Du bist kreativ und kannst mit Menschen gut umgehen? Deine Freunde haben schon immer dein Talent für Haar-Styling gelobt? Vielleicht ist der Beruf Friseur/Friseurin dann genau das richtige Berufsbild für dich.
Die Ausbildung zum Friseur steht bei vielen Schulabgängern auf der Wunschliste. Die Gehaltsspanne ist allerdings vergleichsweise gering, weshalb viele ausgebildete Fachkräfte über die Weiterbildung zum Meister den Weg in die Selbstständigkeit suchen.
Das Berufsbild Friseur/in
Das Berufsbild umfasst alle Tätigkeiten rund um das Kopfhaar. Hierzu zählen nicht nur Schneiden, Waschen und Färben, sondern auch die kreative Gestaltung von Frisuren. Kosmetische Behandlungen des Gesichtes sowie Maniküre können ebenfalls zum Aufgabengebiet gehören.
Im Unisex-Bereich, wenn Männer zum Kundenstamm zählen, gehört auch die Bartpflege dazu. Bartfrisuren und die klassische Rasur sind dann fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Bärte sind seit Jahren wieder stark im Trend – die Nachfrage nach professioneller Bartpflege im Friseurhandwerk wächst entsprechend.
Arbeitgeber sind in der Regel selbstständige Friseurmeister mit eigenem Salon, aber auch die Tätigkeit in Hotels, auf Kreuzfahrtschiffen oder in Pflegeeinrichtungen ist nicht ungewöhnlich. Im Fachhandel für Friseurbedarf gibt es ein weiteres berufliches Tätigkeitsfeld, das jedoch eher den Vertrieb der Produkte als das Handwerk selbst umfasst.
Ein wachsender Trend ist der Beruf des mobilen Friseurs bzw. der mobilen Friseurin. Aufgrund des demografischen Wandels gibt es immer mehr ältere und pflegebedürftige Menschen, die keinen Friseursalon aufsuchen können. Mobile Friseure besuchen ihre Kunden direkt zu Hause – ein Markt mit deutlichem Wachstumspotenzial.
Ausbildung und Gehalt als Friseur/in
Der Beruf bietet einen vergleichsweise geringen Verdienst. In der Ausbildung wird durchschnittlich ein monatliches Gehalt zwischen 325 und 745 Euro bezahlt, abhängig vom Ausbildungsjahr und Bundesland. Nach dem Berufsabschluss liegt das Einstiegsgehalt häufig bei rund 1.800 bis 2.200 Euro brutto – durch Tariferhöhungen der letzten Jahre hat sich die Vergütung im Friseurhandwerk spürbar verbessert.
Wie in der Gastronomie fallen auch hier regelmäßig Trinkgelder an, die den Nettoverdienst merklich aufbessern können. Einige Arbeitgeber bieten zudem eine Umsatzbeteiligung als Vergütungsmodell an.
Die Ausbildungsdauer beträgt 3 Jahre. An Urlaubstagen stehen in der Regel 25 Tage zur Verfügung. Die Arbeit am Samstag ist der Regelfall; dafür bleibt der Salon meist montags geschlossen, sodass ein freier Wochentag garantiert ist.
Während der dreijährigen Ausbildungszeit erlernst du sämtliche handwerklichen Techniken: wie Haare fachgerecht geschnitten werden, welche Besonderheiten verschiedene Haartypen mit sich bringen, wie Maschinen und Geräte bedient und gepflegt werden und mit welchen Präparaten du gestalterisch arbeiten darfst.
Du erhältst fundiertes Wissen über Haare und Kopfhaut sowie über Hautunverträglichkeiten und den sicheren Umgang mit chemischen Mitteln. Darüber hinaus lernst du, wie Aufgaben im beruflichen Alltag im Team geplant und durchgeführt werden. Aktuelle Ausbildungsvergütung:
ab 710 Euro
ab 830 Euro
ab 955 Euro
Eigenschaften und Voraussetzungen
Durch den direkten Kontakt zu Kunden ist ein freundliches, offenes Wesen mit Kontaktfreudigkeit besonders wichtig. Die Bereitschaft, sich auf jeden Kunden individuell einzulassen, erfordert eine hohe Dienstleistungsorientierung sowie Empathie – zumal es beim Frisieren permanenten Körperkontakt gibt. Der Leitsatz „Der Kunde ist König“ gilt hier in besonderem Maße.
Das Berufsbild verlangt auch einen gewissen Unterhaltungswert. Wer seine Kunden gut zu unterhalten weiß und ihnen ein angenehmes Gefühl gibt, baut sich rasch eine treue Stammkundschaft auf.
Kreativität, Ästhetik und ein gutes Gespür für aktuelle Trends spielen im Friseursalon eine wesentliche Rolle. Wer sich für Mode und Styling begeistert, bringt ideale Voraussetzungen mit.
Das angenehme Ambiente eines Salons darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die körperliche Belastung erheblich ist: Langes Stehen, Arbeiten mit den Armen über Schulterhöhe und der Umgang mit chemischen Mitteln können auf Dauer belastend sein. Ein Praktikum vorab ist daher dringend empfohlen.
Bewerbung als Friseur/in
Für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Friseur/in ist der persönliche Kontakt besonders entscheidend. Die Bewerbungsunterlagen sollten nach Möglichkeit persönlich im Salon überreicht werden – das hinterlässt direkt einen ersten positiven Eindruck und verschafft dir einen klaren Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Die meisten Bewerber nutzen diese Möglichkeit leider nicht.
Die Online-Bewerbung über das Internet spielt in diesem Beruf eine untergeordnete Rolle, kann aber vom Ausbildungsbetrieb durchaus verlangt werden.
Die klassische Bewerbungsmappe mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen entspricht den allgemeinen Standards. Als angehende Friseurin oder angehender Friseur darf die Bewerbung dabei ruhig etwas Kreativität und persönliche Handschrift zeigen.
Geht es im Anschreiben darum, die eigene Motivation überzeugend in den Vordergrund zu stellen, so liegt im tabellarischen Lebenslauf der Fokus klar auf Qualifikation und den Stationen des bisherigen Werdegangs.
Fotos von Frisier-Arbeitsproben können eine Bewerbung deutlich aufwerten – hin und wieder wird dies sogar vom potenziellen Arbeitgeber ausdrücklich gewünscht. In jedem Fall solltest du vor der Bewerbung bereits ein Praktikum in einem Friseursalon absolviert haben und ein entsprechendes Praktikumszeugnis vorweisen können. Das unterstreicht deine Motivation und Ernsthaftigkeit.
Zukunft und Trends als Haarspezialist
Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung stehen dir attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Die naheliegendste ist die Meisterausbildung zum Friseurmeister/zur Friseurmeisterin, die den Weg in die Selbstständigkeit und die Ausbildungsberechtigung eröffnet. Voraussetzung ist die bestandene Gesellenprüfung.
Verbraucher legen zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Produkte. Haarspezialisten, die auf biologisch abbaubare Mittel und ressourcenschonende Techniken setzen, positionieren sich zukunftsorientiert und sprechen eine wachsende Zielgruppe an.
Haarpflege wird immer stärker als Teil eines ganzheitlichen Wellness- und Wellbeing-Konzepts wahrgenommen. Friseure, die zusätzliche Dienstleistungen wie Kopfmassagen, Haarkuren oder Beratung zu Haargesundheit anbieten, können sich ein attraktives Alleinstellungsmerkmal aufbauen.
Aufgrund sich schnell wandelnder Trends und neuer Technologien – etwa digitale Stilberatung oder KI-gestützte Farbanalyse – ist lebenslanges Lernen in diesem Beruf unerlässlich. Wer sich auf bestimmte Spezialisierungen wie Coloristik, Haarverlängerungen oder Brautfrisuren fokussiert, verbessert langfristig seine Marktposition.
Häufig gestellte Fragen zur Ausbildung als Friseur/in
Welchen Schulabschluss brauche ich für die Ausbildung zum Friseur/zur Friseurin?
Für die Ausbildung zum Friseur gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Schulabschlussanforderung. In der Praxis stellen viele Ausbildungsbetriebe Bewerber mit Hauptschulabschluss ein. Ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) verbessert die Chancen auf einen begehrten Ausbildungsplatz deutlich. Entscheidender als der Abschluss sind jedoch Praktikumserfahrung, ein gepflegtes Erscheinungsbild und echte Begeisterung für den Beruf.
Wie viel verdient man nach der Ausbildung als Friseur/in?
Nach abgeschlossener Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt als Friseurgeselle oder Friseurgesellin je nach Region und Betrieb bei etwa 1.800 bis 2.200 Euro brutto im Monat. Tarifverträge, die in den letzten Jahren deutlich angehoben wurden, sowie Trinkgelder und mögliche Umsatzbeteiligungen können den tatsächlichen Verdienst spürbar erhöhen. Mit der Meisterausbildung und anschließender Selbstständigkeit sind deutlich höhere Einkommen möglich.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Friseurausbildung?
Nach der Gesellenprüfung stehen verschiedene Weiterbildungswege offen. Der klassische Aufstieg führt über die Meisterausbildung zum Friseurmeister/zur Friseurmeisterin, die zur Selbstständigkeit und zur Ausbildung eigener Lehrlinge berechtigt. Darüber hinaus gibt es Spezialisierungen z. B. als Colorist, Visagist oder im Bereich Haarverlängerung und Haarverdichtung. Mit Hochschulzugangsberechtigung ist auch ein Studium im Bereich Kosmetikmanagement oder Design möglich.
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