Uhrmacher/in – Ausbildung, Gehalt, Voraussetzungen und Zukunft im Beruf

Du besitzt fein-motorisches Geschick? Mechanische Geräte und ihre Funktionsweisen begeistern dich? Der Beruf Uhrmacher/in könnte dann genau richtig für dich sein.

Uhrmacher/innen sind die wahren Herrscher über die Zeit. Im Prinzip ist der Beruf so alt wie die Zeitrechnung selbst. Die erste urkundlich erwähnte mechanische Uhr wurde 1284 im englischen Exeter hergestellt und bestimmt seitdem immer umfangreicher unser Leben. Die erste tragbare Taschenuhr wurde 1510 im deutschen Nürnberg hergestellt, woraufhin die Uhrzeit als Richtschnur für den Alltag immer mehr an Bedeutung gewann, vor allem mit der Massenherstellung im 19. Jahrhundert.

Die Uhr, auch Chronometer genannt, ist ein physikalisches Messgerät und kann eine relative physikalische Größe wie die Zeit mit einer bestimmten Genauigkeit messen. Doch die Zeit beinhaltet immer etwas Magisches und Mystisches. Reisen durch die Zeit inspirieren die Menschen seit jeher und nicht zuletzt gibt es religiöse Bezüge zu dieser physikalischen Einheit. Die Uhr eines jeden Lebewesens tickt mit dem Zeitpunkt der Geburt bis zum Tod.

Das Berufsbild Uhrmacher/in ist daher ein besonderes und sowohl im Handwerk als auch in der Industrie erlernbar. Uhrmacher/innen stellen Zeitmessgeräte her, warten und reparieren diese. Dies kann sowohl als selbstständige/r Uhrmacher/in, Angestellte/r oder in der Industrie bei einem Großunternehmen ausgeübt werden. Verwandte Tätigkeitsfelder findest du beispielsweise in der Ausbildung als Feinwerkmechaniker/in.

Gehalt als Uhrmacher/in

Das Gehalt als Uhrmacher/in richtet sich nach bestimmten Faktoren. Zu diesen Faktoren zählen die Berufserfahrung, die Qualifikation oder die Region, in der das Unternehmen tätig ist. Zudem kann das Gehalt durch Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld variieren. Hier sind einige aktuelle Durchschnittswerte für Uhrmacher/innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz:

Deutschland
Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt liegt aktuell bei rund 35.300 bis 40.290 Euro. Berufseinsteiger/innen starten in der Regel mit einem Bruttomonatsgehalt zwischen 2.420 und 2.580 Euro EUR. Erfahrene Fachkräfte können auf 3.300 bis über 3.600 Euro brutto pro Monat kommen, Uhrmachermeister/innen verdienen im Schnitt rund 3.290 Euro brutto monatlich, mit Spitzenwerten bis 4.000 Euro. Quellen: StepStone Gehaltsreport 2026, jobvector Gehaltsdaten 2026, AUBI-plus, Brutto-Netto-Gehaltsrechner.de (Datenbasis: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit)

Österreich
Einsteiger/innen können mit einem Einstiegsgehalt zwischen 2.000 und 2.500 Euro brutto pro Monat rechnen. Erfahrene Uhrmacher/innen erreichen ein Gehalt von 3.000 Euro brutto pro Monat oder mehr. Quelle: Kollektivvertrag Gold-, Silber- und Uhrenbranche (WKO)

Schweiz
Das Einstiegsgehalt für Uhrmacher/innen in der Schweiz liegt aufgrund der höheren Lebenshaltungskosten und der starken Uhrenindustrie deutlich höher und bewegt sich zwischen 4.500 und 5.500 Schweizer Franken brutto pro Monat. Erfahrene Uhrmacher/innen, insbesondere im Luxussegment, können ein Gehalt von 6.000 bis 7.500 Schweizer Franken brutto pro Monat oder mehr verdienen. Quelle: Lohnstrukturerhebung Bundesamt für Statistik (BFS) Schweiz, Convention patronale de l’industrie horlogère suisse

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Zahlen Durchschnittswerte sind und die tatsächlichen Gehälter regional, je nach Tarifbindung und Spezialisierung (z.B. Luxusuhrenservice) deutlich abweichen können. Spitzenverdiener/innen finden sich klar im Süden Deutschlands – in Bayern liegt das Durchschnittsgehalt teils bei rund 42.000 Euro pro Jahr, während es in strukturschwächeren Bundesländern deutlich niedriger ausfällt.

Ausbildung als Uhrmacher/in

Die deutschen Uhrmacher/innen erfahren ihre Berufsausbildung im Handwerk und in der Industrie. Die Ausbildung dauert drei Lehrjahre und ist dual gegliedert, weshalb sie sowohl in der Berufsschule als auch im Ausbildungsbetrieb stattfindet.

Die Ausbildungsbetriebe sind handwerkliche und industrielle Uhrmacherbetriebe, in denen die Auszubildenden in den Werkstatträumen tätig sind. Erfahrene Gesellen stehen im Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite und bieten eine umfangreiche Einführung in die Tätigkeit der Uhrenherstellung und -reparatur.

Die Berufsschulen bieten eine umfangreiche theoretische Ausbildung, die entweder als Blockunterricht oder mehrmals wöchentlich stattfindet. Es besteht ebenso die Möglichkeit einer rein schulischen Berufsausbildung für alle Berufsanwärter/innen, die keinen betrieblichen Ausbildungsplatz bekommen haben. Die praktische Ausbildung erfolgt dann in bestimmten Praktika und Projekten. Renommierte Ausbildungszentren befinden sich u.a. in Glashütte, Pforzheim und Villingen-Schwenningen.

Während der dualen Berufsausbildung erhält ein/e Auszubildende/r folgende durchschnittliche Ausbildungsvergütung:

Ausbildungsvergütung 1. Jahr 1.037 EUR
Ausbildungsvergütung 2. Jahr 1.105 EUR
Ausbildungsvergütung 3. Jahr 1.195 EUR

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) – Datenbank Ausbildungsvergütungen, Tarifauswertung; Werte können je nach Tarifgebiet, Region und Betrieb variieren.

Wie bei allen Berufen, die nach der Handwerksverordnung und dem Berufsbildungsgesetz gegliedert sind, gibt es keine gesetzlich vorgegebene schulische Zulassungsbeschränkung. Die Auswahl der Bewerber/innen obliegt allein den ausbildenden Unternehmen. In der Praxis erwarten Betriebe häufig einen mittleren Schulabschluss oder einen guten Hauptschulabschluss; entscheidend ist meist ein stimmiges Gesamtbild aus Sorgfalt, technischem Verständnis und nachweisbarer Feinmotorik.

Die Abschlussprüfung ist aufgeteilt in einen praktischen Teil, was zum Beispiel die Instandhaltung oder die Reparatur einer Uhr oder Kleinuhr beinhalten kann. Zudem gibt es eine schriftlich-zeichnerische Prüfung, welche neben theoretischen Fragen auch die technische Zeichnung einer Uhr bzw. Kleinuhr einfordert. Die Prüfungen werden je nachdem, ob es sich um Industrie oder Handwerk handelt, an der örtlichen IHK oder Handwerkskammer absolviert.

Eigenschaften und Voraussetzungen für Uhrmacher/innen

Die Herstellung von Uhren erfordert feinmotorische Fähigkeiten, besonders bei Kleinuhren wie Armbanduhren. Kleinste Teile in einem Uhrwerk müssen richtig zusammengesetzt werden und über einen langen Zeitraum funktionsfähig bleiben, weshalb hier enorme Präzision gefragt ist. Die Tätigkeit ist zudem sehr technisch und verlangt umfangreiche mechanische Kenntnisse.

Die Uhr ist aber ebenso ein Mode-Produkt, welches ästhetischen Fragestellungen unterworfen ist, die sich permanent wandeln. Als Uhrmacher/in ist daher ein Sinn für Ästhetik und Trends notwendig. Eine ähnliche Verbindung von Handwerk und Gestaltung findest du in der Ausbildung als Goldschmied/in.

Eine Uhr wird sehr häufig im direkten Auftrag eines Kunden erstellt und unterliegt somit individuellen Vorstellungen. Ein/e Uhrmacher/in muss daher im Umgang mit der Kundschaft kommunikatives Talent beweisen, Verständnis für Kundenwünsche zeigen und ebenso eine beratende Position einnehmen.

Bewerbung als Uhrmacher/in

Die Bewerbung für eine Ausbildung oder auf ein Stellenangebot als Uhrmacher/in erfolgt entweder mit einer schriftlichen Bewerbungsmappe auf dem postalischen Weg oder als Online-Bewerbung. Die Bewerbungsunterlagen bestehen aus einem Bewerbungsschreiben, einem Lebenslauf und Zeugniskopien.

Das Bewerbungsanschreiben einer Bewerbung als Uhrmacher/in sollte in jedem Fall deutlich die Motivation und die Qualifikation der Bewerberin oder des Bewerbers hervorheben. Das Anschreiben entscheidet darüber, ob die Bewerbung im weiteren Bewerbungsverfahren eine Berücksichtigung findet, oder ob die Absage folgt. Hilfreich ist hier auch ein Blick auf das perfekte Bewerbungsschreiben.

Der Lebenslauf der Bewerbung wird in tabellarischer Form angefertigt und schildert im Detail, neben den persönlichen Daten der Bewerberin oder des Bewerbers, den Werdegang schulischer und beruflicher Art. Ebenso finden hier Praktika oder Lehrgänge eine Berücksichtigung und können ausschlaggebend für eine Einstellung sein. Wer sich auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten möchte, sollte die Tipps zum Vorstellungsgespräch kennen.

Tipps und Beispiele zur Bewerbung!

Die Nutzung einer Uhr ist nicht nur auf den Schmuckbereich beschränkt, sondern hat die ursprüngliche Nutzungsmöglichkeit der Zeitmessung bewahrt. Gleichwohl ist sie ein Modeprodukt und unterliegt somit Trends. Der Trend zur Uhr am Handgelenk ist seit Jahren rückläufig, denn die Uhr ist heute allgegenwärtig – sei es am Handy, am Computer oder im Auto. Viele Menschen sehen in der Modeform keinen Zusatznutzen und lehnen Armbanduhren als Produkt vollständig ab.

Die digitale Uhr hat die mechanische Uhr schon lange aus dem Massenmarkt verdrängt. Die mechanische Uhr ist heute ein Luxusgut, und der weltweite Markt mit vielen unterschiedlichen Marken konzentriert sich auf wenige Konzerne. Der Massenmarkt mit digitalen und billigen mechanischen Uhren geht weitgehend am Uhrmacher-Handwerk vorbei.

Mit dem Aufkommen von Smartwatches bleibt die Uhrenindustrie nicht unberührt. Einige traditionelle Uhrenmarken integrieren moderne Technologien wie Fitness-Tracking und Benachrichtigungen in ihre Uhren, um dem wachsenden Bedarf an Smart-Features gerecht zu werden. Hier ergeben sich Schnittmengen zur Tätigkeit eines Elektronikers für Geräte und Systeme.

Auch die Herstellung der Uhr unterliegt großen Veränderungen. Mit 3D-Programmen und Lasertechnologie werden hochwertige Uhren in der Industrie produziert. Die Uhrmacher/innen sind aber hierdurch in ihrer dominierenden Arbeit – der Instandhaltung und Restauration von Uhren – nicht ersetzbar, gleichwohl müssen sie sich kontinuierlich mit neuen Werkstoffen und digitalen Prüfverfahren auseinandersetzen. Stabil bleibt die Nachfrage besonders im Bereich hochwertiger mechanischer Uhren, Restaurationsarbeiten und Markenservice.

Beschäftigte im Uhrmacherhandwerk in Deutschland (2010–2025)

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Uhrmacherberuf (KldB 2010: 2453) ist über die letzten 15 Jahre rückläufig. Während 2010 noch rund 3.300 Personen erfasst waren, lag der Bestand 2025 bei etwa 2.500 Beschäftigten – ein Rückgang von ca. 24 %.

Die Beschäftigtenzahlen im Uhrmacherhandwerk sind von rund 3.300 (2010) auf etwa 2.500 (2025) gesunken.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit – Beschäftigungsstatistik (KldB 2010: 2453, sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort, jeweils 31.12.); Statista-Auswertung der BA-Daten 2012–2023; eigene Fortschreibung 2024–2025.


Häufige Fragen zum Beruf Uhrmacher/in

Wie lange dauert die Ausbildung zum/zur Uhrmacher/in?

Die duale Ausbildung zum/zur Uhrmacher/in dauert in Deutschland regulär drei Jahre und findet im Wechsel zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule statt. Bei guten Leistungen kann die Ausbildungszeit auf Antrag verkürzt werden. Es gibt zudem die Möglichkeit einer rein schulischen Ausbildung, etwa an der Uhrmacherschule in Glashütte oder in Villingen-Schwenningen. Quelle: Verordnung über die Berufsausbildung zum Uhrmacher/zur Uhrmacherin (UhrAusbV), Bundesministerium für Bildung und Forschung

Wie viel verdient ein/e Uhrmacher/in nach der Ausbildung?

Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt in Deutschland in der Regel zwischen 2.420 und 2.580 Euro brutto pro Monat. Mit Berufserfahrung sind 3.300 bis 3.600 Euro brutto möglich. Uhrmachermeister/innen verdienen im Schnitt rund 3.290 Euro brutto, im Luxussegment auch deutlich mehr. Quellen: AUBI-plus (Stand 2026), StepStone Gehaltsdaten 2026, Brutto-Netto-Gehaltsrechner.de auf Basis Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Welchen Schulabschluss brauche ich für die Ausbildung als Uhrmacher/in?

Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene schulische Zugangsvoraussetzung. In der Praxis stellen die meisten Betriebe Auszubildende mit mittlerem Schulabschluss oder gutem Hauptschulabschluss ein. Wichtiger als der Abschluss sind nachweisbare Feinmotorik, gutes räumliches Vorstellungsvermögen, Sorgfalt und technisches Verständnis – häufig geprüft durch ein Praktikum oder einen Eignungstest im Betrieb. Quelle: Bundesagentur für Arbeit – BERUFENET, Handwerkskammern

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