Du bist medizinische/r Fachangestellte/r und suchst nach einer neuen beruflichen Herausforderung? Dann ist vielleicht die Weiterbildung zur Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) eine interessante Möglichkeit für deinen weiteren Karriereweg.
Diese Fortbildung wurde vom Institut für hausärztliche Fortbildung (Deutscher Hausärzteverband) zusammen mit dem Verband medizinischer Fachberufe konzipiert.
Das Ziel der Fortbildung zur Versorgungsassistentin ist es, dass die Absolventen und Absolventinnen den Hausarzt bzw. die Hausärztin bei nichtärztlichen Aufgaben entlasten und neben der Arbeit in der Praxis auch bei Hausbesuchen eingesetzt werden können. So soll die hausärztliche Versorgung optimiert und gestärkt werden, beispielsweise durch standardisierte Techniken und Methoden im Hinblick auf die Versorgung sowie das Fallmanagement der Patientinnen und Patienten.
Zu deinen Aufgaben gehören beispielsweise die Beurteilung, Dokumentation und Behandlung von chronischen Wunden nach Abstimmung mit dem ärztlichen Personal, die Durchführung delegierter Hausbesuche sowie die Unterstützung des Arztes bzw. der Ärztin bei Diagnose-, Präventions- und Therapiemaßnahmen.
Du erstellst Versorgungspläne und motivierst die Patientinnen und Patienten zur aktiven Beteiligung an Therapie- und Diagnosemaßnahmen. Ein wichtiger Punkt ist zudem die Optimierung des effizienten Patientenmanagements. Als Versorgungsassistentin bzw. Versorgungsassistent arbeitest du in der Regel in einer Hausarztpraxis; vereinzelt gibt es inzwischen auch vergleichbare Stellen in Krankenhäusern und medizinischen Versorgungszentren (MVZ).
Gehalt als Versorgungsassistent/in
Generelle Angaben zur Verdiensthöhe sind schwierig, da diese stets von unterschiedlichen Faktoren abhängen. Neben der Berufserfahrung, den Qualifikationen und dem Bundesland sind weitere Kriterien entscheidend.
Dazu zählen die Größe der Praxis, die Stundenanzahl (Voll- oder Teilzeitstelle), die Position innerhalb des Teams sowie der Verantwortungsbereich. Auch zwischen Stadt und Land kann es selbst innerhalb desselben Bundeslandes erhebliche Unterschiede geben.
Durchschnittlich kannst du als Versorgungsassistentin bei einer Vollzeitstelle mit einem monatlichen Bruttoeinkommen zwischen 2.400 und 3.200 Euro rechnen. Mit zusätzlichen Weiterbildungen und entsprechender Berufserfahrung sind Gehälter von bis zu 3.800 Euro brutto monatlich möglich.
Ausbildung und Weiterbildung als Versorgungsassistent/in
Die Ausbildung erfolgt als Kompaktkurs. An elf Tagen werden die Theoriekenntnisse in drei Blöcken vermittelt (insgesamt 106 Unterrichtseinheiten / 8 Module):
- Case Management
- Präventionsmanagement
- Gesundheitsmanagement
- Technikmanagement
- Praxismanagement
- Besuchsmanagement
- Notfallmanagement
- Wundmanagement
Einige Kompetenzen können nicht im Theorieunterricht vermittelt werden; für diese Bereiche ist daher die Bescheinigung durch den jeweiligen Arbeitgeber erforderlich (Kompetenzbescheinigung).
Nach der theoretischen Ausbildung folgt ein Praktikum. Es besteht aus insgesamt 40 Einheiten von jeweils 45 Minuten und wird bei einer Einrichtung absolviert, die im Hinblick auf die Patientenversorgung mit dem Arbeitgeber (Hausarztpraxis) kooperiert.
Das kann beispielsweise ein Sanitätshaus, eine Apotheke, ein Krankenhaus, eine spezialisierte Vertragsarztpraxis oder ein Pflegedienst sein. Anschließend erstellst du eine schriftliche Hausarbeit und reichst sie zur Prüfung ein. Dabei handelt es sich um eine Fallbeschreibung zu einem von dir betreuten Patienten bzw. einer betreuten Patientin.
Folgende Unterlagen müssen zur Prüfung eingereicht werden:
- Hausarbeit (3-fache Ausfertigung)
- Ergänzende Angaben zur Hausarbeit
- Teilnahme- & Kompetenzbescheinigungen (8 Module)
- Praktikumsbescheinigung
- Beschäftigungsnachweis
- Abschlusszeugnis / Helferinnenbrief
- Korrekturformular / persönliche Daten
Nach Abschluss des Praktikums absolvierst du ein mündliches Fachgespräch, in dem die eingereichte Hausarbeit sowie die Theoriekenntnisse aus der Fortbildung thematisiert werden.
Voraussetzungen als Versorgungsassistent/in
Wenn du die Weiterbildung zur Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) absolvieren möchtest, musst du nachweisen, dass du die Ausbildung zur bzw. zum medizinischen Fachangestellten (MFA) abgeschlossen hast und über einschlägige Berufserfahrung in einer Hausarztpraxis verfügst.
Alternativ wird auch eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem vergleichbaren medizinischen Beruf anerkannt, wenn du zusätzlich nachweisen kannst, dass du mindestens zwei Jahre in einer Hausarztpraxis tätig warst.
Neben den fachlichen Anforderungen für die Zulassung zur Weiterbildungsmaßnahme sind für die Ausübung dieses Berufs weitere Kenntnisse und Fähigkeiten erforderlich.
Eine selbstständige Arbeitsweise, Verantwortungsbewusstsein und Engagement sind aufgrund der hohen Anforderungen unerlässlich. Da du täglich Patientinnen und Patienten betreust, sind ein freundliches Auftreten, Geduld und Empathie ebenfalls wichtige Eigenschaften.
Bewerbung als Versorgungsassistent/in
Wenn du die Prüfung erfolgreich abgelegt hast, steht nur noch eine aussagekräftige Bewerbung zwischen dir und deinem Traumjob. Im Bewerbungsschreiben schilderst du deine Kenntnisse und Fähigkeiten, gibst einen kurzen Überblick über deine fachlichen Kompetenzen und nennst deine Motivation, die dich zu dieser Berufswahl bewogen hat. Rechtschreib- und Grammatikfehler solltest du unbedingt vermeiden, da sie beim potenziellen Arbeitgeber einen negativen Eindruck hinterlassen.
Der Lebenslauf wird in tabellarischer Form verfasst und enthält Angaben zu deinem bisherigen Werdegang. Zusätzlich solltest du relevante Angaben wie Fremdsprachenkenntnisse, absolvierte Praktika und ehrenamtliche Tätigkeiten aufführen. Zu den wichtigen Bewerbungsunterlagen gehören außerdem Kopien der Arbeitszeugnisse sowie Nachweise der erworbenen Qualifikationen.
Trends und Perspektiven im Beruf
Seit einigen Jahren steigen die Anforderungen an die bestehenden Versorgungsstrukturen stetig. Verantwortlich dafür sind in erster Linie der zunehmende Hausärztemangel, wachsende Betreuungsanforderungen und der demografische Wandel.
Aus diesem Grund wurde die Möglichkeit geschaffen, dass medizinische Fachangestellte mit Berufserfahrung eine Weiterbildung zur Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) absolvieren können. Angesichts der anhaltenden Herausforderungen in der Primärversorgung profitierst du mit dieser Weiterbildung von sehr guten Berufsaussichten.
Die erfolgreich bestandene Prüfung zur Versorgungsassistentin muss jedoch noch nicht der Endpunkt deiner Karriereplanung sein. Mit VERAH-Plus kannst du dich durch zusätzliche Module weiterbilden und deine Qualifikationen gezielt ausbauen. Zu den möglichen Weiterbildungsmodulen zählen beispielsweise:
- Arzneimittelversorgung
- Gewaltfreie Kommunikation
- Hygienemanagement
- Häusliche Sterbebegleitung
- Schmerzmanagement in der Hausarztpraxis
- Telemedizin und digitale Patientenversorgung
Diese Module kannst du an VERAH-Fortbildungstagen absolvieren; weitere Prüfungen finden dabei nicht statt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange dauert die Weiterbildung zur Versorgungsassistentin (VERAH)?
Die Weiterbildung zur Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) umfasst insgesamt 106 Unterrichtseinheiten in 8 Modulen, die an elf Theorietagen in drei Blöcken absolviert werden. Hinzu kommt ein Praktikum mit 40 Einheiten à 45 Minuten sowie das Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit und ein abschließendes mündliches Fachgespräch. Die Gesamtdauer ist von der individuellen Lerngeschwindigkeit und den Terminen der Kursblöcke abhängig, beträgt in der Regel aber mehrere Monate.
Was verdient eine Versorgungsassistentin (VERAH) im Durchschnitt?
Das durchschnittliche Bruttogehalt einer Versorgungsassistentin in Vollzeit liegt zwischen 2.400 und 3.200 Euro pro Monat. Mit zusätzlichen Qualifikationen, Berufserfahrung und je nach Region oder Praxisgröße sind auch Gehälter von bis zu 3.800 Euro brutto monatlich möglich. Faktoren wie Bundesland, Voll- oder Teilzeit sowie Verantwortungsbereich beeinflussen das Gehalt erheblich.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die VERAH-Weiterbildung?
Für die Zulassung zur VERAH-Weiterbildung benötigst du eine abgeschlossene Ausbildung als medizinische/r Fachangestellte/r (MFA) sowie Berufserfahrung in einer Hausarztpraxis. Alternativ wird auch ein vergleichbarer medizinischer Berufsabschluss anerkannt, sofern du mindestens zwei Jahre in einer Hausarztpraxis tätig warst. Neben diesen formalen Voraussetzungen sind persönliche Eigenschaften wie Empathie, Eigenverantwortung und eine selbstständige Arbeitsweise wichtig.



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