenslauf der Bewerbung sollte alle wichtigen Daten deiner bisherigen Laufbahn enthalten. Neben deinen persönlichen Daten sind das Angaben über Schulabschlüsse und Praktika. Die Unterlagen fasst du in einer Bewerbungsmappe zusammen, die du entweder per Post oder persönlich einreichst.

Zukunft am Arbeitsmarkt und Trends im Beruf Tierarzthelferin

Dank der vielseitigen Einsatzgebiete der Tiermedizinischen Fachangestellten sind die Zukunftsaussichten in diesem Beruf als positiv zu bewerten. Der Beruf bietet ein abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld, sofern du flexibel und belastbar bist.

Die Landwirtschaft hat sich stark entwickelt und vergrößert, und der Anteil an Haustieren steigt ebenfalls stetig an, sodass qualifizierte Tiermedizinische Fachangestellte in Groß- und Kleinstädten gefragt sind.

Die Zahlen der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sind in den letzten 20 Jahren angestiegen. Wurden laut Bundesinstitut für Berufsbildung im Jahre 1998 noch 1.238 neue Auszubildende eingestellt, waren es im Jahr 2017 mehr als doppelt so viele mit 2.721 abgeschlossenen Verträgen für einen Ausbildungsplatz.

Die Berufschancen variieren teilweise in den jeweiligen Bundesländern. Laut der Statistik der Bundesagentur für Arbeit gab es in 2014 / 2015 beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern durchschnittlich 3,5 Bewerber/innen für eine Stelle, während es in Bayern oder Baden-Württemberg nur 1,3 Bewerber/innen waren. Im Jahr 2017 gab es ca. 780 Bewerber, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.

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