Änderungsschneider/in – Ausbildung, Beruf, Gehalt und Zukunft in diesem Handwerk

Du nähst gerne und suchst nach einer kreativen Tätigkeit mit Nadel und Faden? Dann ist vielleicht eine Ausbildung zum/zur Änderungsschneider/in genau der richtige Karriereweg für dich. In diesem Beruf passt du Kleidungsstücke an, änderst ihren Schnitt oder verwandelst unmodisch gewordene Klamotten in schicke Kreationen.

Wenn das Lieblingskleid zwickt oder die Jeans etwas zu lang ist, hilft der Gang zum/zur Änderungsschneider/in. Auch eine offene Naht an der geliebten Jacke ist kein Grund, dieses Kleidungsstück in die Mülltonne zu werfen. Mit ein paar Stichen sind kleine Schönheitsfehler behoben und die Kleidung erstrahlt in neuem Glanz.

Wenn die riesige Gardine für das Küchenfenster in der neuen Wohnung zu groß ist, kann ihr eine Umänderung ein zweites Leben als Kaffeehausgardine ermöglichen. Als Schneider/in übernimmst du die Reparatur, Anpassung und Änderung von unterschiedlichen Kleidungsstücken und Heimtextilien. Nach der Ausbildung kannst du in Änderungsschneidereien, bei großen Mode- und Kaufhäusern mit eigener Änderungsschneiderei oder in deinem eigenen Änderungsatelier arbeiten.

Du gehst auf die Wünsche deiner Kunden/Kundinnen ein und findest selbst für scheinbar aussichtslose Missionen eine passende Lösung. Genaues Maßnehmen und individuelle Beratung gehören neben der eigentlichen Arbeit ebenfalls zu deinen täglichen Aufgaben.

Video zu Ausbildung als Änderungsschneider/in

Gehalt als Änderungsschneider/in

Explizite Angaben zum Einkommen eines/einer Änderungsschneiders/Änderungsschneiderin sind schwierig, da die monatliche Verdiensthöhe generell von unterschiedlichen Faktoren abhängt. Ein wichtiger Aspekt ist deine Berufserfahrung, denn als Berufseinsteiger wird dein Einkommen in der Regel noch am unteren Ende der Skala liegen.

Ebenfalls relevant sind deine Qualifikationen sowie die Größe des Unternehmens. In einem großen Konzern werden meist höhere Gehälter gezahlt als in einer kleinen Änderungsschneiderei. Auch der Standort ist ein wichtiger Faktor. In ländlichen Regionen sind niedrigere Gehälter wahrscheinlich, während in Großstädten und Ballungsgebieten eine deutlich bessere Bezahlung möglich ist.

Kurz nach der Ausbildung kannst du in der Regel mit einem Einstiegsgehalt von etwa 1.800 bis 2.000 Euro rechnen. Je nach Branche liegt das durchschnittliche Einkommen als Änderungsschneider/in bei rund 2.100 bis 2.300 Euro brutto pro Monat. Wenn du kontinuierlich Fort- und Weiterbildungen absolvierst, kannst du die Karriereleiter erklimmen und dir bessere Verdienstmöglichkeiten sichern.

Ausbildung als Änderungsschneider/in

Die zweijährige Ausbildung zum/zur Änderungsschneider/in erfolgt auf dualem Weg in Berufsschule und Ausbildungsbetrieb. In der Schule stehen neben allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch oder Wirtschafts- und Sozialkunde insbesondere die fachspezifischen Lernbereiche auf dem Stundenplan.

Du lernst die theoretischen Grundlagen deines Berufes kennen und erfährst beispielsweise, wie der Materialbedarf berechnet wird oder wie du die Maße nehmen musst. Auch die praktische Anwendung nimmt in der Schule einen großen Bereich ein, denn du nimmst im Unterricht unter Anleitung Änderungen vor oder führst Näharbeiten aus.

Im Ausbildungsbetrieb steht die praktische Anwendung der erworbenen Kenntnisse im Vordergrund. Zu den Ausbildungsinhalten zählen der Umgang mit den Kunden, die Ausführung von Näharbeiten und die Handhabung von Nähmaschinen und anderen Geräten. Du erstellst Schnittschablonen, trennst Nähte auf, schneidest Stoffe zu und führst die Endkontrolle durch.

Unter Aufsicht erlernst du, wie du Aufträge und Termine abstimmst. Du kümmerst dich um Reklamationen, nimmst Zahlungen entgegen und dokumentierst die Arbeitsdaten. Zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du eine Zwischenprüfung und am Ende des Jahres folgt die Abschlussprüfung.

Während der Ausbildung erhältst du ein Ausbildungsgehalt:

1. Ausbildungsjahr: 500 bis 800 Euro
2. Ausbildungsjahr: 650 bis 905 Euro

Diese Angaben sind lediglich Richtwerte, die dir zur Orientierung dienen. Wie hoch dein Ausbildungsgehalt tatsächlich ist, hängt von der Größe des Unternehmens, der Region und weiteren Faktoren ab.

Während Maßschneider die Kleidung direkt nach Maß anfertigen, kommt der Änderungsschneider erst als zweites ins Spiel, nämlich dann, wenn hochwertige Kleidung nicht mehr passt. Bei der heutigen billigen Wegwerfkleidung, die teilweise eh nur 2-3 Jahre hält, ist das allerdings nicht mehr notwendig.

Eigenschaften und Voraussetzungen für die Scheiderei

Rechtliche Vorgaben zu einem bestimmten Schulabschluss gibt es nicht. In der Regel stellen Arbeitgeber im Bereich Industrie überwiegend Bewerber/innen mit mittlerem Bildungsabschluss ein und im Handwerk hast du auch mit einem Hauptschulabschluss gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz.

Du solltest Freude am Zuschneiden und Vernähen von Stoffen haben und dich für die kreative Umgestaltung von unmodern gewordenen Kleidungsstücken interessieren. Ebenfalls wichtig sind in erster Linie handwerkliche Fähigkeiten, gutes Hand- und Fingergeschick sowie ein ausgeprägtes Interesse an diesem vielseitigen Beruf.

Du solltest ebenfalls kreativ sein und ein gutes Gespür für Mode und Ästhetik besitzen. Zudem sind eine gute Beobachtungsgenauigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen, eine sorgfältige Arbeitsweise und Einsatzbereitschaft für die Tätigkeit als Änderungsschneider/in unerlässlich. Da du täglich mit Kunden in Kontakt kommst, sind Freundlichkeit, angenehme Umgangsformen und gute Ausdrucksfähigkeit unbedingt erforderlich.

Bewerbung als Änderungsschneider/in

Bei der Bewerbung auf eine Stellenanzeige solltest du sorgfältig vorgehen, denn auch bei deiner späteren Arbeit ist Sorgfalt unerlässlich. Im Bewerbungsschreiben kannst du deine Kenntnisse und Fähigkeiten aufzählen und darlegen, warum du diesen Beruf ergreifen möchtest.

Zusätzlich solltest du auf die Anforderungen eingehen, die in der Stellenanzeige genannt werden. Deine Bewerbungsunterlagen kannst du per Post oder Mail versenden. Achte diesbezüglich unbedingt darauf, welche Anforderungen in der Stellenanzeige genannt werden.

Im tabellarischen Lebenslauf schilderst du deinen bisherigen Werdegang. Zusätzlich solltest du hier auch absolvierte Praktika aufführen und passende Nebenjobs erwähnen. Vorhandene Fremdsprachenkenntnisse gehören ebenfalls in den Lebenslauf. Im Bereich Hobbys kannst du Freizeitaktivitäten aufzählen, die für diesen Beruf relevant sind. Dazu zählen beispielsweise das Nähen von Kleidern oder anderen Kleidungsstücken.

Neben Bewerbungsschreiben und Lebenslauf gehören auch die Zeugniskopien zu den klassischen Bewerbungsunterlagen.

Viele weitere Tipps zur Bewerbung!

Die meisten Menschen können sich keine maßgeschneiderte Kleidung leisten und greifen daher zur Mode von der Stange. Diese genormte Bekleidung besitzt jedoch den Nachteil, dass sie nicht immer genau passt. Hosen sind zu lang und das neue Kleid ist im Hüftbereich etwas weit.

Hier kommst du als Änderungsschneider/in ins Spiel. Da auch in Zukunft nicht alle Menschen problemlos die genormte Kleidung tragen können und häufig Kürzungen oder Umarbeitungen erforderlich sind, wirst du dich langfristig nicht über fehlende Aufträge beklagen müssen.

Auch nach deiner Ausbildung solltest du regelmäßig Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen absolvieren, in denen du deine Kenntnisse und Fähigkeiten auf den neuesten Stand bringst. Du kannst dein Wissen noch erweitern und beispielsweise Seminare zu Themenbereichen wie Textilveredelung oder Bekleidungsdesign absolvieren. Eine Weiterbildung zum/zur Maßschneider/in, Maßschneidermeister/in, Bekleidungstechniker/in oder Textil- und Modeschneider/in eröffnet dir weitere Karrieremöglichkeiten.

Mit Abitur kannst du auch studieren. Mögliche Studiengänge sind beispielsweise Textil- und Bekleidungstechnik oder Textildesign. Eine weitere Möglichkeit ist der Start in die Selbstständigkeit. Diesen Traum erfüllst du dir mit einer eigenen Änderungsschneiderei oder einer Schneiderwerkstatt.

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